Börse Frankfurt
US-Jobzahlen puschen den Dax

Die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten fielen stark aus - aber nicht stark genug aus Sicht der Anleger. Sie setzen darauf, dass die Fed die Gelschwemme weiterführt. Der Dax stoppt die Verlustserie.
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FrankfurtDie Hoffnung auf die Geldschwemme und die damit verbundene Rally an den Finanzmärkten lebt weiter! Trotz spürbarer Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt und der damit einhergehenden Unsicherheit über die Laufzeit der Anleiheprogramme der Federal Reserve bleibt der Dax heute weiterhin im Plus und baut dieses weiter aus.

Kurz nachdem die US-Jobzahlen bekannt gegeben wurden, sprang die Dax-Kurve noch hoch und runter. Doch allmählich setzte sich am Markt die Ansicht durch, dass das starke Wachstum auf dem US-Arbeitsmarkt nicht ausreicht, damit die Fed vorzeitig ihre Fördermaßnahmen zurückfährt. Die Zahlen fielen zwar stärker aus als von den Experten erwartet, doch aus Sicht der Anleger - so scheint es - nicht stark genug.

Interessant ist aber auch eine andere Deutung der steigenden Kurse, eine viel herkömmlichere Interpretation, die bei all der Diskussion über Laufzeit und Ausmaß der Förderprogramme der Notenbanken beinahe in Vergessenheit geraten ist: Der Glaube an die Konjunktur.

Denn letztlich sprechen die Arbeitsmarktzahlen in den USA für ein sich anbahnendes Wirtschaftswachstum. Der Markt kommt in Schwung, die Geldpolitik zeigt die erhoffte Wirkung. Dies belohnen nun die Kurse. Da erscheint es logisch, dass über ein langsames Zurückfahren der Anleihenkäufe diskutiert wird.

So baut der Dax seinen heutigen Aufwärtstrend weiter aus und schloss am Ende um ein Prozent fester auf 9172 Punkten. Die Verluste aus dem gestrigen Handel sind annulliert. Auch die anderen Frankfurter Börsenbarometer konnten die Talfahrt aussetzen und notierten fester. Die mittelgroßen Werte im MDax kamen auf 15.955 Zähler, was einen Zuwachs von 0,6 Prozent bedeutet. Die Technologiewerte im TecDax standen bei 1131 Punkte - ein Aufschlag von 1,2 Prozent.

Damit kann die deutsche Benchmark nach vier Verlusttagen die Talfahrt beenden. Seit Montag büßte das Marktbarometer mehr als drei Prozent ein. Die unerwartet zügige Erholung der US-Wirtschaft hatte am Donnerstag erneut die Wall Street belastet. Börsianer fürchteten, dass die Notenbank ihre massive Stützung der Konjunktur bereits früher drosseln könnte als bislang angenommen. Der Dow-Jones-Index schloss 0,4 Prozent tiefer auf 15.821 Punkten.

Deswegen blickten die Akteure an den Märkten am frühen Nachmittag auf die US-Arbeitsmarktdaten. Das Ergebnis: Die amerikanische Wirtschaft hat im November überraschend viele Stellen geschaffen. Es entstanden 203.000 neue Jobs, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Von den Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit lediglich 180.000 Stellen gerechnet.

Die Arbeitslosenquote fiel auf 7,0 von 7,3 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit November 2008. Die Notenbank Fed pumpt derzeit Monat für Monat mit dem Kauf von Staatsanleihen und Immobilienpapieren 85 Milliarden Dollar in die Wirtschaft, um die Konjunktur voranzutreiben. Experten rätseln, wann der Zeitpunkt für ein Eindämmen der Geldflut kommt, die die Börsen rund um den Globus angetrieben hat.

Die Notenbank Fed hatte in ihrem jüngsten Konjunkturbericht bereits Aufwärtstendenzen festgestellt. Die Arbeitsmarktdaten stehen besonders im Fokus, da die Fed ihre Konjunkturhilfen bei einer nachhaltigen Erholung drosseln will. Doch den Anlegern fielen diese nicht stark genug aus, sie setzen weiter auf steigende Kurse.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: US-Jobzahlen puschen den Dax "

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  • Die Fed und alle großen Notenbanken sind mal wieder zu spät dran.Und nein,der Aufschwung an den Börsen ist nicht vorbei und wird erst wieder bei über 4% Leitzins nachlassen.Bernanke,Draghi und Konsorten werden dann die größte Blasen der Geschichte geschaffen haben,aber bis dahin ist lange hin.Dann steht der Dow vielleicht bei 30 000 ehe die 4 Prozent Leitzins kommen.Man braucht ja nur die Jahre 03-07 als Vorbild nehmen und auf die heutigen Verhältnisse übertragen.

  • Niedrige Zinsen am langen Ende,
    hohe Immobilienpreise,
    Edelmetalle für Hasardeure,
    Die US-Wirtschaft nimmt Anlauf,
    wen wunderts, daß das Geld in die Aktien fließt.

    Aber es braucht Demut, denn:
    An der Börse ist alles möglich, auch das was logisch ist.

  • Herrlich

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