Börse Frankfurt
Wenig Hoffnungen auf eine Dax-Osterrally

Dem Dax ist zu Beginn der verkürzten Handelswoche etwas die Puste ausgegangen. Die geopolitischen Unsicherheiten überschatteten positive Konjunkturdaten aus der Euro-Zone. Der Stada-Kurs geht durch die Decke.
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FrankfurtWegen der politischen Unsicherheiten von Syrien bis Nordkorea sind die Anleger mit Vorsicht in die Karwoche gestartet. Der Dax schloss bei12.200 Punkten. „Es sind derzeit genügend Argumente zu finden, die Investoren von Aktienkäufen abhalten", sagte ein Frankfurter Händler mit Blick auf Syrien und Nordkorea. Aus Nervosität vor dem ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen warfen die Anleger zudem Euro und französischen Staatsanleihen aus den Depots.

Nach dem US-Militärschlag gegen einen syrischen Luftwaffenstützpunkt hatte sich am Wochenende der Ton zwischen dem Westen und Russland sowie Iran verschärft. Russland als engster Verbündeter der syrischen Regierung warf Washington vor, mit dem Angriff eine „rote Linie“ überschritten zu haben. Außerdem trieb die Anleger die Nordkorea-Politik des US-Präsidenten Donald Trump um: Die USA entsandten einen Flugzeugträger und weitere Kriegsschiffe in die Gewässer vor der koreanischen Halbinsel, um nach Angaben aus Washington im Streit um das Raketen- und Atomwaffenprogramm des abgeschotteten Landes Stärke zu demonstrieren.

Am Devisenmarkt rutschte der Euro auf ein Vier-Wochen-Tief von 1,0571 Dollar. Nach enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten hatte er am Freitag noch über 1,06 Dollar notiert. Am Rentenmarkt warfen die Anleger französische Staatsanleihen aus ihren Depots. Jüngsten Meinungsumfragen zufolge holt der Linksaußenpolitiker Jean-Luc Melenchon auf. „Ein Sieg Melenchons wäre für die Märkte eine sehr unfreundliche Angelegenheit“, sagte Rabobank-Rentenstratege Lyn Graham-Taylor.

Favoriten bei den Wahlen bleiben zwar der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron und die Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen. Sie liegen mit 24 Prozent in der ersten Wahlrunde gleichauf. Doch Melenchon kommt in einer am Wochenende verbreiteten Umfrage mit 18 Prozent in der ersten Runde erstmals auf Rang drei und verweist den Konservativen Francois Fillon auf den vierten Platz. Der erste Wahlgang findet am 23. April, die Stichwahl am 7. Mai statt.

Bei den Einzelwerten standen Stada im Rampenlicht: Nach einer insgesamt 5,3 Milliarden Euro schweren Kaufofferte von Bain Capital und Cinven schossen die Aktien im MDax um 11,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 64,95 Euro in die Höhe. Die Finanzinvestoren bieten 66 Euro je Aktie, wie Stada mitteilte. Analysten bezeichneten den gebotenen Preis als überraschend hoch. Möglicherweise solle dadurch verhindert werden, dass andere potenzielle Bieter in den Prozess einstiegen, erklärte Experte Bernhard Weininger von Independent Research.

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Dax nimmt Anlauf auf Rekordhoch

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  • Besonders an Montagen sollte man solche Headlines erst schreiben, wenn die Börse ein paar Minuten geöffnet hat. Also kurz nach 9:00 Uhr.

    Dann wird aus dem moderaten Gewinn ein Mini-Verlust. Und schon sieht die Welt ganz anders aus.

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