Börse Frankfurt
Trump-Frust verdirbt Dax-Anlegern die Laune

Die Auswirkungen der gescheiterten US-Gesundheitsreform haben den deutschen Aktienmarkt erreicht. Trumps Image als Wachstumsguru bröckelt. Vor diesem Hintergrund flüchteten einige Investoren in „sichere Häfen“.
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FrankfurtDie Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Montag angesichts eines schwindenden Vertrauens in Donald Trumps politische Durchsetzungsfähigkeit vorsichtig geworden. Der Dax verlor bis zum Handelsschluss 0,6 Prozent auf 11 996 Punkte. Damit rutschte das Börsenbarometer wieder knapp unter die viel beachtete 12 000-Punkte-Marke. Auch ein besser als erwartet ausgefallenes Ifo-Geschäftsklima änderte kaum etwas an der trüben Stimmung.

Für den Index der mittelgroßen Unternehmen MDax ging es um 0,8 Prozent auf 23 357 Zähler bergab und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,6 Prozent auf 1991 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 verlor 0,3 Prozent.

Nach dem Scheitern der Gesundheitsreform des US-Präsidenten nehme das Unbehagen der Anleger zu, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Da Trumps Versprechen die Börsenrally der vergangenen Monate ausgelöst hätten, „könnte die Trump-Blase schnell platzen, sollten nicht bald Resultate folgen“.

„Trumps Image als Wachstumsguru bröckelt“, erklärte LBBW-Analyst Clemens Bundschuh. Für die Kapitalmärkte sei der Misserfolg in der Gesundheitspolitik mal abgesehen von der Pharmabranche zwar von untergeordneter Bedeutung. Doch habe das Vorhaben als Test für die politische Durchschlagskraft Trumps gegolten, die für konjunkturbeeinflussende Vorhaben wie die geplante Steuerreform nun einmal entscheidend sei.

Trumps nächstes Vorhaben dürfte noch schwerer durchzubringen sein, denn bei der Steuerreform müssen noch mehr Interessen unter einen Hut gebracht werden als bei der Gesundheitsreform.

Im Dax sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. Die Aktien des Versorgers RWE gehörten mit minus 2,5 Prozent zu den größten Verlierern. Die anstehende Kapitalmarktveranstaltung dürfte bestätigen, dass der Spielraum für Dividendenzahlungen ohne Berücksichtigung der Ökostrom-Tochter Innogy begrenzt sei, begründete Javier Garrido von der US-Bank JPMorgan die Streichung seiner Kaufempfehlung.

Die Anteilseigner des Softwareherstellers SAP mussten Verluste von 1,6 Prozent verkraften. UBS-Analyst Michael Briest begründete sein gestrichenes Kaufvotum mit einem begrenzten Kurspotenzial. Bei der Lufthansa drückte eine weiter negative Einschätzung der US-Bank Merrill Lynch auf die Stimmung - deren Experte Mark Manduca hält das Preisniveau der größten deutschen Fluggesellschaft strukturell für nicht wettbewerbsfähig. Die Aktien büßten 1,4 Prozent ein.

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Kupferpreis fällt um zwei Prozent

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  • Der Dax, das ist der tierische Zombi aus Deutschland, wer braucht das ?

  • ............es muß jetzt......oder bald geliefert werden.....diese Entwicklungen fordern eine Entscheidung....und so kann weiter geredet werden.....wie ein Wasserfall......

  • Der Autor spricht von einer "Trump Pleite". Das ist faszinierend und zeigt wieweit die Qualitätsmedien bewusst Meinungen zu generieren suchen.

    Soweit mir bekannt hat die Trump Administration einen Gesetzesentwurf zur Krankenversicherung in den Kongress (Parlament) eingebracht und diesen aufgrund einer erwarteten Ablehnung zurückgezogen. Soweit mir weiter bekannt beginnt jetzt ein Prozess in dem sich die unterschiedlichen Interessen der Abgeordneten einbringen, Abgeordnete mit Versprechungen und Drohungen für eine Lösung weich geknetet werden. Trump hat meines Wissens noch 3 3/4 Jahre um ein neues Gesetz zur Krankenversicherung mit dem Kongress zu verabschieden.

    Hintergrund: In Deutschland stimmen die Abgeordneten nach Parteizugehörigkeit ab. Im Grunde könnte man auf das Parlament verzichten und die Parteiführer die entsprechenden Stimmprozente einbringen. In den USA sind die Abgeordneten ihrem Gewissen und Interessen verpflichtet. Die Partei kommt an 2. Stelle. Das ist weniger berechenbar. Gesetze bedürfen langwieriger Abstimmungen.

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