Börse New York
Anleger setzen auf rasches Ende im Haushaltsstreit

Auch an der heimischen US-Börse sorgt der eskalierte Haushalts-Streit nicht für Verluste. An der Wall Street glauben die Anleger an einen Kompromiss im Kongress. Das hilft den großen US-Indizes.
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New YorkDie Wall Street hofft auf ein rasches Ende des US-Haushaltsnotstands. Die Börsen starteten am Dienstag freundlich ins Schlussquartal des Jahres. Da sich die US-Abgeordneten bis Ablauf der Frist am Montag nicht auf einen neuen Haushalt einigen konnten, werden Hunderttausende Staatsbedienstete bis auf weiteres in unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Investoren setzen nun darauf, dass der öffentliche Druck die Streitparteien zu einer baldigen Einigung zwingt und die teilweise Schließung der Verwaltung wieder aufgehoben wird.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 15.208 und einem Tief von 15.110 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 15.191 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,8 Prozent auf 1695 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 1,2 Prozent auf 3817 Punkte vor. In Frankfurt schloss der Dax 1,1 Prozent im Plus auf 8689 Punkten.

Die große Frage sei nun, wie lang dies dauern werde, sagte Investmentstratege Rex Macey von Wilmington Trust. Kollege Mike Serio von Wells Fargo Private Bank erwartet keine große Auswirkungen, sollte es - wie in der Vergangenheit - bald zu einem Kompromiss kommen. "Daher sind wir immer noch ziemlich optimistisch, was US-Aktien angeht", sagte Serio.

Die Abgeordneten müssen ferner bis Mitte Oktober über die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze entscheiden. Wenn es hier keine Einigung gibt, droht der Regierung in Washington die Zahlungsunfähigkeit. Sollte sich der Konflikt in diese Richtung entwickeln "dann wird es extrem besorgniserregend", sagte Macey.

Für eine positive Überraschung sorgten frische Daten zur Entwicklung der US-Industrie. Diese wuchs im September so stark wie seit fast zweieinhalb Jahren nicht mehr, wie der US-Einkaufsmanager des Institute for Supply Management (ISM) zeigte. Ökonomen hatten mit einem Rückgang gerechnet.

Merck-Aktien stiegen um 2,4 Prozent. Der Pharma-Konzern will weitere 8500 Stellen streichen, womit sich die Gesamtzahl auf 16.000 summiert. Ziel ist die Senkung der Ausgaben um 2,5 Milliarden Dollar bis Ende 2015.

Ford -Papiere legten 1,9 Prozent zu. Der Autobauer erzielte im September in den USA überraschend ein Absatzplus von 5,8 Prozent.

Apple kletterten 2,4 Prozent. Großinvestor Carl Icahn hatte zuvor von einem Abendessen mit Konzernchef Tim Cook berichtet, bei dem er diesen erneut zu Aktienrückkäufen in Höhe von bis zu 150 Milliarden Dollar gedrängt habe. Die Gespräche sollten in etwa drei Wochen fortgesetzt werden.

Auch Walgreen standen im Blick. Die Aktie des Pharma-Einzelhändlers zog 4,5 Prozent an, nachdem das Unternehmen Quartalsergebnisse vorlegte, die besser als erwartet ausfielen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 72 Millionen Aktien den Besitzer. 2152 Werte legten zu, 825 gaben nach und 110 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 1825 Titel im Plus, 713 im Minus und 95 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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