Börse New York
Anleger lassen vor Griechen-Referendum Vorsicht walten

Die Unsicherheit über die Situation in Griechenland lässt Anleger vorsichtig agieren. Auch US-Aktien leiden unter den unabsehbaren Folgen eines Grexit. Bei den wichtigsten Indizes hat sich wenig bewegt.
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New YorkWenige Tage vor der Volksabstimmung über den wirtschaftlichen Kurs Griechenlands haben die Anleger auch an den New Yorker Börsen vorsichtig agiert. „Niemand will vom Ausgang des Referendums auf dem falschen Fuß erwischt werden“, sagte ein Börsianer. „Da am Freitag zudem die Wall Street geschlossen bleibt, ziehen sich einige Anleger bereits heute zurück.“

Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem erklärte die Abstimmung am Sonntag zur Schicksalswahl. Ein „Nein“ stelle die Mitgliedschaft Griechenlands in der Euro-Zone in Frage. Nach monatelangem Ringen waren vergangene Woche die Verhandlungen über weitere Hilfen für den hoch verschuldeten Mittelmeer-Anrainer geplatzt. Daraufhin konnte dieser als erster westlicher Staat überhaupt eine Rate an der Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht zahlen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 17.730 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 2076 Zählern in etwa auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,1 Prozent auf 5009 Punkte.

Vor allem Übernahmen zogen das Interesse der Anleger auf sich. Die 890 Millionen Dollar schwere Offerte der Ebay -Tochter PayPal verhalf Xoom zu einem satten Kurssprung. Die Aktien des Geldtransferdienstes legten um 21 Prozent zu. Konkurrent Western Union verlor dagegen sieben Prozent.

Auch die US-Gesundheitsbranche rückte in den Fokus. Das Unternehmen Centene will den Konkurrenten Health Net für 6,3 Milliarden Dollar in bar und Aktien kaufen. Health Net schossen daraufhin um zehn Prozent in die Höhe, Centene-Aktien verbilligten sich um rund acht Prozent. Der Konzern baut mit der Übernahme seine Position als Vermittler von staatlichen Versicherungsangeboten aus. Das fusionierte Unternehmen wird mehr als zehn Millionen Versicherungsnehmer in den USA betreuen.

Zudem elektrisierten die Absatzzahlen von Tesla die Anleger. Der Elektroauto-Anbieter verkaufte im zweiten Quartal 11.507 „Model S“-Fahrzeuge. Damit seien in diesem Zeitraum so viel Wagen abgesetzt worden wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Tesla-Titel stiegen um vier Prozent.

Der Energiekonzern BP legte die jahrelangen Rechtsstreitigkeiten in den USA wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 weitgehend bei. Das Unternehmen zahlt 18,7 Milliarden Dollar Schadenersatz an die US-Regierung und fünf Bundesstaaten. Die auch in den USA gehandelten BP-Aktien sprangen mehr als fünf Prozent in die Höhe.

Die US-Industrie erlitt im Mai ein unerwartet hohes Auftragsminus. Die Betriebe sammelten ein Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat. Dies war der neunte Rückgang in zehn Monaten. Die Arbeitslosenquote fiel im Juni auf 5,3 Prozent und damit auf das niedrigste Niveau seit rund sieben Jahren. Die Zahl der neuen Stellen stieg allerdings nur um 223.000 und damit weniger stark als von Experten erwartet.

In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 11.099,35 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 verlor ein Prozent auf 3.462,03 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 1536 Werte legten zu, 1516 gaben nach und 145 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,48 Milliarden Aktien 1016 im Plus, 1760 im Minus und 137 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten leicht zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 7/32 auf 97-21/32. Die Rendite sank auf 2,393 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1/32 auf 96-10/32 und rentierte mit 3,192 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit einer Erholung nach den heftigen Verkäufen am Vortag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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