Börse Frankfurt
Zinsängste bringen den Dax in Bedrängnis

Die Anleger schauen mit Sorge in die USA. Alles deuten darauf hin, dass die US-Notenbank Fed die Zügel ihrer Geldpolitik anzieht. Investoren verkaufen vorsorglich ihre Aktien. Der Dax muss Verluste hinnehmen.
  • 7

FrankfurtDer Dax konnte am Mittwoch seine Talfahrt nicht beenden. Schon zur Eröffnung sah es nach einer Fortsetzung der Baisse aus. Nur kurz konnte sich der Leitindex im Plus behaupten. Mit Eröffnung der US-Börsen vergrößerte sich dann das Minus erheblich. Am Ende gab der Dax ein Prozent nach auf 8.143 Punkte. Allerdings bewegten sich die Umsätze auf sehr niedrigem Niveau, weshalb sich die Aussagekraft des heutigen Handelstages in Grenzen hält.

Für Zurückhaltung sorgten einerseits die Verhandlungen im Bundesverfassungsgericht zum Euro-Rettungskurs und andererseits die seit Wochen andauernden Spekulationen um den zukünftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed.

In der zweiten deutschen Börsenliga konnte sich nur der MDax, getrieben von stark notierenden Kabel Deutschland-Aktien, mit 0,6 Prozent auf 13.890 Punkte im Plus halten. Der TecDax hingegen sank um 0,2 Prozent auf 954 Zähler.

In den USA fielen die Börsen nach starkem Auftakt ins Negative. Der Dow Jones gab am Abend 0,3 Prozent nach auf 15.077 Zähler, der S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 1.621 Punkte und der Nasdaq-100 sank um 0,5 Prozent auf 2.946 Punkte.

Die Richter in Karlsruhe prüfen seit gestern den Kurs der Euro-Retter. Bereits am Dienstag zeigten die Richter zwar Verständnis für Kritik, die Notenbank handle zu eigenmächtig. Zugleich blieb die Frage offen, ob das Gericht überhaupt über die Klagen entscheiden kann. Ein Urteil ist erst in einigen Monaten zu erwarten.

In den USA steht in der kommenden Woche eine weitere Fed-Sitzung an, von der sich die Anleger Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Notenbank erwarten. Zuletzt hatten sich Vertreter der US-Notenbank immer öfter für eine Drosselung der milliardenschweren Wertpapierkäufe ausgesprochen. Fed-Chef Ben Bernanke hatte den Beginn des Ausstiegs nur für den Fall in Aussicht gestellt, dass sich die Beschäftigungslage nachhaltig aufhellt. "Bis dahin dürfte das Hin und Her an den Märkten weitergehen", sagte ein Händler.

Keine Auswirkungen auf die Aktienmärkte hatten heute die erfreulichen Zahlen zur Industrie-Produktion in der Euro-Zone. Laut dem europäischen Statistikamt Eurostat stellten die Betriebe in den 17 Ländern im Schnitt 0,4 Prozent mehr her als noch im März. Experten hatten mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet. Überdurchschnittlich legte vor allem die Produktion von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen mit 2,7 Prozent zu.

Bei den Einzelwerten fielen heute die Aktien von Volkswagen mit einem Minus von 3,3 Prozent zurück. Der größte Autobauer Europas begibt zum zweiten Mal innerhalb von sieben Monaten eine milliardenschwere Wandelanleihe. Die Konzernleitung erhofft sich mit dieser Maßnahme Einnahmen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro, womit das Wachstum weiter gestärkt werden solle. Analysten lobten die Maßnahme: Der Emissionserlös von bis zu 1,2 Milliarden Euro wirke sich positiv auf das Eigenkapital der Gesellschaft aus, schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Punzet in einem Kommentar. Er bestätigte seine Kaufempfehlung für die Aktien.

Seite 1:

Zinsängste bringen den Dax in Bedrängnis

Seite 2:

Michael Lewis zieht sich aus Axel Springer zurück

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Zinsängste bringen den Dax in Bedrängnis"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ..............wir stehen kurz vorm Crash. Noch einmal, wir stehen kurz vor einem Crash. Raus aus der Hölle und die Gewinne sichern.............

  • Bin ja gespannt ob Wieland Staud Recht hat und die 8000-er Marke hält,bin gespannt.

  • zu früh, die Gänsehaut, viel zu früh.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%