Börse Frankfurt
Ukraine-Krise lässt Dax abstürzen

Die Bären schienen gezähmt, doch plötzlich kippte die Stimmung: Meldungen über ein Gefecht in der Ukraine schreckten die Anleger auf. In der letzten Handelsstunde verlor der Dax 250 Punkte.
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FrankfurtDie Ukraine-Krise hat den Dax kurz vor Handelsschluss in Aufruhr versetzt. Ukrainische Soldaten sollen in der Ukraine einen russischen Militärkonvoi zerstört haben. In einem bis dahin starken Handel verlor der Leitindex innerhalb einiger Minuten knapp 200 Punkte. Am Ende fielen drei Hundertermarken. Der Dax schloss in Frankfurt 1,4 Prozent schwächer bei 9092 Punkten. Damit wurde auch das souveräne Wochenplus von knapp drei Prozent hinfällig.

Ukrainische Truppen haben nach Militärangaben eine russische Fahrzeugkolonne auf ukrainischem Boden angegriffen. Teile des Konvois mit gepanzerten Fahrzeugen seien zerstört worden, sagte ein Sprecher der ukrainischen Armee am Freitag. „Das lässt die Nervosität der Anleger schlagartig wieder aufleben“, sagte ein Börsianer.

Morgendliche Berichte über schwere russische Militärfahrzeuge im ukrainischen Grenzgebiet hatten sich zwar bestätigt, die Märkte bis zum Nachmittag aber nicht verunsichern können. In der unübersichtlichen Lage hatten Händler aber auch gewarnt, dass es jederzeit zu einem Zwischenfall kommen könnte. Die Stimmung kippte auch an den anderen europäischen Börsen und an der Wall Street.

Die bis dahin positive Marktdynamik hatten Händler auch mit den beschwichtigenden Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putins begründet. Seine aktuelle Versicherung, weiteres Blutvergießen zu verhindern, stand nun aber im Gegensatz zu den russischen Interventionen im Grenzgebiet. Dies lies die Anleger am späten Nachmittag aufschrecken.

In der zweiten Reihe drehten die Indizes ebenfalls. Die Nebenwerte im MDax verloren 0,6 Prozent auf 15.655 Zähler. Der TecDax sackte 1,2 Prozent ab auf 1189 Punkte. Der Leitindex der Euro-Zone, der Euro-Stoxx-50 ging mit einem Abschlag von 0,8 Prozent und 3033 Punkten aus dem Handel.

Bis zum Nachmittag hatten Spekulationen um die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte bei Laune gehalten. Laut eines Händlers hoffe so mancher Börsianer nach den schwachen Zahlen zur Euro-Konjunktur auf eine Antwort der EZB in Form von weiteren Geldspritzen. Am Vortag hatte die Meldung von einem geschrumpften Bruttoinlandsprodukt in Deutschland die Märkte überrascht. Auch in Frankreich und Italien gab es im zweiten Jahresquartal kein Wachstum.

Auch an der Wall Street verdunkelte sich die Stimmung dann aber rasch. Bis dato hatte sich nach gemischten Konjunkturdaten eine positive Sicht der Wirtschaft durchgesetzt. Doch der Zwischenfall in der Ukraine lies den Dow-Jones-Index ins leichte Minus drehen. Er lief zum Frankfurt Handelsschluss 0,3 Prozent leichter bei 16.663 Punkten.

Die US-Industrie hatte ihre Produktion im Juni stärker als erwartet gesteigert. Der Ausstoß legte um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Insbesondere die Fertigung von Fahrzeugen und Autoteilen zog an. Auch der Empire State Index, der die wirtschaftliche Entwicklung in New York misst, fand als Frühindikator Beachtung. Nach 14,7 Punkten stieg der Index im August auf 25,6 Punkte. Erwartet worden war er um die 20 Punkte. Der Konsumklima-Index der Uni Michigan dagegen fiel überraschend schwach aus. Ökonomen hatten mit einer besseren Verbraucherstimmung im August gerechnet.

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  • Die Spekulanten sind in Panikstimmung
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    Der Dax ist gefallen. Sie reagieren darauf mit Schnappatmung. Nachts wachen sie schweißgebadet auf und denken schon an Suizid.
    Müssen sie sich morgen an der Tafel/Suppenküche anstellen?
    Arme Spekulanten.
    Aber mein Mitleid für sie hält sich in Grenzen.

  • Und wieder holen sich die Bullen blutige Nasen.Manche lernen es nie.

  • Oh Gott, was hat der Namensdieb denn für einen PC???
    Einen Atari???
    Es geht doch weiter runter,Tief 9042.5,er weiss natürlich nicht das die Xetrageschäfte durch Futureverkauf gehedget werden.
    Aber jetzt aufpassen,Schattenmarkt,da fühl ich mich am wohlsten, ist schon merkwürdig.....

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