Börse Frankfurt: Zypern irritiert nicht – Dax erobert 8.000 Punkte

Börse Frankfurt
Zypern irritiert nicht – Dax erobert 8.000 Punkte

Zypern verliert seinen Schrecken – EZB und Fed sei Dank. Solange die Notenbanken an ihren geldpolitischen Kursen festhalten, glauben sich die Anleger auf der sicheren Seite. Doch wehe sie drehen den Geldhahn zu.
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FrankfurtDie Börsen scheinen den ersten Zypern-Schock gut verdaut zu haben. Der Dax konnte sich schon früh im positiven Bereich etablieren und hielt das Plus bis zum Ende. Bei einem Kurs von 8.002 Punkten schloss das deutsche Branchenbarometer rund 0,7 Prozent fester.

Zur Mittagszeit stieg der Dax sogar auf ein Tageshoch von 8.030 Punkten, nachdem Gerüchte publik wurden, die auf eine baldige Freihabe der EU-Hilfen für Zypern hinwiesen. Medienberichten zufolge würde derzeit ein Verkauf der Cyprus Popular Bank an russischen Investoren durchgespielt. Die zyprische Regierung dementierte diese Meldung umgehend.

Der Verkauf des Finanzinstituts würde rund vier Milliarden Euro in Zyperns Kassen spülen. Dann wären nur noch weitere 1,8 Milliarden Euro nötig, um die EU-Hilfen in Höhe von zehn Milliarden Euro zu erhalten.

In der zweiten deutschen Börsenliga sah es dagegen durchwachsen aus. Der MDax beendete den Handelstag 0,2 Prozent im Minus auf 13.409 Punkte. Zahlreiche negative Geschäftsberichte MDax-notierter Unternehmen zogen den Index ins Minus. Der TecDax hingegen ging mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 921 Zähler aus dem Handel.

An den Börsen glaubt indes kaum einer, dass die EU Zypern fallen lassen wird. „Bisher ist es Europa immer in der letzten Minute gelungen eine Lösung zu finden - so wird es auch dieses Mal wieder sein“, erklärte ein Händler den Kursanstieg. „Die Anleger setzen einfach darauf, dass im Zweifelsfalle die Notenbanken es schon richten werden“, fügte ein zweiter hinzu.

Schon jetzt hilft die Notenbank in Zypern aus. Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen betonte allerdings, dass die EZB nur solventen Banken Notfallliquidität gewähren könne. Die Solvenz der zyprischen Banken müsse aber „als nicht gegeben angesehen werden, wenn nicht bald ein Hilfsprogramm für Zypern beschlossen wird, das eine rasche Rekapitalisierung des Bankensektors gewährleistet“, sagte Asmussen der Wochenzeitschrift „Zeit“. 

Der Euro konnte vor diesem Hintergrund etwas Boden gut machen. Die Währung stieg am Abend um 0,5 Prozent und wurde mit 1,2948 Dollar gehandelt. Allerdings bleiben einige Marktteilnehmer angesichts der kritischen Situation in Zypern skeptisch. Der weltgrößte Anleihenhändler Pimco hat mittlerweile sein Engagement im Euro reduziert. Die am Wochenende vorgelegten Maßnahmen der Euro-Länder deuteten darauf hin, dass der Weg für Europa noch steiniger werde, sagte Saumil Parikh, Geschäftsführer bei Pimco, Reuters. Die Entwicklung dürfe nicht nur als politischer Fehler betrachtet werden. „Man muss vielmehr erkennen, dass der Euro weit davon entfernt ist, eine perfekte Reservewährung zu sein.“

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Zypern irritiert nicht – Dax erobert 8.000 Punkte"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • "US-Notenbank senkt Konjunkturprognosen für 2013 und 2014"

    Dann kann's ja weiter nach oben knallen.

  • Zypern ist zu klein.Hier geht es um 5,6 Mrd Eigenanteil,bei 17 Mrd insgesamt.Bei Griechenland um 110 Mrd Eigenanteil bei 330 Mrd insgesamt.Das sind andere Dimensionen.

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