Börse Frankfurt
Und plötzlich kam der Dax-Knick

Der Leitindex pendelte den Tag über zwischen Minus und Plus. Am späten Nachmittag rutschte der Dax jedoch tief ins Minus. Immer mehr Börsianer zweifeln bereits an einer Jahresendrally. Dafür gibt es den Jahresendrutsch.
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FrankfurtVon wegen Jahresendrally: Der Dax rutschte am Montag kräftig ab und ging 2,7 Prozent schwächer bei 9.334 Punkten aus dem Handel. Damit geht die schnelle Talfahrt des Leitindexes weiter: Der Dax verlor in der Vorwoche 4,9 Prozent – so viel wie zuletzt vor drei Jahren.

Börsianer gehen davon aus, dass der negative Trend noch anhalten könnte. Da sich die Nachrichtenlage nicht wirklich gebessert habe, müsse mit weiteren Kursverlusten gerechnet werden. Mit Sorge blickten Anleger vor allem auf China, nachdem die dortige Notenbank am Wochenende einen zurückhaltenden Ausblick auf die heimische Konjunktur 2015 geliefert hatte – und ein schwaches China deutet auf eine schwache Weltwirtschaft. Außerdem trübte sich die Stimmung der japanischen Unternehmen ein. Am Nachmittag kam noch Gegenwind von einem überraschenden Rückgang beim New York Empire State Index USA im Dezember.

Daher stellten sich einige Investoren die Frage, ob der Ölpreis-Verfall der vergangenen Monate wirklich dem Überangebot geschuldet sei. Stattdessen gebe es „vielleicht doch ein Nachfrageproblem“, betonten die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar.

Hoffen auf die Notenbank

Manche Anleger hofften, dass der am Mittwoch erwartete Zinsentscheid der US-Notenbank dem Markt eine neue Richtung weisen könnte. Einen Jahresendspurt erwarteten aber die wenigsten. Mit Spannung achten die Investoren vor allem darauf, ob die US-Notenbanker den Passus „Niedrigzinsen für eine längere Zeit“ in ihrer Erklärung streichen werden. Damit würden sie nach Darstellung der NordLB andeuten, dass als nächster Schritt im Grunde eine erste Zinsanhebung anstehen würde, vermutlich etwa ein halbes Jahr später.

„Das BIP-Wachstum war im zweiten und dritten Quartal 2014 zusammen so hoch wie seit 2003 nicht mehr, die Stimmung im Unternehmensbereich ist prächtig, auf dem Arbeitsmarkt macht sich eine starke Aufhellung bemerkbar“, stellte die NordLB fest. Experten von Goldman Sachs, Citi und Bank of America/Merrill Lynch gingen Ende der Woche davon aus, dass die Formulierung entfallen wird. Auch die Commerzbank geht in ihrem Wochenausblick davon aus, dass die Fed ihr Nullzinsversprechen kassieren wird. Die Zinswende könnte einige Anleger auf falschem Fuß erwischen: Die Zinserhöhung werde laut der Commerzbank 2015 beginnen und schneller erfolgen, als es die Marktteilnehmer derzeit erwarten.

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  • Liebe HBO-Redaktion,

    ich denke, es ist alles andere als Werbung, wenn die Commerzbank (=einer Ihrer wichtigsten Werbepartner) den ganzen Tag schon keine Derivate handeln/bepreisen kann, weil es laut deren Webseite "einen Ausfall des Handelssystems" gab.

    Da kann man nur hoffen, dass die Prospekte wasserdicht sind, sonst hagelt es Klagen.

    Für mich heisst das "Augen auf beim Commerzbank-Produktkauf" oder eben ganz seinlassen.

    Ihnen eine schöne Adventszeit!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 230Mt Öl und auch die Vorräte im Meer sind enorm.

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