Börse Frankfurt
Wochenstart des Dax sorgt für gemischte Gefühle

Nach der schwachen letzten Woche hatten sich viele Anleger mehr erhofft. Doch die unklare Nachrichtenlage aus den USA macht diesen Hoffnungen eine Strich durch die Rechnung. Der Dax schließt nur leicht im Plus.
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FrankfurtDer Wochenstart des Dax ist zufriedenstellend, mehr nicht. Bei insgesamt dünnen Umsätzen schloss der deutsche Branchenindex bei einem Kurs von 7.261 Punkten 0,4 Prozent fester. Der MDax beendete den heutigen Handelstag 0,8 Prozent höher auf 11.315 Zähler und der TecDax rettete ein Plus von 0,2 Prozent auf 816 Punkte.

Bis zur Eröffnung der US-Börsen verzeichnete der Dax ein größeres Plus. Verantwortlich dafür waren positive Meldungen aus der Euro-Zone und aus China. Doch die Freude über diese Meldungen ebbte mit dem Start der US-Börsen ein wenig ab. Das lag unter anderem an der uneinheitlichen Nachrichtenlage in den Vereinigten Staaten. Einerseits überzeugten die US-Einzelhandelsumsätze, andererseits enttäuschte der New Yorker Fed-Index die Anleger. Der Industrie-Index fiel auf 6,16 Punkte. Viele Investoren verleitete dies zu Gewinnmitnahmen. Der Dow Jones startete verhalten und notierte nach europäischem Börsenschluss lediglich 0,4 Prozent fester auf 13.387 Punkte.

Bis zum Nachmittag sorgten vor allem Europa und China für steigende Kurse. Finanzminister Schäuble äußerte die Annahme, dass Griechenland kein Opfer eines Staatsbankrotts werden würde. Außerdem schüren die Anleger Hoffnungen bezüglich Spanien. Es verdichten sich die Hinweise, dass das finanziell angeschlagene Land bald unter den Rettungsschirm ESM schlüpfen werde. Davon konnte zeitweise auch der Euro profitieren. Wenn Spanien den Euro-Rettungsschirm in Anspruch nehmen würde, kann die Europäische Zentralbank spanische Anleihen kaufen und so möglicherweise für eine Beruhigung der Schuldenkrise sorgen. "Wir sehen langsam endlich etwas Licht am Ende des Tunnels", sagte David Thebault von Global Equities. Die Neuigkeiten aus Europa kamen vor allem den Finanztiteln zugute. Die Deutsche Bank stieg um ein und die Commerzbank um 1,4 Prozent. Der europäische Bankenindex stieg um 1,1 Prozent.

China wiederum stützte die Kurse mit positiven Konjunktur- und Geldmarktdaten. Die dortigen Exportdaten geben Anlass zur Hoffnung, dass der asiatische Wachstumsmotor nicht allzu stark ins Stocken kommt. China halte sich tapfer, obwohl die Euro-Zone mit einer Rezession kämpfe, sagte Anita Paluch von Gekko Global Markets. Nach Angaben der Zollverwaltung sind die chinesischen Exporte im September fast doppelt so stark gewachsen wie erwartet. Zugleich legten auch die Importe zu, die im August überraschend gesunken waren.

Auch die chinesischen Inflationsdaten stimmten die Börsen freundlich. Die Geldentwertung fiel von zwei Prozent im August auf jetzt 1,9 Prozent. Das eigentlich von der Volksrepublik ausgegebene Inflationsziel liegt bei unter vier Prozent. Börsianern zufolge erhöht sich damit der Spielraum für die Führung in Peking, die Geldpolitik zur Ankurbelung der abflauenden Wirtschaft weiter zu lockern.

Die neue Handelswoche könnte trotzdem für viele Anleger unangenehm werden. Denn während die Zeichen in Europa und Asien immer positiver werden, veröffentlichen zahlreiche US-Unternehmen ihre Quartalszahlen und die könnten für einiges Durcheinander sorgen. Bereits vergangene Woche enttäuschten die US-Firmen mit durchwachsenen bis schwachen Unternehmensberichten. Das bringt die Analysten zu dem Schluss, dass die Gefahr einer Kurskorrektur in dieser Woche weiterhin groß bleibt. "Das Konjunkturumfeld ist noch immer labil, und die Gewinndynamik im Unternehmenssektor lässt nach", meinen die Analysten der DZ Bank zu US-Aktien.

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  • "Wir sehen langsam endlich etwas Licht am Ende des Tunnels", sagte Da vid Thebault von Global Equities."
    Ob das ein entgegen kommender Zug ist?


  • An viel tiefere Kurse als 7000, glaub ich mittlerweile nicht mehr. Zu viele, die alle noch auf Liquiditäts-Cashbergen (wie ich selber) sitzen, um nicht die Jahresend-Rally Richtung (über?) 8000 zu verpassen.

  • Sehe ich ähnlich. Möglicherweise knallt's noch mal kurz nach oben - bestenfalls bis 7.400 - und dann geht's erst mal runter.

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