Börse
Lichtblick in Schanghai

Der Dienstag war kein guter Tag für Anleger: Weltweit waren die Aktienmärkte eingebrochen. Das ließ auch die asiatische Leitbörse nicht kalt: Sie beendete den Handel am Mittwoch ebenfalls tief in der Verlustzone. Dort, wo der gestrige Kursrutsch seinen Ausgang genommen hatte, entspannte sich die Lage dagegen deutlich.

HB/tor/ama/mm/rp SCHANGHAI/TOKIO/PEKING/FRANKFURT/NEW YORK. Nach dem schwersten Kurssturz seit zehn Jahren legten die Börsen in China wieder deutlich zu. Die Indizes in Schanghai und Shenzhen schlossen am Mittwoch deutlich fester: Der Shanghai Composite Index stieg Mittwoch um 3,94 Prozent auf 2881,07 Zähler, der Shenzhen Composite Index um 3,8 Prozent auf 736,81 Punkte. Damit machten Chinas Aktienmärkte fast die Hälfte der Rekordverluste vom Vortag wieder wett. Peking hatte zuvor für Schadensbegrenzung gesorgt, indem es Gerüchte entkräftete, nach denen eine Steuer auf Kapitaleinnahmen aus Aktiengeschäften geplant sei.

Am Dienstag hatte der Index um fast 9 Prozent nachgegeben. Das war der drastischste Rückgang seit einem Jahrzehnt. Gerüchte, die chinesische Regierung wolle zur Eindämmung des rasanten Wirtschaftswachstums eine Kapitalertragsteuer einführen, hatten die Investoren nervös gemacht. Daraufhin zogen vor allem institutionelle Anleger ihr Geld ab.

„Der Hauptgrund waren Gerüchte, aber die sind aus der Welt geschafft“, sagte Teng Yin, Analyst bei der Investment-Firma Everbright Securities. „Der Markt ist gesund. Kurzfristig wird es weiterhin Aufs- und Abs geben, aber auf Dauer zeigt er nach oben“, sagte Teng.

Analysten sprachen von einer fälligen Kurskorrektur auf dem überhitzten Wertpapiermarkt in China. Führende Ökonomen warnten schon seit Wochen vor einer Aktienblase, die sich an den Börsen von Schanghai und Shenzhen entwickelt habe. Der Shanghai Composite Index hatte 2006 um 130 Prozent zugelegt. Erst am Montag hatte er zum ersten Mal über der Schwelle von 3000 Punkten geschlossen.

Die anderen asiatischen Aktienmärkte zeigten sich trotz der Erholung in Shanghai am Mittwochmorgen weitgehend mit massiven Abschlägen. So beendete der Leitindex in Tokio, der Nikkei-225-Index, den Handel um 2,9 Prozent niedriger bei 17 604 Punkten. Im Verhältnis zu den Kurseinbrüchen in den USA und Europa war der Abschlag aber moderat; die Wall Street hatte die stärksten Verluste seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 verbucht. Der Dow-Jones-Aktienindex sank um 4,3 Prozent. Die Leitbörse erholte sich später etwas, schloss aber noch mit einem Minus von 3,3 Prozent. Auch an den Aktienmärkten in Südkorea, Hongkong und Singapur gaben die Hauptindizes nach, während die Börse in Taiwan praktisch unverändert tendierte.

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