Börse Frankfurt
Ungewissheit lässt Dax im Minus schließen

Wie stimmen die Schotten ab? Und sieht der weitere geldpolitische Weg der Fed aus? Auf diese Fragen hat an den Märkten keiner eine klare Antwort. Die Anleger gingen daher in Deckung, der Dax hat Verluste erlitten.
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FrankfurtWer investiert, verliert. So dürfte das heutige Credo vieler Anleger gelautet haben. Im Vorfeld des Referendums in Schottland und der Veröffentlichung der Fed-Sitzungsergebnisse war kaum ein Aktionär bereit am Marktgeschehen teilzunehmen – im Gegenteil. Einige haben sogar vorsorglich Gewinne mitgenommen. Der Dax präsentierte sich dementsprechend schwach. Am Ende ging der Leitindex mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 9633 Punkten aus dem Handel.

In der zweiten Reihe sah es noch schlechter aus. Der MDax beendete den Handel 0,5 Prozent schwächer auf 16.039 Punkten. Der TecDax schloss sogar 1,7 Prozent tiefer auf 1230 Zähler. Von einer Kapitalerhöhung geschwächte United-Internet-Aktien haben den Technologieindex belastet.

„Es gibt einfach zu viele Ereignisse in dieser Woche mit unsicherem Ausgang, da ist eine vorsichtige Haltung nur vernünftig“, sagte ein Händler. Investoren erhoffen sich von der Fed Hinweise auf den Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung. „Die Leute machen sich Sorgen, dass (Fed-Chefin Janet) Yellen über eine Zinserhöhung reden könnte“, sagte Ken Polcari, Anlagestratege bei O'Neil Securities in New York. Erste Ergebnisse werden allerdings erst morgen Abend nach Frankfurter Börsenschluss (20:00 Uhr) veröffentlicht.

Die US-Börsen zeigten sich im Vorfeld der Veröffentlichung geschwächt. Der Dow Jones notierte 0,1 Prozent leichter auf 17.009 Punkte. Der S&P-500 gab ebenfalls 0,1 Prozent nach. Der Nasdaq verlor 0,2 Prozent.

Neben der Ungewissheit über die künftige Strategie der Fed, erhöht auch das kommende Referendum in Schottland die Risikoaversion. Eine mögliche Abspaltung von Großbritannien könnte für Turbulenzen an Finanzmärkten sorgen. Davor will sich kaum ein Investor eindeutig positionieren.

Investoren richteten heute ihren Aufmerksamkeit unter anderem auch auf den ZEW-Index. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen fiel im September auf 6,9 Punkte. Die Börsenprofis bewerten die derzeitige Lage somit so schlecht wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Allerdings fiel der ZEW-Index weniger stark, als im Vorfeld angenommen. Ökonomen hatten mit einem Stand von 4,8 Zählern gerechnet. „Die Erwartungen sind fast konstant geblieben, und das ist im aktuellen Umfeld nicht so schlecht,“ sagte Holger Sandte von der Nordea Bank. „Die Finanzmarktanalysten haben sich nicht von den Deflationssorgen der EZB anstecken lassen. Die Lageeinschätzung ist zwar erneut deutlich gesunken, deutet aber meines Erachtens nicht auf eine rezessive Entwicklung hin. Viel Wachstum ist freilich für den Rest des Jahres nicht zu erwarten.“

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