Börse Frankfurt
Dax glänzt mit fabelhaftem Endspurt

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Ungereimtheiten in den Reihen der Fed

Allerdings herrschen angesichts der schwachen Wirkung des Anleihekaufprogramms der Federal Reserve auf die US-Wirtschaft Ungereimtheiten in den Reihen der Zentralbank. Wie aus den heute früher als üblich veröffentlichten Fed-Protokollen hervorgeht, wollen die Mitglieder des Zentralbankkomitees das Anleihekaufprogramm zwar nicht sofort einstampfen. Allerdings gaben einige Zentralbanker zu Protokoll, dass sie eine Beendigung des Engagements der Fed bis Ende des Jahres fordern. Andere wiederum wollen sogar einen Rückzug der Zentralbank bis Mitte des Jahres. „Das klingt alles eher nach einem früheren Ende der ultralockeren Geldpolitik als bislang von vielen gedacht“, erklärte ein Händler.

Die Börsianer hatten zum Wirrwarr um das Fed-Engagement unterschiedliche Meinungen. Wenn die Fed die lockere Geldpolitik beenden möchte, zeige dies, dass es der US-Wirtschaft bessergehe. Damit könnte die Notenbankliquidität bald von steigenden Firmengewinnen als Treibsatz für den Aufwärtstrend an den Börsen abgelöst werden, argumentierten optimistische Händler. Bei der FOMC-Sitzung seien die jüngsten enttäuschenden Daten vom US-Arbeitsmarkt noch nicht bekannt gewesen, hielt ein anderer Händler dagegen. „Aber wie man es auch dreht und wendet, es ändert nichts daran, dass es bis auf weiteres einfach keine Alternative zu Aktienanlagen gibt“, so eine weitere Stimme.

Daimler-Aktionäre haben es auf die Dividende angesehen

In Frankfurt sorgte das überraschende Kursplus von 4,4 Prozent von Daimler kam angesichts des schwachen Jahresauftakts überraschend. Der Autobauer will aufgrund des miesen Auftaktquartals nun seine Geschäftsziele für das laufende Jahr überdenken. Zum Jahresanfang 2013 hätten sich viele Märkte negativer als gedacht entwickelt, teilte Daimler am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin mit. „Daimler wird daher seine marktbezogenen Annahmen für das laufende Jahr überprüfen und sich bei der Berichterstattung für das erste Quartal zu den Markt- und Ergebnis-Erwartungen für den Konzern und die Geschäftsfelder äußern“, teilte der Konzern mit.

Der positive Reaktion der Aktie kann auf zweierlei Weise erklärt werden. Erstens richten die Anleger mit der geplanten Korrektur des Ausblicks ihren Blick auf die Zukunft Daimlers, die angesichts neuer Modelle gut aussähe, so ein Händler in Frankfurt. Zweitens dürfte es ein Großteil der Anleger auf die morgige Dividendenausschüttung abgesehen haben. „Bei einer Dividende von 2,20 Euro je Aktie wird wohl die Ausschüttung gekauft“, sagte ein anderer Händler. Der Einstiegskurs sei günstig, immerhin haben die Aktien des Autoherstellers seit März acht Prozent an Wert verloren.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax glänzt mit fabelhaftem Endspurt"

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  • Sie haben verstanden. Nichts aber auch gar nichts kann letztendlich die zwangsläufig notwendige Schulden-Deflation (Debtdeflation) verhindern - auch nicht die Notenbanken
    (...)
    Wir haben aktuell eine gigantische Überschussliquidität. Das ist die Geldmenge, die im Vergleich zum Wachstum der realen Produktion viel zu stark angewachsen ist - und zwar ist (in den letzten ca. 20 Jahren) die Güterproduktion weltweit etwa um das Vierfache angestiegen, das Geld- und Kreditvolumen jedoch um das VIERZIGFACHE!!
    Diese Überschussliquidität muss wieder vernichtet werden, und genau das passiert bei der Schulden-Deflation (wir haben ja ein Schuldgeldsystem). Die Zentralbanken können das nicht verhindern, nur die Fallhöhe immer weiter hebeln...

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 7810?-Na ja,dafür das seit Jahresanfang vom HB täglich ein neues ATH beim DAX prognostiziert wird-einfach lächerlich!

  • Es herrscht der größte, globale Anlagenotstand in der Geschichte der Menschheit ! Die Globalisierung hat Vermögen erschaffen, die es in dieser Größenordnung noch nie gegeben hat.
    Doch die Globalisierung ist müde geworden. BRIC, Entwicklungsländer oder die "alten" Industrienationen: Die Wachstumsraten stagnieren trotz globaler Geldpumpe und Nullzinspolitik, der globale Anleihemarkt ist dauerhaft ruiniert bzw. wird von den NB allein für sich beansprucht, selbst Rohstoffe und immer mehr Immobilienmärkte erlahmen in ihrer Preisentwicklung.

    Wohin mit dem Geld ?

    Es bleiben praktisch nur noch die Aktien übrig und das Ergebnis ist ein Tag wie der heutige.

    Es gibt nun 2 Möglichkeiten: Entweder wurde endlich eine dauerhafte "Goldilocks-Economy" erfunden/entwickelt oder aber die Schere zwischen explodierenden Assetpreisen und Realeinkommen der Weltbevölkerung geht irgendwann wieder zusammen.

    Nichts spricht für Ersteres, alles für Letzteres.

    Trotz komplett enthemmter Geldpumpe (Japan !) kommt die Deflation zurück ! Gewinne sinken, Einkommen sinken, Austerität, Schulden steigen, Bonitäten sinken etc. pp

    2008/09 haben die Notenbanken uns vor dem ersten Angriff der Deflation gerettet. Der Preis war der Tod der Anleihemärkte. Kommt die Deflation zurück, müssten die NB analog beginnen, Aktien unbegrenzt aufzukaufen. Leider wäre das nicht Reflation sondern Hyperinflation...

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