Börse Frankfurt ZEW-Daten bewahren Dax vor dem Absturz

Ein nervöser Handel beendet am Dienstag die Rekordjagd des Dax. Nach wilden Spekulationen verzeichnen vor allem Versorger und Banken Verluste. Einen schlimmeren Kursrutsch verhinderten die Konjunkturforscher des ZEW.
Update: 22.01.2013 - 18:19 Uhr 31 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

FrankfurtNegative Vorgaben aus Asien und Sorgen um die Unternehmensziele der Deutschen Bank schickten den deutschen Aktienmarkt am Dienstag auf Talfahrt. Eine positive Konjunkturprognose des ZEW hielt den Abwärtstrend allerdings in Grenzen. Nach Verlusten von zeitweise über einem Prozent notierte der Dax bei Börsenschluss in Frankfurt 0,7 Prozent schwächer bei 7696 Punkten. Am Montag ging der Leitindex 0,6 Prozent höher und mit 7748 Zählern aus dem Handel. Der MDax stand am Abend bei 12.574 Punkten und damit 0,2 Prozent besser. Der TecDax ging mit einem Minus von 0,4 Prozent und 870 Punkten aus dem Handel.

In Japan fiel der Nikkei-Index um 0,35 Prozent, weil die Aktienmärkte mit Gewinnmitnahmen auf die Geldschwemme in Japan reagieren. Der breiter gefasste Topix büßte 0,4 Prozent auf 901 Zähler ein. Aus den USA gab es keine Vorgaben, da am Montag die Wall Street wegen des Martin-Luther-King-Feiertags geschlossen blieb. Bei Börsenschluss in Frankfurt notierte der Dow-Jones-Index 0,04 Prozent fester bei 13.654 Punkten.

Händler sprachen von einem extrem nervösen Handel mit einer lebhaft brodelnden Gerüchteküche. So dementierte unter anderem ein Bundesbank-Sprecher Spekulationen über einen bevorstehenden Rücktritt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann als „kompletten Blödsinn“. In der Tat tritt der EZB-Chef nicht zurück.

Für positive Nachrichten sorgte am Vormittag das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Die Konjunkturforscher trauen der deutschen Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte eine deutliche Erholung zu. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturentwicklung in den kommenden sechs Monaten kletterte im Januar um 24,6 auf 31,5 Punkte. Das ist der beste Wert seit Mai 2010, teilten die Mannheimer am Dienstag zu ihrer Umfrage unter 272 Analysten und Anlegern mit.

„Die Experten verbinden mit der verbesserten Stimmung an den Finanzmärkten offenbar die Hoffnung, dass die Unternehmen zurückgestellte Investitionen nunmehr doch durchführen“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. „Allerdings wird die konjunkturelle Ausgangslage bei wichtigen Handelspartnern nach wie vor zurecht schwach eingeschätzt.“ Dies lasse erwarten, dass die deutsche Wirtschaft 2013 „weiterhin moderat wachsen wird“.

Bereits vor der Veröffentlichung der Zahlen schrieben Helaba-Analysten, dass eine verbesserte ZEW-Umfrage darauf schließen lasse, dass der am Freitag anstehende Ifo-Geschäftsklimaindex das dritte Mal in Folge zulegen wird. „Daher wird wohl die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer in dieser Woche hoch bleiben.“

RWE und Eon mit Verlusten
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31 Kommentare zu "Börse Frankfurt: ZEW-Daten bewahren Dax vor dem Absturz"

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  • wenn der DOW +0.4 startet und zeitgleich der DAX bei -0,6 festhängt,wo wirds dann tendenziell hingehen.nach unten.
    abgesehen davon dass der DOW von den letzten 7 Handelstagen 6 mal im plus beendet hat während der DAX flat blieb.wo solls da noch hingehen.die US Gewinne werden mal wieder abverkauft und dann abwärts DAX,da is er dann voll dabei

  • Hauste Not-Aus jetz, sonst voll krass pleite.

  • sehr richtig!

  • und Problem damit Karl Marx?

  • Sehr richtig, das haben wir eben bemerkt. Die Märkte sind deshalb nervös, weil Japan es sich nicht mehr bieten lassen will, dass seine Währung tgl um 0,5% steigt und deshalb die Wettbewerbsfähigkeit enorm darunter leidet! Aber Draghi und die Politik haben nicht zu gelassen, dass die europ. Börsen mal Federn lassen, dabei wäre ein etwas stabilerer USD auch für Europa ein Segen, nur sie begreifens halt nicht.

  • Wieder ein misslungener Korrekturversuch oder eine inszenierte Falle von denen, die wissen, dass die Mehrheit auf eine ordentliche Korrektur wartet. So setzt sich aber die Konsolidierung auf hohem Niveau weiter fort, bis die Bullen endlich einmal die 8000/8200 gesehen haben.

  • Die Bürger haben kaum noch Kapital. Besonders wer in den letzten Jahren mit schwarz-geld, sein Brot mit Arbeit verdienen musste, der hat immer weniger bekommen.
    Reich geworden sind immer weniger, dafür aber superreich (Einkommensschere). Dahingehend wird es maximal für die reichen und Superreichen Einbußen geben. Und die tragen zum Konsum in Deutschland eher wenig bei.

  • Komisch. Hat Murrat auch gesagt.

    Bist Du's Murrat?

  • Ha,Ha

  • @Paderborner.wurde ja oft genug beschrieben wie man SDF traded.vorbörslich,nachbörslich verkaufen und 1.handelstunde short.
    wobei aufgrund des wetters eine längere short position (mehr als 60 min.) eher nicht so zielführend ist
    und sonst freu ich mich über meine vor 90 min.eingegangen Long Posi

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