Börse Frankfurt Trump hält den Dax in Schach

Die Unsicherheit über die künftige Wirtschaftspolitik der USA beeinflusst auch deutsche Anleger. Sie zeigen sich am Dienstag abwartend. Der Dax schließt leicht im Minus. Finanzwerte geraten unter Druck.
Update: 10.01.2017 - 18:21 Uhr Kommentieren

Der Dax tut sich schwer, und bekommt trotzdem gute Prognosen

FrankfurtEine mit Spannung erwartete Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat viele Anleger am Dienstag von Engagements an den Finanzmärkten abgehalten. Der Dax schloss 0,2 Prozent im Plus bei 11.583 Punkten und der EuroStoxx50 stagnierte bei 3.308 Zählern. An der Wall Street gewannen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 bis zu 0,5 Prozent. Der Euro notierte kaum verändert bei 1,0579 Dollar. Börsianer hoffen, dass Trump rund eine Woche vor seiner Amtseinführung Details seines Konjunkturprogramms nennt. Bislang sind keine Details seiner Wirtschaftspolitik bekannt, erwartet werden Steuersenkungen und Erleichterungen bei der Bankenregulierung.

„Der Markt ist zunehmend nervös wegen Trumps Pressekonferenz“, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. „Für den Devisenmarkt ist besonders wichtig, welche Pläne er für die Handelspolitik, für das Verhältnis zu China hat.“ Im Wahlkampf hatte sich der Immobilien-Mogul für Strafzölle auf Billig-Importe stark gemacht. Wegen Spekulationen auf einen Trump-Boom haben Dax und EuroStoxx50 seit der Wahl Anfang November jeweils etwa zehn Prozent zugelegt.

Mit diesen Aktien machten Anleger 2016 Kasse

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
Xetra

+0,15 +1,20%
+12,94€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
1 von 30

Platz 30: Commerzbank:

Deutschlands zweitgrößte Privatbank leidet wie andere Institute auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen – 24,3 Prozent Anschlag bedeuten den letzten Platz im Dax-Jahresranking. Mit einem Spar- und Schrumpfkurs und radikalen Umbau will der seit Mai amtierende neue Vorstandschef Martin Zielke das Institut auf Kurs bringen.

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
Xetra

+0,34 +2,60%
+13,25€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
2 von 30

Platz 29: Deutsche Bank

Investoren sind schlechte Nachrichten von der Deutschen Bank gewöhnt. Zwar stabilisierte sich die Aktie im vierten Quartal, insgesamt war es aber ein Jahr zum Vergessen. Zwischenzeitlich rutschten die Papiere sogar unter die Marke von zehn Euro. Für das Jahr 2016 bleibt ein Minus von 23,4 Prozent. Vorstandschef John Cryan ist jetzt mehr denn je gefordert.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
Xetra

-0,13 -0,41%
+31,34€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
3 von 30

Platz 28: ProSieben Sat 1

Nach dem Dax-Aufstieg im März 2016 war die Luft bei den Papieren des Medienkonzerns raus. Gegen Jahresende gerieten die Aktien nach einer Kapitalerhöhung dann richtig unter Druck. Zur Ehrenrettung ist zu sagen, dass sich die gesamte Branche im Jahr 2016 schlechter als der Gesamtmarkt entwickelte. Unterm Strich bleibt ein Minus von 21,7 Prozent.

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
Xetra

-1,00 -0,43%
+229,30€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
4 von 30

Platz 27: Continental

Auch hinter dem Automobilzulieferer liegt ein turbulentes Jahr. Die Aktie notiert noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau bei 183,70. Auf Jahressicht allerdings verloren die Papiere 17,9 Prozent an Wert.

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
Xetra

+0,22 +0,82%
+26,98€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
5 von 30

Platz 26: Lufthansa

Der scheinbar nie enden wollende Tarifkonflikt setzt dem Kranich immer mehr zu. Der Imageschaden ist enorm – und auch an der Börse ging es in diesem Jahr bergab. Lufthansa-Papiere notieren nur noch bei 12,27 Euro und damit 15,8 Prozent tiefer als noch zu Jahresbeginn.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
Xetra

-0,02 -0,27%
+8,12€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
6 von 30

Platz 25: Eon

Der Energieriese blickt erneut auf ein tristes Jahr zurück. Die Aufspaltung brachte nicht den gewünschten Auftrieb. Auf Jahressicht hat der Versorger circa 15 Prozent seines Börsenwerts verloren.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
Xetra

-0,26 -0,26%
+98,27€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
7 von 30

Platz 24: Bayer

Die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto war eines der Kernthemen des vergangenen Jahres. Letztlich zahlen die Leverkusener 128 US-Dollar pro Monsanto-Aktie. Die Aktionäre versetzte das nicht in Jubelstimmung. Der Chemieriese verlor fast 15 Prozent an Börsenwert.

Das Pfund Sterling fiel auf ein Zweieinhalb-Monats-Tief von 1,2106 Dollar. Auslöser der Verkäufe waren Äußerungen der Premierministerin Theresa May, in denen sie einen „harten“ Brexit, bei dem ihr Land den Zugang zum EU-Binnenmarkt verliert, nicht ausschloss. „Der Brexit wird offiziell im März beantragt und dies ist nur ein Vorgeschmack“, sagte Anlagestratege Martin van Vliet von der ING Bank. „Und es ruft andere Risiken wie die anstehenden Wahlen in Frankreich in Erinnerung.“ Dort kann sich Marine Le Pen, Chefin des rechtsextremen Front National, Hoffnungen auf einen Einzug in die Stichwahl um das Amt des französischen Präsidenten machen.

Vor diesem Hintergrund liefen einige Anleger sichere Häfen an: Die gestiegene Nachfrage nach Bundesanleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf bis zu 0,267 von 0,285 Prozent. Die Antikrisen-Währung Gold kletterte um bis zu 0,8 Prozent auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 1190,46 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Starke Gewinne und abgewehrte Verluste
Hambrecht-Familie
1 von 10

Zu den Gewinnern am Markt gehört Stefan Hambrecht, der Sohn des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und heutige Aufsichtsratschef des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht (zu sehen im Bild). Stefan Hambrecht kaufte am 15. Januar BASF-Aktien im Wert von 62.436 Euro. Kurz darauf legte der Kurs ordentlich zu, so dass er nun einen Gewinnzuwachs in Höhe von 49,01 Prozent verbuchen kann.

Quelle: Fifam

Erwin Faust
2 von 10

Ebenfalls einen guten Riecher hat der Finanzvorstand der im MDax notierten Aurubis AG, Erwin Faust, bewiesen. Zusammen mit Stefan Boel (Vorstand Business Unit Kupferprodukte) und Fritz Vahrenholt (Aufsichtsratsmitglied) kaufte der studierte Wirtschaftswissenschaftler zwischen dem 29. Januar und 01. Februar für 334.844 Euro Wertpapiere des global führenden Kupferproduzenten und -wiederverwerters. Anschließend ging es mit dem Kurs steil bergauf, sodass Faust einen Gewinn von plus 49,91 Prozent verzeichnen kann.

Markus Steilemann
3 von 10

Seit 2015 ist Dr. Markus Steilemann bei der Bayer-Tochter Covestro für den Bereich Innovation verantwortlich. Im vergangenen Jahr wurde ihm beim Fertiger und Entwickler von Werkstoffen wie Lacke sowie Kleb- und Dichtstoffsystemen zudem die Leitung des Segments Polyurethanes anvertraut. Dafür bedankte sich der 46-Jährige am 29. Juli mit einem Kauf von Aktien im Wert von 124.887 Euro. Im MDax verlief es für das Unternehmen in der Folgezeit sehr gut, sodass sich Steilemann zusätzlich über einen Gewinn in Höhe von plus 53,93 Prozent freuen darf.

Eckart Sünner (r.)
4 von 10

Dr. Eckart Sünner ist arbeitet als selbstständiger Rechtsanwalt und ist seit 2007 ein Teil des Aufsichtsrats der Infineon Technologies AG. Der aus der Siemens AG hervorgegangene Halbleiterhersteller ist seit September 2009 im Dax notiert. Am 10. Februar erwarb Sünner Wertpapiere im Wert von 110.300 Euro und darf nun einen satten Gewinnsprung von plus 61,01 Prozent verbuchen.

Matthias Zachert
5 von 10

Matthias Zachert ist einer der medienpräsentesten Manager des vergangenen Jahres und seit April 2014 Vorstandsvorsitzender der Lanxess AG. Der Spezialchemie-Konzern ist mit mehr als 91 Millionen Aktien im MDax vertreten. Der Vorstand wird durch Michael Pontzen, Dr. Rainier van Roessel und Dr. Hubert Fink komplettiert. Gemeinsam erwarben sie am 18. Januar Aktien des eigenen Unternehmens im Wert von 719.090 Euro. Anschließend folgte ein unglaubliches Plus von 76,68 Prozent.

John-Leonard Stephenson
6 von 10

Es geht allerdings auch andersherum. Manager, die Gewinner sind, obwohl sie keine Gewinne erzielt haben. John-Leonard Stephenson ist beispielsweise der COO der Norma Group. Am 11. August verkaufte der Manager seinen Anteil der Wertpapiere des im MDax notierten Marktführers für Verbindungstechnik im Wert von 223.120 Euro und schützte sich damit vor einem weiteren Wertverlust von minus 20,18 Prozent.

Ralf Schremper
7 von 10

Ein richtiges Gespür hat auch der Chefstratege der Pro Sieben Sat 1 Media SE, Dr. Ralf Schemper, bewiesen. Der Medienkonzern ist Ende März aus dem MDax in den Dax aufgestiegen. Noch zu Beginn desselben Monats verkauften er sowie Dr. Gunnar Weidenfels (Finanzvorstand), Antoinette Aris , Rolf Nonnenmacher, Erik Adrianus Hubertus Huggers und Adam Cahan (alle Aufsichtsratsmitglieder) ihre Aktien im Wert von 3.702.523 Euro und bewahrten sich somit vor einem Verlust von minus 21,06 Prozent.

Unterdessen baute der Ölpreis seine Verluste vom Montag aus. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um ein Prozent auf 54,45 Dollar je Barrel (159 Liter). Investoren bezweifeln, dass sich alle Mitglieder des Exportkartells Opec an die vereinbarten Förderkürzungen halten. Gleichzeitig spekulieren sie darauf, dass dank des Ölpreis-Anstiegs der vergangenen Monate wieder mehr Öl aus Nordamerika auf den Weltmarkt drängt.

Deutsche Bank auf Talfahrt
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