Börse Frankfurt
Ukraine-Krise zieht den Dax ins Minus

Eine Handelsblatt-Meldung über die Deutschen Bank und die Furcht, dass sich die Ukraine-Krise weiter zuspitzt, schickten den Dax auf Talfahrt. Der Leitindex verlor 1,5 Prozent. Die Nervosität der Anleger steigt.
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FrankfurtDie Angst vor einer militärischen Eskalation der Ukraine-Krise sowie Spekulationen über eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank haben den Dax am Freitag ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex verlor am Nachmittag 1,5 Prozent und schloss bei 9401 Zähler.
Ein russisches Militärmanöver an der Grenze zur Ukraine schürte bereits am Morgen die Sorgen vor einem Einmarsch in das Land. Für schlechte Stimmung an den Märkten sorgte auch die Äußerung vom ukrainischen Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk, der sagte, Russland wolle den Dritten Weltkrieg anzetteln.

Die Investoren haben sich verstärkt aus europäischen Aktien zurückgezogen. Sie schichteten ihr Geld in als sicher geltende Anlagen wie Gold oder Staatsanleihen um. Steen Jakobsen, Chef-Ökonom der Saxo Bank, glaubt, dass viele von ihnen dennoch auf eine diplomatische Lösung setzten, obwohl sich die Krise stündlich verschärfe und beide Seiten Vereinbarungen wiederholt gebrochen hätten.

Neben dem Dax verlor auch der Index europäischer Werte EuroStoxx 50, mehr als Prozent und schloss bei 3148 Punkte. Im Gegenzug stiegen die beiden Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, zeitweise um knapp neun Prozent. An Beliebtheit gewannen dagegen Staatsanleihen: Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, gewann 43 Ticks auf 144,35 Punkte. Auch in Edelmetalle flüchteten sich die Investoren: Gold verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1302,10 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Für Tumult sorgte auch die Entscheidung der russischen Notenbank, die Leitzinsen zu erhöhen. Die Bank begründete es mit hohen Inflationsrisiken und einem schwachen Rubel. An den russischen Aktienmärkten gab es Kursverluste: Der MICEX-Index, dessen Werte in Rubel notiert sind, fiel um bis zu 1,7 Prozent. Der auf Dollar lautende Index gab 2,1 Prozent nach. Beim Rubel sorgte die Herunterstufung der Kreditwürdigkeit Russlands für einen Kursrutsch.

Angesichts der massiven Kapitalflucht bewertet die Rating-Agentur S&P die Kreditfähigkeit des Landes in Auslandswährungen nun mit der schlechteren Note BBB/A-2 statt mit BBB-/A-3. Für das Schwellenland wird es daher tendenziell schwieriger, sich bei ausländischen Gläubigern Geld zu leihen. Ein Dollar notierte in der Spitze bei 36,01 Rubel nach 35,76 Rubel im Schlussgeschäft des Vortages.

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  • "Steen Jakobsen, Chef-Ökonom der Saxo Bank, glaubt, dass viele von ihnen dennoch auf eine diplomatische Lösung setzten, obwohl sich die Krise stündlich verschärfe und beide Seiten Vereinbarungen wiederholt gebrochen hätten."

    Putin kalkuliert die Eskalation um sich bei Verhandlungen im schlimmsten Fall eine bessere Ausgangslage zu verschaffen. Er wird nicht in die Ost-Ukraine einmarschieren, weil er ganz genau weiß, dass die Konsequenz für ihn in diesem Fall härteste Wirtschaftsanktionen ohne Rücksicht auf deutsche Interessen lauten wird. Dass Putin so etwas als russischer Präsident längere Zeit im Amt halten wird, ist zu bezweifeln. Ohne Geld und Möglichkeit gegen Devisen - sei es RMB oder Dollar - im Ausland hergestellte kritische Güter wie Medikamente und Nahrungsmittel werden die russischen Oligarchen, die Wirtschaft und auch das Volk nur begrenzt mitmachen. Das geht vielleicht noch die ersten paar Monate gut, aber wenn man im Winter bestimmte Nahrungsmittel knapp werden, dann ist man vielleicht nicht mehr ganz so zufrieden. Aber besonders die Oligarchen werden irgendwann murren, wenn der Geldsegen plötzlich versiegt... zieht er gegen die Ukraine in den Krieg, ist das für Putin potenziell existenzbedrohend.


  • (Kurzfristig) fallende Kurse sind die schönsten.

  • Die Überheblichen fallen am schönsten.

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