Börse New York
Abgas-Affäre belastet US-Autowerte

Die VW-Abgas-Affäre macht sich auch an der Wall Street bemerkbar: US-Autowerte rutschen ab. Zudem drücken Unklarheit rund um die Fed und die sinkende Nachfrage nach Rohstoffen auf die Gemüter der Anleger.

New YorkFallende Preise bei Rohstoffen wie Öl und Kupfer infolge der Abkühlung der chinesischen Konjunktur haben den US-Börsen am Dienstag zugesetzt. Auch werde der Markt durch Unsicherheit darüber belastet, wann die US-Notenbank ihre zögerliche Haltung bei der ersten Zinsanhebung seit fast zehn Jahren aufgeben könnte, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 16.330 Punkten, zwischenzeitlich hatte er sogar noch rund 100 Punkte tiefer gelegen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,2 Prozent auf 1942 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,5 Prozent auf 4756 Stellen nach. In Frankfurt hatte der Dax 3,8 Prozent auf 9570 Punkte verloren.

Im Sog der Abgas-Affäre um Volkswagen standen vor allem die Aktien der größten US-Autobauer unter Druck. Die Papiere der Opel-Mutter General Motors verloren 1,9 Prozent. Bei Ford betrug das Minus 2,8 Prozent. Bei Fiat Chrysler waren es sogar 5,7 Prozent.

VW-Talfahrt auch an der Frankfurter Börse

Auch an der Frankfurter Börse hatte die VW-Affäre um Abgas-Manipulationen in den USA die Aktienanleger beschäftigt. Die Titel von Europas größtem Autobauer setzen ihre Talfahrt am Dienstag fort, und auch für den Dax ging es bergab. VW sackten nach Verlusten in Höhe von 18,6 Prozent am Montag heute um bis zu 23,3 Prozent ins Minus ab. Zum Handelsschluss notierten die Volkswagen-Vorzugsaktien bei 106,00 Euro (minus 19,8 Prozent).

Der Dax verlor am Dienstag 3,8 Prozent und schloss bei 9.570 Punkten. Mit einem Umsatzvolumen von fast 1,5 Milliarden Euro machte der VW-Handel mehr als ein Viertel des gesamten Dax-Handels aus. Seit Montag hat VW satte 27 Milliarden Euro an Börsenwert verloren.

Die Abgas-Manipulationen nehmen immer dramatischere Züge an. Der Wolfsburger Autobauer sieht sich gezwungen im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden Euro ergebniswirksam zurückzustellen. Volkswagen geht davon aus, dass weltweit insgesamt rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen sind. Bei einem bestimmten Motortyp sei „eine auffällige Abweichung zwischen Prüfungswerten und realem Fahrbetrieb“ festgestellt worden. Das Unternehmen stehe dazu in Kontakt mit den zuständigen Behörden und deutschen Kraftfahrtbundesamt.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA verdächtigt die Wolfsburger, bei zahlreichen Diesel-Fahrzeugen die Abgasvorschriften vorsätzlich umgangen zu haben. Volkswagen hat ein Fehlverhalten eingeräumt. Dem Dax-Konzern droht nach Angaben der Behörde nun eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar. Neben der EPA ermittelt Medienberichten zufolge nun auch das US-Justizministerium gegen die Niedersachsen.

Der Imageschaden sei das größte Risiko und momentan noch nicht quantifizierbar, schrieb LBBW-Analyst Gerhard Wolf in einem Kommentar. „Die negativen Auswirkungen auf VW und Audi generell, möglicherweise aber auch auf andere Dieselanbieter dürften hoch sein.“

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Abgas-Affäre belastet US-Autowerte

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Ungewissheit um Fed-Entscheid belastet Wall Street

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