Börse Frankfurt

Von Erholung keine Spur - Dax tief im Minus

Der Dax hat ein gutes Drittel seiner Vorwochengewinne wieder eingebüßt. Die Richtungslosigkeit der europäischen Finanzminister hat die Anleger am Montag zutiefst verunsichert. Zusätzlich belasteten schwache US-Börsen.
Update: 19.09.2011 - 17:55 Uhr 68 Kommentare
Händler an der Börse Frankfurt: Die Schuldenkrise bescherte am Montag hohe Kursverluste. Quelle: dpa

Händler an der Börse Frankfurt: Die Schuldenkrise bescherte am Montag hohe Kursverluste.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Vertrauen in den Euro und die europäische Finanzpolitik hat einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen. Anleger äußerten ihr Unverständnis für das erfolglose EU-Finanzministertreffen durch Verkäufe an den Aktienmärkten.

Der Dax verlor in der Spitze mehr als 200 Punkte. Der Leitindex schloss 2,8 Prozent schwächer bei 5.415 Punkten. Der europäische Stoxx50 verlor 2,6 Prozent. Der Euro musste ebenfalls deutlich Federn lassen und lag zu Handelsschluss bei 1,3639 Dollar – er war damit gut zwei US-Cent günstiger als am Freitagabend.

Die Wall Street startete deutlich im Minus und ließ den Dax seine Verluste ausbauen. „Es ist das alte Spiel, man versucht sich im Ausharren, man versucht sich im Stabilisieren durch Worte“, sagte Oliver Roth, Chefhändler der Close Brothers Seydler Bank in einem Interview mit Reuters TV nachdem ein Treffen der EU-Finanzminister am Wochenende praktisch ergebnislos verlaufen war. Dies hatte Hoffnungen auf eine baldige Lösung der Krise zunächst wieder in sich zusammenfallen lassen.

Wie gewonnen, so zerronnen - Gewinne der Vorwoche bröckeln

„Aktuell besteht keine Verbindung mehr zwischen den Märkten und der Konjunktur, sondern eine Verbindung zwischen den Märkten und der Politik“, sagte Stratege Koen De Leus von KBC Securities. Die Politiker hätten die Probleme kommen sehen und mehr tun müssen.

Griechische Regierung zunehmend unter Druck

Nun richteten die Anleger ihren Blick auf eine für den Abend angesetzten Telefonkonferenz zwischen dem griechischen Finanzminister und Inspektoren von Europäischer Union, EZB und IWF.

Die Troika muss entscheiden, ob Griechenland die Voraussetzungen für die Auszahlung der letzten acht Milliarden Euro aus dem ersten Griechenland-Hilfspaket erfüllt. Bei einem Nein droht dem Land im Oktober der Bankrott.

Das Misstrauen gegenüber der Zahlungsfähigkeit Griechenlands war spürbar: Zehnjährige griechische Anleihen rentierten mit 23,330 (spätes Vorwochengeschäft: 22,013) Prozent. „Wir brauchen endlich eine handfeste Ansage, wie es mit Griechenland weitergeht - solange diese nicht da ist, wird auch jede Erholung im Dax nur ein Strohfeuer sein“, sagte ein Börsianer. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex nämlich mehr als sieben Prozent zugelegt.

Für den trüben Wochenstart sorgten auch schwache Vorgaben aus Asien: Fast überall auf dem Kontinent gaben die Kurse nach. In Hongkong rutschte der Hang-Seng-Index um gut zwei Prozent ab, der CSI 300 der chinesischen Festlandbörsen in Schanghai und Shenzhen verlor rund 1,5 Prozent. In Tokio wurde aufgrund eines Feiertags nicht gehandelt.

Kreditausfallversicherungen verteuerten sich
Die Versicherungen gegen einen Zahlungsausfall Griechenlands kosteten zu Wochenbeginn deutlich mehr. „Beim Erkennen von Risiken sind Kreditmärkte in der Regel sehr viel schneller als die Aktienmärkte“, sagte ein Händler. „Von daher ist das durchaus ein alarmierendes Zeichen. Wer weiß, wie dieses Horror-Staatsschulden-Szenario noch weiter geht.“

Bankenwerte wurden europaweit abgestoßen
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68 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Von Erholung keine Spur - Dax tief im Minus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • So,5400 hat ja gut funktioniert. Die letzte Stunde im Ami-Handel läuft: FDAX < 5360, morgen dann DAX Test 5150. Bis dann!

  • @donolli

    sry, der comment war vollkommen falsch gelandet - pls xcuse

  • @donolli

    das geht zwar nicht unbedingt als Marktanalyse durch, dürfte den Fakten insgesamt imao jedoch entsprechen. Respekt.

  • Man sollte es nicht fassen, was es für möchtegern Investoren gibt. Für sie sind offenbar 10 TEURO schon ein Vermögen!
    Kaum zu glauben diese Einfalt.

  • Das könnte heute noch bis 5450 laufen, nachbörslich auch 5500 und Morgen Gap-close. Melde mich ab und schönen Abend noch allen.

  • Mag sein, dass es undifferenziert ist, aber fakt ist dass es sich um synth. Geld handelt und reale gewinne oder verluste verursacht! Sicherlich kann man sagen, dass das Risiko mit Gegenpositionen geschlossen wird, doch die funktionieren nur bei einer normalen Risikokurve und wir haben ja gesehen was passieren kann, wenn die Extremen Enden einer Risikokurve erreicht werden..oder?

  • Die Gierhälse, von denen Sie reden sind KLEINANLEGER mit weniger als 10.000€ Aktiendepot.

    Also schlaten sie Ihr Hirn ein, bevor Sie solche Sprüche reißen.

  • nichts für ungut!;-)

  • ich bin ja nicht short, weil long letzte mal nicht lief, das wär ja auch noch schöner...ins blaue rein raten...nein, ich habe da schon meine mehr oder weniger genauen vorstellungen zu ;-)

  • Völliger Schwachsinn was von godmode Trader da veröffentlicht wurde. Wer das Nominalvolumen von Derivaten mit dem damit verbundenen wirtschaftlichen Risiko gleichsetzt, zeigt, dass er keine Ahnung hat. z.B. werden in solchen Statistiken auch Zins- und währungsswaps erfasst, deren wirtschaftliches Risiko ungleich niedriger ist, als deren Nominalvolumen. Aber in der heutigen Zeit ist selbst solch eine Meldung geeignet, die Märkte zu beeinflussen.

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