Börse Frankfurt: Überraschende Rally – Dax springt um mehr als 150 Punkte

Börse Frankfurt
Überraschende Rally – Dax springt um mehr als 150 Punkte

Am ersten Handelstag des neuen Monats geht es an der Börse weiter turbulent zu. Am Vormittag fiel der Dax noch unter 5 900 Punkte, erholte sich dann aber schnell. Zum Handelsschluss notiert der Leitindex bei 6 084 Punkten, ein Plus von 2,7 Prozent. Ein Hedge-Fonds-Manager warnt jedoch vor einem Crash.
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HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der Dax hat seine Schwäche aus dem frühen Handel überwunden. Am Vormittag war der Index bis auf 5 876 Punkten gefallen, anschließend rappelte er sich, nach guten Konjunkturdaten aus China, wieder auf. Am Nachmittag gaben neue US-Konjunkturdaten weiteren Auftrieb: Zum Schluss stand ein Plus von 2,68 Prozent auf 6 083 zu Buche.

Der MDax legte mit einem Aufschlag von 2,98 Prozent auf 8 392 Punkte sogar noch deutlicher zu. Für den TecDax ging es um 2,34 Prozent auf 759 Punkte nach oben.

Chefhändler Oliver Roth von Close Brothers Seydler verwies darauf, dass beispielsweise Terminkontrakte auf deutsche Staatsanleihen am Mittwoch deutlich verkauft worden seien. "Das deutet darauf hin, dass zur Zeit einige ihre Anleihen abstoßen und stattdessen in den Aktienmarkt gehen", sagte Roth.

Joachim Goldberg, Geschäftsführer bei Cognitrend, stellte jedoch in Aussicht, dass die Konsolidierung im Bereich von 5 600 bis 6 400 Punkten weitergehen dürfte. Letztendlich sei aber mit einem Ausbruch nach oben zu rechnen, wenn eine zweite Rezession ausbleiben werde. Schließlich seien Aktien aus dem Anlagenotstand heraus langfristig am erfolgversprechendsten, so der Experte.

US-Einkaufsmanagerindex der Industrie überraschend gestiegen

Die Erholung der US-Industrie hat im August überraschend an Fahrt gewonnen. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg auf 56,3 von 55,5 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilt. Experten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 53,0 Punkte gerechnet. Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert. Die Firmen erhielten zwar abermals mehr Aufträge als im Vormonat, das Wachstum fiel jedoch etwas geringer aus als im Juli. Dafür stellten die Unternehmen mehr ein.

Zuletzt hatten eher enttäuschende Konjunkturdaten an den Finanzmärkten Sorgen geschürt, dass die Erholung der weltgrößten Volkswirt deutlich an Fahrt verliert. Pessimisten fürchten sogar den Rückfall in die Rezession.

Eher durchwachsende Konjunktursignale kamen vom Arbeitsmarkt und von der Immobilienbranche. Denn die US-Privatwirtschaft baute im August überraschend wieder Stellen ab. Nach einer Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP verringerte sich die Zahl der Jobs in der Privatwirtschaft um 10.000. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Plus von 19.000 gerechnet. Das ist der erste Rückgang seit Januar.

Zugleich revidierten die Experten die Zahl für Juli kräftig nach unten: Im vergangenen Monat wurden 37.000 neue Arbeitsplätze eingerichtet, nachdem zunächst von einem Plus von 42.000 die Rede war. Fachleute blicken nun mit Spannung auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht für August, der Freitag ansteht.

Am Häusermarkt zeigte sich die Zurückhaltung der Amerikaner: Die Bauausgaben sanken im Juli um ein Prozent und somit doppelt so stark wie erwartet. Damit erreichten die Ausgaben nach Angaben des US-Handelsministeriums aufs Jahr hochgerechnet eine Summe von 805,2 Milliarden Euro. Dies sei das niedrigste Niveau seit Juli 2000, hieß es.

Aber: Der Markt unterschätzt die Wahrscheinlichkeit für einen Absturz, sagt Russell Abrams, Gründer des Hedge-Fonds Titan Capital Group, in einem Interview mit Bloomberg News. Seiner Meinung nach zeichnen die Entwicklungen bei Treasuries, deutschen Staatsanleihen und dem japanischen Yen ein düstereres Bild vom weiteren Verlauf der Wirtschaft als der US-Aktienmarkt vorwegnimmt. "Sie zeigen ein viel gefährlicheres Umfeld an als das, woran Aktieninvestoren glauben", sagte Abrams. Der Hedgefonds aus New York, der rund 400 Mill. Dollar managt, hat seine Wetten auf extreme Marktbewegungen erhöht.

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  • Trotzdem traue ich dieser Entwicklung nicht.
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    Wenn es nicht mehr ALS normaler Ablauf sich zeigt an der börse dann eben zurückhaltung der investitionen an der börse.
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    Man ist noch mehr verunsichert trotz steigende Kurse!
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    AUF EiNMAL iST ALLES WiEDER iM LOT MiT DER USA UND DAZUGEHÖRiGEN KOMPONENTE WiE iMObiLiEN.
    .
    Den Daten aus USA traue ich nicht.

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