Börse Frankfurt
US-Stillstand lässt Dax unbeeindruckt

Die deutschen Anleger zeigten den schlechten Nachrichten aus Amerika die kalte Schulter. Der Dax macht trotz des US-Behördenstillstands Gewinne. Schwache Signale kamen vom Arbeitsmarkt.
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FrankfurtIn den USA erlahmt mit dem eskalierten Haushaltsstreit fast die gesamte Verwaltung des Staates. Doch die Anleger in Frankfurt scheint das kalt zu lassen. Unbeeindruckt stieg der Dax um 1,1 Prozent auf 8684 Punkte. Der MDax kletterte um 0,9 Prozent auf 15.174 Punkte, der TecDax kämpfte sich nach zähem Start in die Gewinnzone und war mit 1090 Zählern so hoch, wie schon seit 11 Jahren nicht mehr.

Der Handel begann schon am Morgen mit Zuwächsen. Kurz vor Marktbeginn an der Wall Street fiel der Leitindex auf ein Tagestief, zog dann aber mit dem positiven Auftakt in New York wieder an, bis er mit 8691 Punkten zum Tageshoch kam.

Die zwangsbeurlaubte Verwaltung in den Staaten sei zwar keineswegs eine gute Nachricht, sagten Händler. Die Märkte zeigten sich dennoch unbeeindruckt, da es nach den Verhandlungen der letzten Tage abzusehen war, dass Demokraten und Republikaner bis zum Fristende um Mitternacht (6.00 Uhr MESZ) keinen gemeinsamen Haushaltsentwurf vorlegen werden.

Analysten der Brokerhauses Capital Spreads sehen im nun eingetretenen "Government Shutdown" sogar einen möglichen Schritt um den Streit beizulegen: "Nun, da Staatsbedienstete keine Gehaltsschecks mehr bekommen und die Inkompetenz Washingtons reale Auswirkungen auf Otto Normalverbraucher hat, ist es etwas einfacher geworden, einen Kompromiss zu finden"

Hunderttausende Bundesangestellte vom Nationalpark-Ranger bis zum Steuerfahnder werden nun mit dem Beginn des neuen Haushaltsjahres am 1. Oktober in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Viele Behörden, darunter auch die Börsenaufsicht, schalten auf Minimalbetrieb. Es drohen massive Verzögerungen auf den Ämtern. Die gerade wieder erstarkende Wirtschaft des Landes könnte dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Schwache Signale kamen vom Arbeitsmarkt. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat am Dienstag die Arbeitslosenzahlen für September bekannt gegeben. Die Behörde registrierte zwar einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent. Grund dafür ist die im September einsetzende Herbstbelebung, die die Arbeitslosenzahl regelmäßig drückt. Doch die Experten gingen von einem größeren Zahl neugeschaffener Arbeitsplätze aus, denn im Vergleich zu den Vorjahren sank die Quote schwächer.

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  • Da wir ursprünglich in der gleichen Branche tätig waren, kannst Du ruhig davon ausgehen, dass ich LTRO auch ohne Google interpretieren kann ;)Daher gehe ich auch eher von Vola zur PK als zum Zinsentscheid aus.
    Netter Spike im Dow kurz vor Schluß, 40 Punkte in 3 Minuten - für 20 Punkte war ich mit dabei. Crazy-hour in Reinform...

  • Ich rede nicht von Zinsen. Google mal nach LTROS.

  • Ich denke, es wird keine Zinsänderung geben. Also Fokus auf die PK - und den ADP. Um 21:30 komplettiert dann Heli-Ben den Reigen.

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