Börse New York
Angst vor Ukraine-Eskalation belastet US-Börsen

Souveräne Konjunkturdaten ließen die Börsen im Big Apple zunächst hinauf klettern, doch die Ukraine-Krise meldet sich mit Markt-erschütternden Nachrichten zurück. Die Wall Street rutschte in den roten Bereich.
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New YorkDie Angst vor einer Eskalation im Ukraine-Konflikt hat am Freitag den Aufwärtstrend an den US-Börsen abrupt gestoppt. Nach einer positiven Eröffnung drehten die Kurse ins Minus, als die Ukraine den Angriff auf eine russische Militärkolonne auf ihrem Territorium meldete. "Es ist zwar schwer zu sagen, wie ernst das ist", erklärte Jim McDonald von Northern Trust Asset Management. "Aber ein anhaltender Anstieg der Gewalt könnte kurzfristig zu einem Rückschlag führen." Die Nasdaq kämpfte sich bis zum Handelsschluss wieder ins Plus.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.662 Punkten 0,3 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 16.575 und 16.775 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1955 Zählern faktisch unverändert aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,27 Prozent und schloss bei 4464 Punkten. Auf Wochensicht legten alle drei großen Indizes zu: Der Dow um 0,7 Prozent, der S&P um 1,2 Prozent und die Nasdaq um 2,2 Prozent. Der Dax schloss 1,4 Prozent schwächer bei 9092 Punkten. Auf Wochensicht schrumpfte sein Plus damit auf knapp ein Prozent zusammen.

Seit Tagen blicken die Börsianer gespannt auf das Tauziehen um einen russischen Hilfskonvoi für die von prorussischen Separatisten gehaltenen Gebiete in der Ostukraine. In den vergangenen Tagen hatten jedoch Signale für eine Entspannung der Ukraine-Krise - unter anderem Äußerungen von Präsident Wladimir Putin - zu den Kursgewinnen beigetragen.

Weitere temporäre Rücksetzer am Aktienmarkt seien wegen der unklaren Lage in der kommenden Woche nicht auszuschließen, kommentierten die Analysten von Allianz Global Investors. "Der Börsensommer könnte verregnet bleiben." Allerdings hätten "politische Börsen" bekanntermaßen kurze Beine. "Und Sommergewitter ziehen vorüber, solange sich die wirtschaftlichen Perspektiven nicht nachhaltig verschlechtern."

Erfreulich fielen die US-Daten zur Industrieproduktion aus: Sie stiegen im Juli um 0,4 Prozent zum Vormonat und damit stärker als erwartet. "Insgesamt untermauern die Zahlen das intakte Wachstumsszenario in den USA", kommentierte die Helaba. Allerdings trübte sich die Stimmung der US-Konsumenten im August überraschend ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel Daten von Thomson Reuters und der Universität Michigan zufolge um 2,6 auf 79,2 Punkte.

Bei den Einzelwerten standen unter anderem die Titel von Monster Beverage mit einem Anstieg von 30,4 Prozent im Zentrum der Aufmerksamkeit, nachdem Coca-Cola seinen Einstieg bei dem Getränkehersteller verkündete. Coca-Cola-Papiere legten 1,7 Prozent zu. Applied Materials übertraf mit seiner jüngsten Geschäftsbilanz die Erwartungen der Börsianer und wurde dafür mit einem Kursanstieg von 6,3 Prozent belohnt.

An der New York Stock Exchange wechselten 756 Millionen Aktien den Besitzer. 1465 Werte legten zu, 1527 gaben nach und 168 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 1133 im Plus, 1543 im Minus und 139 unverändert.

Bei den US-Staatsanleihen stand auch die Ukraine im Fokus. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 16/32 auf 100-10/32. Sie rentierten mit 2,34 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 1-12/32 auf 99-28/32 und hatten eine Rendite von 3,13 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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