Börse Johannesburg
Rohstoffaktien belasten Südafrikas Börse

Dem weltweiten Abwärtstrend kann sich auch der Aktienmarkt in Südafrika nicht entziehen. Auch das hohe Gewicht von Minenaktien stützt den Leitindex in Johannesburg nicht. Denn anders als in Krisen eigentlich zu erwarten, ist auch der Goldpreis deutlich gefallen.

KAPSTADT. Die rohstofflastige Johannesburger Börse (JSE) ist zuletzt wieder voll in den Sog der Finanzkrise geraten. Angesichts der noch immer rückläufigen Metallpreise rutschte der JSE-Gesamtindex diese Woche wieder deutlich unter die Marke von 19 000 Punkten und liegt nun rund 40 Prozent unter seinem Allzeithoch von Mitte Mai.

Immerhin konnte sich die lokale Randwährung, die noch im Oktober für kurze Zeit bis auf 12 Rand je Dollar gefallen war, zuletzt bei 10 Rand je Dollar stabilisieren. Dennoch hat der Rand seit Jahresbeginn nun ebenfalls 40 Prozent gegenüber dem Dollar verloren - und vieles deutet darauf hin, dass dieser Abwärtstrend anhalten wird. Verantwortlich dafür ist vor allem Südafrikas hohes Leistungsbilanzdefizit, das mit fast 8 Prozent zu den höchsten der Welt zählt und bei vielen Anlegern die Nervosität vor weiteren Währungsverlusten schürt.

An der Börse schnitten zuletzt vor allem die Goldwerte enttäuschend ab. Hohe Produktionskosten und ein markanter Rückgang der geförderten Goldmenge führten im dritten Quartal zu einem starken Gewinnrückgang in dem Schlüsselsektor. Symptomatisch dafür ist, dass Südafrikas Goldproduktion allein im September im Vergleich zum Vorjahr um weitere 18 Prozent fiel. Erschwerend kommt für die Förderer hinzu, dass sich der Goldpreis zwischen Juli und September trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten weiter abgeschwächt hat und im Schnitt nur noch bei 869 Dollar lag. Im Moment liegt der Unzenpreis mit 740 Dollar sogar noch viel tiefer. Und die Hoffnungen auf bald wieder steigende Preise haben Analysten mit gesenkten Prognosen erst mal einen Dämpfer verpasst.

Wegen der rückläufigen Nachfrage nach den von ihnen geförderten Metallen überdenken inzwischen fast alle Minenkonzerne wie etwa Anglogold Ashanti ihre ehrgeizigen Expansionspläne. Schwierigkeiten bei der Aufnahme oder Verlängerung von Krediten haben das Unternehmen umgekehrt nun dazu veranlasst, seine Goldbergwerke in Mali zum Verkauf anzubieten. Dennoch will Anglogold das Volumen seiner Terminverkäufe trotz der damit verbundenen Rückkaufkosten weiter reduzieren. Gegenwärtig liegen die Vorausverkäufe des Unternehmens bei 6,3 Mio. Unzen und sind damit höher als bei jedem anderen Unternehmen in dem Sektor.

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