Börse Frankfurt Trump drückt Dax ins dicke Minus

Donald Trumps Pressekonferenz hat die Anleger ernüchtert. Vergeblich hofften sie auf konkrete Aussagen zur Wirtschaftspolitik des Bald-US-Präsidenten. Das ließ den Euro aufwerten – und den Dax deutlich tiefer schließen.
Update: 12.01.2017 - 17:41 Uhr 1 Kommentar

Trump enttäuscht mit leeren Aussagen

FrankfurtDie Anleger hatten auf klare Worte Donald Trumps gehofft. Doch der künftige US-Präsident hielt sich auf seiner ersten Pressekonferenz seit seinem Wahlsieg mit Details zu seiner Wirtschaftspolitik zurück. Wie sieht der Fahrplan des Republikaners aus, die Konjunktur in den Staaten weiter anzukurbeln, wie er so oft versprochen hat? Auf diese Frage gab es keine zufriedenstellenden Antworten und so zeigten sich die Anleger enttäuscht. Europas Aktien gaben die Vortagsgewinne wieder ab. Und so legte Dax den Rückwärtsgang ein. Er ging ein Prozent leichter bei 11.526 Punkten aus dem Handel, der Euro-Stoxx-50 verlor 1,1 Prozent auf 3289 Punkte. Gestern noch hatte der deutsche Leitindex im Vorfeld des Pressetermins mit 11.692 Zählern ein 18-Monats-Hoch markiert.

Donald Trump bleibt einen Fahrplan schuldig. Und während es bisher nur ein Abwarten der Anleger ist, könnte sich daraus Verunsicherung entwickeln, sollte es nicht bald eine klarere Washingtoner Marschrichtung geben. Noch ist der Polit-Neuling nicht vereidigt, erst am 20. Januar ist es soweit. Doch während sein außenpolitischer Kurs schon Form annimmt, ist es um stillgeworden um die Ressorts Wirtschaft, Handel und Finanzen.

Starke Gewinne und abgewehrte Verluste
Hambrecht-Familie
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Zu den Gewinnern am Markt gehört Stefan Hambrecht, der Sohn des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und heutige Aufsichtsratschef des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht (zu sehen im Bild). Stefan Hambrecht kaufte am 15. Januar BASF-Aktien im Wert von 62.436 Euro. Kurz darauf legte der Kurs ordentlich zu, so dass er nun einen Gewinnzuwachs in Höhe von 49,01 Prozent verbuchen kann.

Quelle: Fifam

Erwin Faust
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Ebenfalls einen guten Riecher hat der Finanzvorstand der im MDax notierten Aurubis AG, Erwin Faust, bewiesen. Zusammen mit Stefan Boel (Vorstand Business Unit Kupferprodukte) und Fritz Vahrenholt (Aufsichtsratsmitglied) kaufte der studierte Wirtschaftswissenschaftler zwischen dem 29. Januar und 01. Februar für 334.844 Euro Wertpapiere des global führenden Kupferproduzenten und -wiederverwerters. Anschließend ging es mit dem Kurs steil bergauf, sodass Faust einen Gewinn von plus 49,91 Prozent verzeichnen kann.

Markus Steilemann
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Seit 2015 ist Dr. Markus Steilemann bei der Bayer-Tochter Covestro für den Bereich Innovation verantwortlich. Im vergangenen Jahr wurde ihm beim Fertiger und Entwickler von Werkstoffen wie Lacke sowie Kleb- und Dichtstoffsystemen zudem die Leitung des Segments Polyurethanes anvertraut. Dafür bedankte sich der 46-Jährige am 29. Juli mit einem Kauf von Aktien im Wert von 124.887 Euro. Im MDax verlief es für das Unternehmen in der Folgezeit sehr gut, sodass sich Steilemann zusätzlich über einen Gewinn in Höhe von plus 53,93 Prozent freuen darf.

Eckart Sünner (r.)
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Dr. Eckart Sünner ist arbeitet als selbstständiger Rechtsanwalt und ist seit 2007 ein Teil des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG. Der aus der Siemens AG hervorgegangene Halbleiterhersteller ist seit September 2009 im Dax notiert. Am 10. Februar erwarb Sünner Wertpapiere im Wert von 110.300 Euro und darf nun einen satten Gewinnsprung von plus 61,01 Prozent verbuchen.

Matthias Zachert
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Matthias Zachert ist einer der medienpräsentesten Manager des vergangenen Jahres und seit April 2014 Vorstandsvorsitzender der Lanxess AG. Der Spezialchemie-Konzern ist mit mehr als 91 Millionen Aktien im MDax vertreten. Der Vorstand wird durch Michael Pontzen, Dr. Rainier van Roessel und Dr. Hubert Fink komplettiert. Gemeinsam erwarben sie am 18. Januar Aktien des eigenen Unternehmens im Wert von 719.090 Euro. Anschließend folgte ein unglaubliches Plus von 76,68 Prozent.

John-Leonard Stephenson
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Es geht allerdings auch andersherum. Manager, die Gewinner sind, obwohl sie keine Gewinne erzielt haben. John-Leonard Stephenson ist beispielsweise der COO der Norma Group. Am 11. August verkaufte der Manager seinen Anteil der Wertpapiere des im MDax notierten Marktführers für Verbindungstechnik im Wert von 223.120 Euro und schützte sich damit vor einem weiteren Wertverlust von minus 20,18 Prozent.

Ralf Schremper
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Ein richtiges Gespür hat auch der Chefstratege der Pro Sieben Sat 1 Media SE, Dr. Ralf Schemper, bewiesen. Der Medienkonzern ist Ende März aus dem MDax in den Dax aufgestiegen. Noch zu Beginn desselben Monats verkauften er sowie Dr. Gunnar Weidenfels (Finanzvorstand), Antoinette Aris , Rolf Nonnenmacher, Erik Adrianus Hubertus Huggers und Adam Cahan (alle Aufsichtsratsmitglieder) ihre Aktien im Wert von 3.702.523 Euro und bewahrten sich somit vor einem Verlust von minus 21,06 Prozent.

Der Druck auf den Kursen ist vor allem deswegen so hoch, weil die Märkte mit einer Aktienrally in Vorleistung gegangen sind. Vor allem die Wall Street kann nach dem Wahlsieg des vorher als Börsenschreck gehandelten Trump nur noch eine Richtung. So, als ob der Wirtschaftsboom schon sicher wäre. In der vergangenen Woche erklomm der Dow-Jones-Index erstmals in seiner Geschichte die 20.000-Punkte-Marke. Nach einem wochenlangen Anlauf war dem Weltleitindex der Sprung gelungen, doch konnte er den Meilenstein weder halten, noch passieren.

Gute Konjunkturdaten haben im bisherigen Jahr noch nicht ausgereicht, es braucht nun die Blaupausen aus dem Weißen Haus. Sollte sich der erwartete Aufschwung als bloßes Wunschdenken entpuppen – die Maßnahmen dafür nicht als ausreichend empfunden werden –, ist die Gefahr gegeben für Rückschläge. Es besteht das Risiko, dass sich das Parkettvolk zu früh gefreut hat.

Anleger seien von der ersten Pressekonferenz Donald Trumps seit seiner Wahl zum US-Präsidenten enttäuscht, sagte BayernLB-Analyst Norbert Wuthe. „Infrastrukturmaßnahmen, Deregulierung, Steuerreform und so weiter - nahezu keine der vielen im Wahlkampf geäußerten Ideen zur Stimulierung der Wirtschaft fanden mehr Erwähnung.“ Michael McCarthy, Chef-Anlagestratege des Online-Brokers CMC Markets, kritisierte Trumps erneute Androhung von Strafzöllen auf Billig-Importe und von Sondersteuern für US-Firmen, die Produktion ins Ausland verlagern. „Jeder Wirtschaftsstudent im ersten Semester erkennt den Widerspruch, auf der einen Seite neue Jobs zu versprechen und auf der anderen Seite Handelsbarrieren aufzubauen.“

Der gute und der böse Trump
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1 Kommentar zu "Börse Frankfurt: Trump drückt Dax ins dicke Minus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

    Herr Peter Spiegel11.01.2017, 16:13 Uhr
    Obama hat in Nazi-Deutschland Asyl beantragt. Kim Jong-un hat es genehmigt.

    Herr Peter Spiegel11.01.2017, 16:34 Uhr
    Nazi-Krankenkasse plant Lager für adipöse Menschen in Nord-Korea.

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