Börse New York
Alibaba schließt bei 93,89 Dollar

Das furiose Börsendebüt von Alibaba hat die Wall Street wenig beeindruckt. Die großen Indizes bewegten sich am Hexensabbat kaum. Dennoch überstrahlt die Aktie des chinesischen Online-Händlers alles. Der Marktbericht.
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New YorkTrotz des weltgrößten Börsendebüts von Alibaba hat sich die Wall Street am Freitag kaum bewegt. Die Titel des chinesischen Online-Händlers schossen an ihrem ersten Handelstag zwar rund ein Drittel nach oben. Nach dem Rekordhoch am Vortag nahmen jedoch viele Anleger Gewinne am Gesamtmarkt mit. Zudem kam Oracle unter Druck, da Firmengründer Larry Ellison nach fast vier Jahrzehnten überraschend den Chefsessel bei dem US-Softwaregiganten räumt. Für hohe Umsätze sorgte der sogenannte "Hexensabbat", an dem Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien verfallen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher auf 17.279 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 2010 Zählern in etwa auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 4579 Punkte nach.

Bei den Einzelwerten sorgte Alibaba mit dem weltgrößten Börsengang aller Zeiten für Furore. Mit einem Kurssprung zum Start um 36 Prozent auf 92,70 Dollar legte der chinesische Internet-Händler ein fulminantes Börsendebüt hin. Wenig später kostete das begehrte Papier sogar 99,70 Dollar, bevor der Kurs zum Schluss wieder auf rund 93,89 Dollar nachgab. Es dauerte angesichts einer Flut von Kaufaufträgen fast zweieinhalb Stunden, ehe die New Yorker Börse überhaupt einen ersten Kurs nennen konnte. Viele Anleger, die bei der Zuteilung leer ausgegangen waren, wollten die Titel offenbar zu fast jedem Preis in ihren Depots haben.

Die Aktien des Alibaba-Eigners Yahoo ließen dagegen 2,7 Prozent Federn. Der Internet-Pionier trennt sich von Alibaba-Papieren.

Daneben stand der Abschied von Oracle -Gründer Larry Ellison aus der operativen Leitung des SAP-Rivalen im Fokus. Viele zweifelten an der Effektivität der nun vorgesehen Doppelspitze. Die ebenfalls am Vorabend vorgelegten Quartalszahlen waren zudem etwas schwächer als erwartet ausgefallen. Oracle verloren mehr als vier Prozent.

Gefragt waren dagegen die Aktien von Concur mit einem Kursplus von über 17 Prozent. Der deutsche Softwarehersteller SAP übernimmt für gut acht Milliarden Euro den Spezialisten für Spesen-Abrechnungssoftware.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch Dresser-Rand. Die Anteilsscheine des US-Spezialisten für Öl- und Gastechnik verteuerten sich um mehr als neun Prozent. Siemens erwägt Medienberichten zufolge ein Angebot von über sechs Milliarden Dollar für das Unternehmen.

Mit Erleichterung reagierten die Anleger an den europäischen Aktienmärkten auf den Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich. Von Euphorie mochten Händler aber nicht sprechen. Schon am Nachmittag machten viele Investoren Kasse, so dass die meisten Indizes bis Handelsschluss wieder auf dem Vortagesniveau lagen. Dax und EuroStoxx50 schlossen mit 9799,26 und 3273,25 Punkten nahezu unverändert.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,85 Milliarden Aktien den Besitzer. 1185 Werte legten zu, 1821 gaben nach und 171 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,03 Milliarden Aktien 951 im Plus, 1795 im Minus und 95 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 12/32 auf 98-6/32. Die Rendite sank auf 2,585 Prozent. Der 30-jährige Bond rückte um 1-5/32 auf 96-24/32 vor und rentierte mit 3,297 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit kursgünstigen Anschaffungen nach den jüngsten Verlusten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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