Börse New York: Amazon und Konjunktur drücken auf Wall Street

Börse New York
Amazon und Konjunktur drücken auf Wall Street

Die US-Börsen sind im Bann der Bilanzen. Amazon enttäuschte seine Aktionäre, die die Aktie kräftig abstoßen. Auch Starbucks konnte seine Eigener nicht überzeugen. Trotz enormer Umsatzzuwächse.
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New YorkDie US-Börsen haben zum Wochenausklang keine gemeinsame Richtung gefunden. Während der Dow am Freitag ein hauchdünnes Plus schaffte, rutschten der S&P 500 und die Technologiebörse Nasdaq ins Minus. Vor allem ein unerwartet geringer Anstieg der US-Wirtschaftsleistung drückte auf die Stimmung der Anleger. Auch das im April gesunkene Verbrauchervertrauen schürte Sorgen um die Konjunkturentwicklung. Der Internethändler Amazon wurde auf dem Parkett für seinen enttäuschenden Ausblick abgestraft und zog vor allem die Nasdaq mit in die Tiefe. Auch Starbucks konnte die Anleger mit seiner Bilanz nicht erfreuen.

Der Dow-Jones-Index pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 14.743 und einem Tief von 14.684 Punkten. Er schloss mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent auf einem Stand von 14.712 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 büßte dagegen 0,2 Prozent auf 1582 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,3 Prozent auf 3279 Punkte. Auf Wochensicht ergab sich für den Dow ein Plus von 1,1 Prozent, für den S&P von 1,7 und für die Nasdaq von 2,3 Prozent. In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent niedriger bei 7814 Punkten.

Zwar zeigte die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts, dass die amerikanische Wirtschaft im ersten Quartal an Schwung gewonnen hat. Allerdings blieb der aufs Jahr hochgerechnete Anstieg von 2,5 Prozent unter den von den Analysten erwarteten 3,0 Prozent. Während die Konsumausgaben zulegten - die in den USA zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmachen - bremste der Außenhandel.

Zum Auftakt des zweiten Quartals trübte sich dann auch die Stimmung der US-Konsumenten ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank im April auf 76,4 von 78,6 Punkten im Vormonat, wie Thomson Reuters und die Universität Michigan am Freitag nach endgültigen Berechnungen mitteilten.

"Toll war das nicht gerade", sagte Steve Sosnick von Timber Hill/Interactive Brokers Group zu den Konjunkturzahlen. "Es war aber auch nicht schlecht genug, um den Markt ganz von seinem Weg abzubringen."

Die Aktien von Amazon rauschten nach der Vorlage der Quartalszahlen gut sieben Prozent in den Keller. Der weltgrößte Online-Händler steigerte seinen Umsatz zwar um 22 Prozent. Allerdings zeigten sich Analysten vom Ausblick enttäuscht.

Bei Starbucks war es der Umsatzanstieg von elf Prozent, der den Markt nicht zufriedenstellte. Titel des Kaffeerösters sanken um 0,8 Prozent.

Der Energiekonzern Chevron stützte dagegen den Dow. Die Aktien legten knapp 1,3 Prozent zu, nachdem das Unternehmen die Märkte mit seiner Quartalsbilanz positiv überrascht hatte.

Steil bergauf ging es für die Papiere von J.C. Penney, nachdem die Bank Goldman Sachs ein fast 1,8 Milliarden Dollar schweres Finanzpaket für den angeschlagenen Einzelhändler geschnürt hatte. Die Anteilsscheine verteuerten sich um fast zwölf Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 681 Millionen Aktien den Besitzer. 1208 Werte legten zu, 1744 gaben nach und 126 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,7 Milliarden Aktien 931 Titel im Plus, 1510 im Minus und 95 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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