Börse New York: Alcoa schiebt die Wall Street an

Börse New York
Alcoa schiebt die Wall Street an

Die Wall Street geht mit Zuversicht in die Bilanzsaison. Der US-Aluminiumriese Alcoa läutet die Berichtsaison in Amerika ein und kann die Anleger mit einem Gewinn überraschen.
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New YorkNach fünf verlustreichen Tagen hat ein überraschender Quartalsgewinn beim Aluminiumkonzern Alcoa die Anleger wieder an die US-Börsen gelockt. Die Bilanz des Unternehmens gilt als Indikator für die Entwicklung anderer Branchen: In New York standen am Mittwoch konjunkturabhängige Titel auf den Einkaufszetteln der Börsianer.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 12.805 Punkten. Im Verlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.716 und 12.844 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1368 Punkten, ein Plus von 0,7 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 3016 Punkte. Damit machten die Indizes einen Teil ihrer Vortagesverluste von je etwa 1,7 Prozent wieder wett.

Auch in Europa zogen die Kurse auf breiter Front wieder an, während sich an den Rentenmärkten die Lage etwas beruhigte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von gut einem Prozent auf 6674 Punkten aus dem Handel. Die Gründe für die Verluste der vergangenen Tage - Sorgen um die Entwicklung der Bilanzsaison und das europäische Finanzsystem - seien nun weniger präsent, sagte Eric Kuby von North Star Investment Management in Chicago.

Für Erleichterung sorgte in New York die Zusicherung der Europäischen Zentralbank, dem angeschlagenen Spanien im Notfall helfen zu wollen. Direktoriumsmitglied Benoit Coeure drohte spekulativen Anlegern damit, am Staatsanleihenmarkt wieder als Käufer aktiv zu werden. Alcoa -Aktien legten 6,3 Prozent zu. Das Unternehmen - es läutet traditionell in den USA die Bilanzsaison ein - hatte im ersten Quartal von einer spürbaren Erholung in der Auto- und Luftfahrtbranche profitiert und zur Verwunderung der Experten wieder den Sprung in die Gewinnzone geschafft. „Die Erwartungen an die Bilanzsaison lagen relativ niedrig, also war der optimistische Start ein willkommenes Signal“, begründete Jack Ablin von der Harris Private Bank in Chicago die Kauflaune.

Im Interesse der Anleger standen auch die Aktien von Apple. Das Justizministerium verklagt den Konzern und zwei große Verlage wegen illegaler Preisabsprachen auf dem E-Book-Markt. Apple-Scheine verloren 0,4 Prozent. Wie in Europa zählten dagegen die Finanzwerte zu den Gewinnern: JP Morgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America und Citigroup stiegen um 1,2 bis 3,7 Prozent.

Gegen die allgemeine Markttendenz brachen die in den USA gehandelten Anteilsscheine von Nokia um mehr als 15 Prozent ein. Der strauchelnde Handy-Weltmarktführer sieht kein Ende seiner Krise ab: Trotz neuer Modelle und einem Führungswechsel muss der finnische Smartphone-Erfinder nun einen Verlust im Kerngeschäft einräumen. Der Konzern kündigte überraschend rote Zahlen im abgelaufenen ersten Quartal wie auch im gerade begonnenen zweiten Vierteljahr an. Zudem vermasselte der Konzern den Marktstart des neuen Nokia-Hoffnungsträgers, seines Windows -basierten Modells Lumia 900.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 790 Millionen Aktien den Besitzer. 2374 Werte legten zu, 657 gaben nach und 60 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1.53 Milliarden Aktien 1964 im Plus, 548 im Minus und 102 unverändert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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