Börse Frankfurt
US-Daten zwingen den Dax in die Knie

Nach einem guten Start fällt der Dax in die Verlustzone. Der US-Dienstleistungssektor schwächelt. Autowerte profitierten von neuer Fantasie auf Zusammenschlüsse in der Branche. Weniger Gutes gibt es über Siemens zu berichten. Bei Sky ist wieder einmal die Hölle los.
  • 0

HB FRANKFURT. Der Dax beendet seinen Höhenflug und rutscht ins Minus. Der überraschende Rückgang des Konjunkturindex für die US-Dienstleistungsbranche beunruhigt die Anleger. Der Dax gab am Nachmittag nach schwachen US-Konjunkturdaten seine Gewinne ab und schloss mit minus 0,20 Prozent bei 5 770 Punkten. Im frühen Handelsverlauf hatte sich das deutsche Börsenbarometer bis auf 35 Punkte seinem Jahreshoch bei 5 888 Zählern genähert, bevor am Nachmittag schwache Daten aus dem US-Dienstleistungssektor die Stimmung deutlich eintrübten.

"Nachdem es am Morgen zunächst noch ganz gut ausgesehen hatte für den Dax, ließ die Dynamik am Nachmittag etwas nach, was unter anderem am Fehlen wichtiger Nachrichten und an den Siemens-Zahlen gelegen hat", kommentierte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research die Dax-Entwicklung. Den Markt belastet habe dann auch noch der wieder unter die Expansionsschwelle gesunkene ISM-Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor.

Der MDax mittelgroßer Werte gewann moderate 0,16 Prozent hinzu auf 7 338 Punkte. Der TecDax ging kaum verändert bei plus 0,03 Prozent auf 802 Zähler aus dem Handel. Zwischenzeitlich war der Technologie-Index bei 813 Punkten auf den höchsten Stand seit September 2008 gestiegen. Der Aktienumsatz aller Dax-Werte fiel auf 105 (Mittwoch: 108,8) Millionen Stück. Das Umsatzvolumen erhöhte sich dagegen auf 3,12 (3,03) Milliarden Euro.

Die Siemens-Aktien rutschen nach Vorlage von Zahlen mit minus 5,17 Prozent auf 64,08 Euro an das Dax-Ende. Der Elektrokonzern stellt sich nach einem Milliardenverlust im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal auf ein weiteres schwieriges Jahr ein.

Der bestätigte Rücktritt von Sky-Vorstandschef Mark Williams ließ die Aktien des Bezahlsenders im MDax um 10,25 Prozent auf 2,19 Euro einbrechen. Ein Händler sagte: "Williams wurde den Anlegern erst vor knapp einem Jahr als Heilsbringer präsentiert."

Autowerte wie BMW , deren Aktien um 1,71 Prozent auf 32,19 Euro vorrückten, zählten zu den Gewinnern und gaben dem Markt einen positiven Impuls. Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen und sein japanischer Konkurrent Mitsubishi Motors wollen enger zusammenarbeiten und prüfen gegenseitige Beteiligungen. Einem Börsianer zufolge trieb das die Aktien der Branche an, da sich nun neue Fantasie auf weitere Zusammenschlüsse ergebe. Die Stammaktien von Volkswagen stiegen um 1,32 Prozent auf 80,52 Euro und die VW-Vorzüge um 1,74 Prozent auf 62,70 Euro. Die Wolfsburger wollen bereits in der kommenden Woche knapp die Hälfte an Porsche übernehmen. Zudem wird damit gerechnet, dass die VW-Vorzüge in Kürze für die Stammaktien in den Dax aufgenommen werden.

Zwei Einzelwerte profitierten an der Dax-Spitze von Analystenempfehlungen und Kurszielerhöhungen durch Nomura: Die Anteilsscheine der Lufthansa verteuerten sich um 3,53 Prozent auf 11,43 Euro. Die Titel der Deutschen Post legten um 2,19 Prozent auf 13,28 Euro zu.

Phoenix Solar gewannen 4,36 Prozent auf 38,31 Euro an der TecDax-Spitze. Das Photovoltaik-Unternehmen setzte im November so viel um wie noch nie in seiner zehnjährigen Firmengeschichte. Auch für das erste Quartal 2010 seien die Aussichten positiv, teilte die Gesellschaft mit. "Hut ab, das Geschäft brummt wieder", kommentierte ein Händler.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: US-Daten zwingen den Dax in die Knie"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%