Börse Frankfurt
USA brocken Dax Verluste ein

Schwache US-Börsen setzen dem Dax heute zu. Zwischenzeitlich verlor der Leitindex über 100 Punkte. Auslöser der Verluste waren schwache Konsumdaten aus den USA – und ein Kommentar eines Fed-Bankers.
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FrankfurtDer Dax wurde heute Opfer schwacher Zahlen aus den USA und negativer Aussagen eines Fed-Bankers. Bis zum Nachmittag entfernte sich der Leitindex nur wenige Punkte von seinem Vortagskurs. Erst mit der schwachen Eröffnung der US-Börsen riss es den Deutschen Aktienindex bis zu einem Prozent ins Minus.

Am Ende konnte der Dax seine Verluste ein wenig eingrenzen. Beendet hat er den Handel mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 9805 Punkten. Die zweite Reihe präsentierte sich am Donnerstag robuster. Der MDax ging mit 16.706 Punkten nahezu unverändert aus dem Handel. Der TecDax schloss 0,1 Prozent fester auf 1306 Punkten.

In der größten Volkswirtschaft der Welt stiegen die Konsumausgaben nicht so stark wie erwartet. Im Vergleich zum Vormontag gaben die Amerikaner nur 0,2 Prozent mehr aus. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem doppelt so kräftigen Anstieg gerechnet. Der Konsum macht 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der weltgrößten Volkswirtschaft aus.

Der Chef der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard, erwies sich heute ebenfalls als Stimmungsdämpfer. In einem Interview mit „Fox Business Network“ sagte er einen Anstieg der US-Inflation auf 2,4 Prozent bis Ende 2015 voraus. Diese Prognose liege über denen seiner Kollegen in der Fed-Führung. Bereits Ende 2014 könnte die Teuerung nahe der Notenbank-Zielmarke von zwei Prozent liegen, fügte Bullard hinzu. „Ich glaube nicht, dass die Leute geistig darauf vorbereitet sind, aber dies ist der Stand der Dinge.“ Bullard ist allerdings derzeit nicht im Fed-Offenmarktausschuss (FOMC) stimmberechtigt, der die US-Geldpolitik bestimmt.

Der Dow Jones musste deswegen ebenfalls größere Verluste in Kauf nehmen. Am Abend gab er 0,4 Prozent nach auf 16.793 Punkte. Die übrigen Indizes an der Wall Street notierten ebenfalls deutlicher im roten Bereich.

Darüber hinaus dominierten am Donnerstag an den Börsen weiterhin Zurückhaltung und Gewinnmitnahmen. „Nur wenige Investoren sehen zurzeit speziell bei europäischen Aktien Gründe, um in großem Stil in den Markt zu gehen“, sagte Markus Huber von Peregrine & Black. Grundsätzlich gebe es zu wenig Impulse und viele Unsicherheiten in Bezug auf die nach wie vor unsichere Lage im Irak und der Ukraine. Zudem begrenzten Anleger vor dem nahenden Halbjahresultimo tendenziell ihre Risiken, ergänzte Antje Laschewski von der LBBW.

Laut einer Studie der DZ Bank dürften die geopolitischen Risiken kurzfristig weiterhin für Unsicherheiten an den Aktienmärkten sorgen. Besonders der mögliche Anstieg der Ölpreises könnte die Aufwärtsdynamik des Dax abbremsen. Andererseits bieten diese möglichen kurzfristigen Kursrückschläge eine günstige Möglichkeit zum Wiedereinstieg in die Aktienmärkte.

Insgesamt bewertet die DZ Bank die Hausse des Dax allerdings kritisch. Vor allem die expansive Geldpolitik der EZB sei problematisch, da das Geld in die Finanzmärkte und nicht in die Realwirtschaft fließe. „Die derzeit vorherrschenden Bewertungsniveaus an den Aktienmärkten sind nur vor dem Hintergrund der Aussicht auf ein kräftiges zukünftiges Wachstum zu rechtfertigen“, so die Bank. Die derzeitige Situation an den Börsen erinnere die Experten des Geldhauses deshalb an eine „Bubble Economy“.

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