Börse Frankfurt
US-Konjunkturdaten bremsen Dax

Schwache US-Daten zum Verbrauchervertrauen haben dem plötzlichen Kurssprung am deutschen Aktienmarkt kurz vor Handelsschluss noch leicht gebremst.
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DüsseldorfÜberraschend schwache Daten zum US-Verbrauchervertrauen haben der Kauflaune der europäischen Anleger am späten Dienstagnachmittag noch einen kleinen Dämpfer verpasst. Der Dax schloss dadurch mit 1,9 Prozent im Plus bei 7.294 Punkten, nachdem er zuvor aufgrund von Spekulationen auf eine Lösung für die griechische Schuldenkrise auf bis zu 7.320 Zähler gestiegen war. Insgesamt hat der deutsche Leitindex im Monat Mai dennoch rund drei Prozent an Wert verloren. „Noch immer zeigt sich die Verbraucherstimmung von der nur schwachen Arbeitsmarkterholung und den gestiegenen Verbraucherpreisen belastet“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Der Euro rutschte wieder unter die Marke von 1,44 Dollar und der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent bröckelte auf 116,30 Dollar ab. Der MDax mittelgroßer Werte stieg um 1,4 Prozent auf 10.884 Punkte, der TecDax kletterte um 0,6 Prozent auf 917 Punkte. Weil am Montag sowohl in London als auch in New York feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, starteten viele internationale Investoren erst heute in die Woche.

US-Verbrauchervertrauen bricht im Mai ein

Das Konsumklima in den USA hat sich im Mai unerwartet eingetrübt. Der Index für das Verbrauchervertrauen sank auf 60,8 von 66,0 Punkten im April, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 66,5 Punkte gerechnet. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Der im historischen Vergleich niedrige Stand des Stimmungsbarometers zeuge von der schwierigen Situation der US-Konsumenten. Der wenige Minuten vor dem Verbrauchervertrauen veröffentlichte Konjunkturindex der Einkaufsmanager im Großraum Chicago war ebenfalls schlechter als erwartet ausgefallen.

Zahl der Arbeitlosen unter drei Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai erstmals in diesem Jahr unter die Marke von drei Millionen gefallen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag mitteilte, gab es 2,96 Millionen registrierte Arbeitslose. Dies waren 118.000 weniger als im April und 276.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Monatsvergleich von 7,3 auf 7,0 Prozent. "Der Arbeitsmarkt profitiert vom stabilen Aufschwung der deutschen Wirtschaft", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die Nachfrage nach Arbeitskräften schwäche sich zwar leicht ab, liege aber weiter auf hohem Niveau. Der Rückgang im Mai fiel den Angaben zufolge etwas geringer aus als üblich. "Das dürfte daran liegen, dass ein Großteil der Frühjahrsbelebung aufgrund der guten konjunkturellen Entwicklung und der milden Witterung schon früher realisiert wurde", teilte die BA mit. Rechnet man die jahreszeitlich üblichen Schwankungen heraus, ging die Erwerbslosenzahl um 8000 auf 2,974 Millionen zurück. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten hier einen Rückgang um rund 30.000 erwartet. Zuletzt lag die Arbeitslosenzahl im November unter der Drei-Millionen-Grenze. Im laufenden Jahr dürfte sie noch deutlich tiefer sinken, denn die Bundesregierung rechnet allein im Jahresschnitt 2011 mit 2,9 Millionen Arbeitslosen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet sogar nur 2,8 Millionen - dies wäre der niedrigste Stand seit 1991. Für den Herbst hält der DIHK sogar eine Arbeitslosenzahl um 2,3 Millionen für möglich.

Einzelhandelsumsätze im April

Am Morgen wurden bereits die Einzelhandelsumsätze für Deutschland veröffentlicht. Diese stiegen im April gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent und damit so stark wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Allerdings fiel Ostern in diesem Jahr anders als 2010 in den April. Im März waren die Einzelhandelsumsätze deshalb um zwei Prozent gesunken.

BASF mit Analystenlob an die Dax-Spitze

Bei ruhiger Nachrichtenlage aus den Unternehmen kletterten BASF- Papiere mit plus 3,8 Prozent an die Dax-Spitze. Analysten von Goldman Sachs hatten zuvor das Kursziel für den Chemiekonzern von 82 auf 93 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt. Als besonders positiv hoben sie hervor, dass BASF ordentliche Preissteigerungen auf die Kunden abgewälzt hat. Außerdem sei der Konzern vom Portfolio her vorteilhaft am Markt positioniert. Die Chemietitel hatten seit Anfang Mai bis zu 15 Prozent verloren.

Banken-Titel legten dank Spekulationen zu

Von den Spekulationen profitieren konnten die Bankenwerte. Die Titel der Deutschen Bank legten um knapp zwei Prozent zu. Die Commerzbank verteuerte sich um 2,7 Prozent. Eine positive Einschätzung von Goldman Sachs sorgte bei Fresenius für Kursaufschläge. Die Analysten sehen laut Händlern in den Aktien noch Aufholpotenzial. Der Preis der Papiere gebe die Stärke des Kerngeschäfts nicht angemessen wieder, hieß es. Sie nahmen den Gesundheitskonzern mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 85 Euro in ihre Bewertung auf. Die Aktien kletterten um 0,7 Prozent auf 71,54 Euro. Wie erwartet hat Volkswagen (VW) das offizielle Übernahmeangebot für den Münchner Lastwagenbauer MAN vorgelegt. Die Aktie von VW war mit minus 0,3Prozent schwächster Dax-Wert.

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  • Ausgezeichnet, lieber "Michail", wie Sie sich hier auf mich einlassen! Ich schrieb es ja, nix geht über die Qualität dieses Forums. Wo ist eigentlich "aruba"? Der oder Die fehlt an dieser Stelle irgendwie noch.

  • Das ist doch Lotto oder gar Spielhölle was diese Börsengauner da abziehen
    Heuto so und morgen so

  • Jaja, die guten Wirtschaftsdaten:
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/us-immobilienmarkt-rutscht-wieder-in-die-krise/4239708.html
    Der US-Immobilienmarkt steht tiefer als in der Krise, und das trotz billionenschwerer Hilfspakete. Nur hier in Deutschland ist eine Sonderkonjunktur, die vor allem aus Bonzenautokäufen von Wallstreet & chinesischen Millionären beruht.

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