Börse Frankfurt
US-Arbeitsmarktdaten bremsen Dax-Talfahrt

Zum Handelsende konnte sich der Dax nach einem schwachen Tag erholen, schloss aber immer noch deutlich im Minus. Überraschend gute US-Arbeitsmarktdaten ließen Anleger über Zinssteigerungen der US-Notenbank spekulieren.

FrankfurtDie robusten US-Arbeitsmarktdaten haben Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen in den USA geschürt und die Stimmung an den Börsen weltweit getrübt. Zum Start in das neue Quartal gab der Dax am Freitag zeitweise um bis zu 2,9 Prozent auf 9676 Punkte nach, das war der tiefste Stand seit Ende Februar. Erst am späten Nachmittag erholte er sich wieder leicht und schloss bei 1,71 Prozent im Minus auf 9794 Punkten. Der EuroStoxx sank zwischenzeitlich um bis zu 2,7 Prozent.

Auch an der New Yorker Wall Street ging es zunächst mit den Kursen bergab. Im Handelsverlauf drehten sie aber ins Plus. Stark gefragt waren dagegen Stahlwerte wegen Spekulationen auf eine Kooperation zwischen Thyssenkrupp und der indischen Tata Steel.

Die US-Wirtschaft hat im März mehr Jobs geschaffen als erwartet. „Der solide Arbeitsmarktbericht facht Spekulationen an, dass die US-Notenbank Fed doch stärker als erwartet an der Zinsschraube dreht“, sagte Kapitalmarkt-Experte Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Der Euro fiel nach den Daten unter die Marke von 1,14 Dollar nach zuvor 1,1430 Dollar.

Auf die Laune der Anleger drückten schon seit dem Morgen enttäuschende Konjunkturdaten aus Japan, die an der Börse in Tokio und anderen asiatischen Handelsplätzen für teils deutliche Verluste sorgten. Laut dem sogenannten Tankan-Bericht sank die Stimmung in der japanischen Industrie auf den schlechtesten Stand seit fast drei Jahren. „Japan bekommt seine Konjunktur einfach nicht zum Laufen, Agonie breitet sich in Nippons Wirtschaft aus“, kommentierte Stratege Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 3,6 Prozent tiefer.

Fusionsspekulationen schoben die Aktien von Thyssenkrupp zeitweise um mehr als acht Prozent nach oben auf ein Vier-Monats-Hoch von 19,75 Euro. Der indische Konkurrent Tata Steel sei in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit dem deutschen Branchenprimus über eine Zusammenlegung des europäischen Stahlgeschäfts, berichtete die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Berliner Regierungskreisen. Im ThyssenKrupp-Aufsichtsrat seien solche Gespräche aber bislang kein Thema gewesen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Salzgitter legten bis zu vier Prozent zu, ArcelorMittal gewannen fünf Prozent.

Julian Trauthig
Julian Trauthig
Handelsblatt / Deskchef Finanzen
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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