Börse New York Anleger nach Yellen-Rede zufrieden

Nach der Rede von Fed-Chefin Janet Yellen rechnen Marktteilnehmer vorerst nicht mit Zinsabhebungen. Positiv aufgenommen wird auch die Regierungs-Ankündigung, eine Steuerreform voranzutreiben. Wall Street legt leicht zu.
Update: 25.08.2017 - 22:31 Uhr Kommentieren

Amerikanische Wirtschaft auf Kurs – der Druck auf Janet Yellen steigt

Amerikanische Wirtschaft auf Kurs – der Druck auf Janet Yellen steigt

New YorkDie mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen und die Hoffnung auf eine Steuerreform haben Börsianer in New York zum Wochenausklang freundlich gestimmt. Zwar ging Yellen am Freitag beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole nicht auf die aktuelle Zinspolitik der Fed ein, sondern sprach sich dafür aus, die Bankenregulierung nicht zu stark zurückzufahren. Experten erklärten jedoch, Händler hätten sich vor der Rede stark zurückgehalten. Die Ankündigung der US-Regierung, ab kommender Woche eine große Steuerreform voranzutreiben, wurde ebenfalls positiv aufgenommen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 21.818 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich ebenfalls um 0,2 Prozent und stand zum Schluss bei 2443 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,1 Prozent auf 6265 Stellen vor. Der Dax war in Frankfurt 0,1 Prozent schwächer bei 12.167 Punkten aus dem Handel gegangen. Der EuroStoxx50 gab 0,2 Prozent auf 3438 Zähler nach.

Bei ihrer Rede verlor Yellen kein Wort über geldpolitische Themen. Quelle: AP
Janet Yellen

Bei ihrer Rede verlor Yellen kein Wort über geldpolitische Themen.

(Foto: AP)

Der Währungsstratege Marc Chandler von der Privatbank Brown Brothers Harriman sprach von dem Risiko, dass Yellen entgegen den Erwartungen doch etwas zu den Zinsen hätte sagen können. „Sie hat nichts gesagt und damit können die Leute das tun, was sie eigentlich tun wollten.“ Chandler verglich die Rede mit einer Hürde, die der Markt habe überwinden müssen. Andere Experten erklärten, das Fehlen geldpolitischer Kommentare der Fed-Chefin werde als Bestätigung gesehen, dass es wohl nicht zu einer baldigen Zinserhöhung kommen werde. Kurz vor Börsenschluss in New York (21.00 Uhr MESZ) sollte EZB-Präsident Mario Draghi noch eine Rede halten.

Gut kam in New York auch ein Interview von Gary Cohn an, dem Nationalen Wirtschaftsberater von Donald Trump. Demnach wird der US-Präsident ab kommender Woche für seine lang erwartete Steuerreform werben. Von dem Umbau des amerikanischen Steuersystems versprechen sich viele Konzerne bessere Geschäftsbedingungen. Trump und der Kongress stehen unter Druck, weil der Republikaner trotz einer Mehrheit seiner Partei in beiden Kammern nicht die ebenfalls versprochene Gesundheitsreform umsetzen konnte.

Flaue US-Vorgaben dürften die Anleger bremsen

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Bei den Einzelwerten spielte der an die USA heranrückende Hurrikan „Harvey“ eine Rolle. Titel von Öl-Konzernen und anderen Unternehmen aus der Energiebranche wie Chevron und Schlumberger legten zu, da sich der Ölpreis verteuerte. Chevron-Aktien stiegen um knapp ein Prozent, Schlumberger-Anteile um 1,5 Prozent.

  • rtr
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