Börse Frankfurt
Wall Street bewahrt Dax vor Schlimmerem

Der Dax konnte einem schwarzen Freitag, auf den er am Vormittag zusteuerte, mit Hilfe der US-Börsen gerade noch entkommen. Unsicherheit und Skepsis prägen trotzdem noch das Verhalten der Anleger.
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FrankfurtAm Vormittag sah es für den Dax so aus als würde er einen schwarzen Freitag erleben. Da der US-Leitindex Dow Jones Industrial zuletzt jedoch deutlich weniger stark im Minus notierte als befürchtet, gab der deutsche Leitindex am Ende doch nur relativ moderate 2,19 Prozent auf genau 5.480 Punkte ab. Am Vormittag war er noch mehr als 4 Prozent abgesackt. Auch der Index, der als Indikator für die Schwankungsbreite zugleich das Maß an Nervosität der Anleger abbildet, fiel wieder leicht zurück.

Gleichwohl hat der Dax wegen der Schuldenkrisen in Europa und den USA seit Anfang August gut 20 Prozent an Wert verloren. Allein am Donnerstag hatte er mit einem Abschlag von knapp 6 Prozent bereits den größten Tagesverlust seit fast drei Jahren erlitten. Damit schloss der Dax auf Wochensicht das vierte Mal in Folge im Minus: Diesmal betrug der Abschlag satte 8,63 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte gab am Freitag um 1,51 Prozent auf 8404,29 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg sogar um 0,56 Prozent auf 690,41 Punkte.

Das Kaufinteresse vom Wochenbeginn durch Schnäppchenjäger und Deckungskäufe sei wieder verschwunden. Vor dem Wochenende gelte es, für viele Investoren ihre Depots vor schlechten Nachrichten abzusichern und das bringe den Markt unter Druck. Die Nervosität an den Märkten sei weiterhin hoch, und die Reaktionen „schnell und heftig“, sagte Analyst Joshua Raymond von City Index in London.

Die Konjunktur- und Bankensorgen seien dafür verantwortlich, dass Investoren risikobehaftete Anlagen wie Aktien auf den Markt werfen, sagte Stratege Ben Potter von IG Markets. Allerdings habe es in den USA zuletzt keine großen Anschlussverkäufe gegeben, so dass sich das Tages-Minus auch am deutschen Markt in Grenzen gehalten habe, sagte Handelsvorstand Florian Weber von der Schnigge Wertpapierhandelsbank.

Entsprechend war am Freitag Gold gefragt: Der Preis für das Edelmetall kletterte mit 1867,30 Dollar je Feinunze auf ein neues Rekordhoch. Von Öl ließen die Anleger wegen der Sorgen um eine rückläufige Nachfrage lieber die Finger: Die US-Rohölsorte WTI verbilligte sich um bis zu 3,9 Prozent auf 79,17 Dollar je Barrel (159 Liter). „Der Druck auf den Preis hält an, auch ein Abrutschen auf bis zu 75 Dollar ist denkbar“, sagte Tony Nunan von Mitsubishi Corporation.

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  • Deutlicher gesagt: Nö, nicht sehr zuverlässig vor 14:00

  • naja, Der Dow startet 8:30 Ortszeit, also ist es während unseres Handels ziemlich duster in New York. Daher ist die Dow-Indikation zwar eine schöne Sache und leifert evtl. eine Tendenz. Soviel zu der Zuverlässigkeit aus meiner Sicht.

  • ... d.h. außerhalb der regulären handelszeit

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