Börse Frankfurt
US-Impulse vermeiden Minus für den Dax

Hat VW auch bei großen Diesel-Motoren geschummelt? Diese Frage beschäftigt die Aktionäre. Sie gehen daher in Deckung. VW-Aktien verlieren. Der Dax schließt am Ende auf Vortageskurs – dank positiver Impulse aus den USA.

FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag an Schwung verloren. Über weite Strecken belasteten Kursverluste der Volkswagen-Papiere angesichts der drohenden Ausweitung des Dieselskandals nicht nur die gesamte Autobranche. Auch die Stimmung unter den Börsianern im Allgemeinen war dadurch bis kurz vor Handelsende gedrückt.

Positive Impulse von den US-Börsen verhalfen dem Dax aber letztlich zu einem prozentual unveränderten Handelsschluss bei 10.951,15 Punkten. Das Hoch im deutschen Leitindex vor elf Wochen bei 11.000 Punkten bleibt damit weiterhin greifbar nahe.

In den USA konnte sich der Dow Jones nach einem schwachen Start 0,3 Prozent ins Plus kämpfen auf 17.891 Punkten. Der S&P-500 notierte bei 2104 Punkten nahezu unverändert. Der Nasdaq bewegte sich bei 5126 Zählern ebenfalls kaum.

Die Papiere von Volkswagen brachen um 1,8 Prozent ein. Der US-Umweltbehörde EPA zufolge soll der Autobauer auch bei den Abgas-Tests von Diesel-Motoren mit drei Liter Hubraum getrickst haben. VW wies dies zurück. „Sollte sich der Vorwurf bewahrheiten, würde dies die Kosten für 'Dieselgate' deutlich in die Höhe treiben“, sagte ein Börsianer. Habe der Autobauer den Behörden etwas verheimlicht, würde dies die möglichen Strafzahlungen um mehrere Milliarden erhöhen. Außerdem wackele der Stuhl von Matthias Müller, falls die Porsche in die Affäre verwickelt sei. Der aktuelle VW-Chef war zuvor Vorstandsvorsitzender der Zuffenhausener VW-Tochter.

Der „Dieselgate“ machte auch den anderen deutschen Fahrzeug-Herstellern zu schaffen. Daimler-Aktien verloren 0,84 Prozent und BMW büßten 1,16 Prozent ein, obwohl letztere mit den Quartalsergebnissen positiv überraschten. „Die Zahlen sind zwar solide bis stark, zeigen aber eine etwas geringere Dynamik als bei Daimler“, schrieb Equinet-Analyst Holger Schmidt in einem Kommentar. Der Stuttgarter Rivale profitiere von seiner aktuellen Produktoffensive.

An der Börse erwischt es Infineon am Dienstag noch schlimmer. Spekulationen auf eine Übernahme des US-Chipherstellers Fairchild Semiconductor haben Infineon 3,9 Prozent ins Minus gedrückt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ gilt Infineon als aussichtsreicher Bewerber in den Verkaufsverhandlungen, weil der Konzern bereit sei, mehr für Fairchild zu bezahlen. Infineon lehnte eine Stellungnahme ab.

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US-Impulse vermeiden Minus für den Dax

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„Fairchild ist nicht die beste Partie“

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