Börse Frankfurt
US-Daten treiben Dax auf neue Höchststände

Die Presskonferenz der Europäischen Zentralbank verlief nicht so, wie es viele Anleger erhofft hatten. Der Dax konnte die Schwächephase aber überwinden und stieg bis zum Handelsende kräftig an. Gute US-Daten sorgten für neuen Schwung. Vor allem Autoaktien profitieren.
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HB FRANKFURT. Der Dax feuert ein Comeback: Die Absage der Europäischen Zentralbank an eine großangelegte Rettungsaktion für klamme Euro-Länder hat dem Dax nur kurz den Wind aus den Segeln genommen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte am Donnerstag erklärt, das im Mai auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise begonnene Ankaufprogramm für Staatsanleihen werde fortgesetzt wie bisher und nicht ausgeweitet. Der Leitindex rutschte daraufhin kurz ins Minus, notierte zum Handelsende aber mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 6957 Zählern. Der Dax lag damit so hoch wie seit Anfang Juni 2008 nicht mehr.

Positiv aufgenommen wurde laut Analysten, dass die Zentralbank ihren geplanten Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes unterbrechen und bis mindestens April die Rundumversorgung für Europas Banken fortsetzen will. "Offensichtlich will die EZB die Märkte nicht weiter verunsichern", sagte Norbert Braems von Sal.Oppenheim. Unterstützung erhielt der Dax auch von den US-Börsen, die mit einem Plus in den Handel starteten. Besser als erwartet ausgefallene Umsatzzahlen der US-Einzelhändler für November schürten die Hoffnung auf eine Erholung der US-Wirtschaft.

Für positive Stimmung sorgten am Donnerstag auch die laut Händlern starken US-Konjunktur - und Autoabsatz-Zahlen. Am Vorabend hatten die Autobauer jeweils zweistellige prozentuale Zuwächse beim US-Absatz bekanntgegeben. Die deutsche Autoindustrie rechnet im kommenden Jahr nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie mit einem Exportrekord. Die starke Geschäftsentwicklung der deutschen Fahrzeug-Hersteller setze sich offenbar fort, sagte ein Börsianer.

Die Aktien von BMW, Daimler und Volkswagen legten zwischen 4,8 und 1,8 Prozent zu. BMW und die VW-Vorzüge kletterten dabei zeitweise auf Rekordhochs, Aktien von Daimler und Porsche waren so teuer wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Auf Höhenflug gingen auch Lufthansa: Nach einer Kursziel-Anhebung durch die Citigroup verteuerten sich die Aktien der Fluggesellschaft um 3,1 Prozent und waren damit so teuer wie zuletzt im Mai 2008. Lufthansa werde den operativen Gewinn 2011 voraussichtlich auf 1,34 Milliarden von 900 Millionen Euro im Jahr 2010 steigern, schrieb Analyst Andrew Light in einem Kommentar. Offenbar liege Lufthansa mit der Sanierung ihrer Beteiligungen Austria Airlines (AUA) und BMI vor dem Zeitplan. Vor diesem Hintergrund könnten die Eigner der Lufthansa auf eine höhere Dividende hoffen. Light hob sein Kursziel auf 25,50 von 19 Euro an und bekräftigte seine Kaufempfehlung.

Zu den größten Verliererin im Dax zählten nach ThyssenKrupp. Sie verbilligten sich um 0.4 Prozent. Auch Henkel-Aktien gaben 0,9 Prozent nach.

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  • Zwar etwas nebulös, aber er hat m.E. geäußert, weiter zu sterilisieren, d.h. faule Länderbonds zu kaufen, jedoch das Programm nicht auszuweiten. Das wäre widersprüchlich, weil jede Limitation die Spekulation herausfordert, die Grenze zu finden. Weber, Stark und auch (wohl) die deutsche Regierung sind da eher hawkisch, wollen also eher keine Stütze der "lame ducks" unter den EU-Staaten, weil dies letztlich immer zu Lasten hauptsächlich der Deutschen gehen muß - mindestens durch aktive Zinsnivellierung, was Deutschland schwer schadet wegen des ihm notwendig niedersten Zinses des Landes im Vergleich zu den anderen.
    Trichets Äußerungen könnten diese Uneinigkeit in der EZb widerspiegeln - ein angefaulter Kompromiß eben.

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