Börse Frankfurt
US-Bilanzen verderben Dax-Anlegern die Laune

Enttäuschende Quartalsberichte amerikanischer Technologie-Giganten haben den Dax am Mittwoch ins Minus gedrückt. Statt zu kaufen, nahmen die Anleger lieber Gewinne mit. Und der Bilanzreigen geht weiter.
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FrankfurtDie Bilanzflut deutscher und amerikanischer Unternehmen hat die Anleger im Griff - und verlockt sie zu Gewinnmitnahmen. Am Mittwoch rutschte der Index zwischenzeitlich um mehr als einen Prozent ab auf den Tagestiefststand von 11.486 Punkten. Gegen Ende des Handels machte der Dax allerdings wieder etwas Boden gut und schloss 0,7 Prozent tiefer auf 11.520 Punkten. „Der Antrieb fehlt, um den Markt weiter voranzutreiben“, sagte Guy Foster, Analyst bei Brewin Dolphin in London.

CMC-Analyst Andreas Paciorek sieht das ähnlich:„Der Dax schwenkt in eine Konsolidierung ein und wartet auf die nächsten Nachrichten”, schreibt er in seinem Kommentar. Da allzu wichtige Konjunkturdaten diese Woche fehlen, bliebe der Fokus vor allem auf den Quartalsberichten jenseits des Atlantik.

Dort bestimmen die Zahlen großer Technologieunternehmen das Börsengeschehen. Microsoft, Apple und Yahoo hatten Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt: Microsoft schockierte mit dem größten Verlust aller Zeiten. Auch Yahoo rutschte in die roten Zahlen. Apple konnte Gewinn und Umsatz zwar steigern, doch wissen Anleger, dass der Erfolg des Konzern derzeit fast ausschließlich vom iPhone abhängt.

Auch am Mittwoch warteten die US-Unternehmen kaum mit positiven Nachrichten auf. Für den amerikanischen Flugzeugbauer Boeing sind die Zeiten eher hart: Der Airbus-Rivale kappt wegen Zusatzkosten mit einem Großauftrag für die US-Luftwaffe seine Prognose. Der US-Flugzeugbauer rechne für 2015 nur noch mit einem Ergebnis pro Aktie zwischen 7,70 bis 7,90 Dollar, 50 Cent weniger als bisher.

Die US-Berichtssaison verlaufe derzeit nicht gerade prickelnd, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Deshalb hätten nun einige Anleger die Gelegenheit genutzt, einmal Dampf abzulassen. Schließlich steht bei dem Dax seit seinem Tief Anfang Juli immer noch ein Plus von mehr als acht Prozent zu Buche. Insgesamt blieben die Aussichten für den deutschen Aktienmarkt positiv, da sich die Wirtschaft hierzulande recht gut entwickele.

Jens Klatt kommt zu einem ähnlichen Schluss - trotz der Korrekturbewegung der vergangenen Tage: „Ich bin weiter davon überzeugt, dass wir im Dax zeitnah eine erneute Attacke auf die psychologisch spannende 12.000er Marke zu sehen bekommen. Das ruhige, sommerliche Marktumfeld bietet sich hierfür schlicht an”, schreibt der Forex-Analyst.

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