Börse Frankfurt : Trendwende oder Atempause?

Börse Frankfurt
Trendwende oder Atempause?

Die Dax-Anleger sichern sich ihre Gewinne ab. Was kommt nun? Unter den Experten herrscht Uneinigkeit. Einige sprechen von einer weiterhin intakten Rally, die anderen warnen vor einer längst überfälligen Trendwende.
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FrankfurtSeit Jahresbeginn hat der Dax mehr als 2000 Punkte zugelegt. Wie entfesselt eilt der Leitindex von einem Rekord zum Nächsten. Am Montag durchbrach er erstmals in seiner Geschichte die 12.000-Punkte-Marke. Die furiose Rekordhatz des Dax wird immer wieder von größeren Tagesverlusten begleitet, an denen zahlreiche Anleger – institutionelle wie private – ihre Gewinne sichern. Heute war wieder so ein Handelstag, an dem der Deutsche Aktienindex Verluste schrieb. Am Ende ging er mit einem Minus von 1,5 Prozent auf 11.981 Punkten aus dem Handel.

Doch wie geht es weiter? An den Börsen werden die Händler zunehmend nervöser. Angesichts der beispiellosen Performance des Dax sprechen einige Analysten bereits von einer ungesunden Kursentwicklung. „Der Dax begibt sich zunehmend auf dünnes Eis“, prognostiziert NordLB-Analyst Bernd Krampen.

Experte Stan Shamu von Broker IG geht indes nicht davon aus, dass der von der EZB getriebene Aufwärtstrend schon vorbei sein muss. Investoren könnten geradezu auf kleinere Rückschläge warten, um Aktien zu kaufen.

Vorsichtiger äußerte sich hingegen Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin „Index-Radar“. „Aktuell befinden sich nicht nur einzelne Papiere auf einem stark überkauften Niveau, sondern der Gesamtmarkt“, warnte er. Dies ergebe „eine durchaus explosive Ausgangslage, bei der Anleger nun sehr vorsichtig sein sollten“.

Einen regelrechten Kurssturz erwartet aber kaum ein Experte. „Jeder Rücksetzer wird von denen gekauft werden, die die Party bis jetzt an sich haben vorbeiziehen sehen – und davon dürfte es einige geben“, erklärt FXCM-Analyst Jens Klatt. Zwar sind Aktien nach der seit Monaten andauernden Rekordjagd nicht mehr wirklich billig zu haben. Doch die Fachleute sind sich nach wie vor einig: „Wer Rendite sucht, hat zu Aktien keine Alternative.“

Zudem wirkt die asymmetrische Geldpolitik der Notenbanken besonders auf europäische Aktien wie ein Geschmacksverstärker. Denn während im Euro-Raum die Geldflut bis mindestens September 2016 anhalten soll, dürfte in den USA die bereits mehrfach verschobene Zinswende eingeleitet werden. Derzeit sei es nicht klar, ob die US-Notenbank das Wort „geduldig“ aus ihrer Erklärung nach dem Treffen am Mittwoch streichen wird. Der Begriff gilt als Hinweis auf den weiteren Kurs der Fed. Sollte er fehlen, könnte dies ein Signal für eine striktere Geldpolitik sein. In den USA werden daher ebenfalls vermehrt Gewinne mitgenommen.

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  • Am 6. Mai spaltet sich Billiton auf. Das könnte Kohlchen geben.

  • Zocken Sie den Typ doch ab. Der hat noch Zaster.

  • hatte gerade von einem Anlagebetrüger gelesen...der versprach 18%...wie lächerlich...
    wenn die Opfer wüssten was man hier in einem Tag machen kann...

    3.250%.....gestern im DaxCALL

    morgens nur 5 Cent...Mittags 1,70 Euro...das sind unglaubliche 3.250 %

    da kann sich sogar der Anlagebetrüger nur wundern

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