Börse New York Anleger warten auf Notenbank-Gipfel

Vor dem mit Spannung erwarteten Notenbanker-Gipfel in Jackson Hole gingen die US-Anleger in Wartehaltung. Die Wall Street schloss mit leichten Verlusten. Einzelhandelswerte waren unterdessen aber gefragt.
Update: 24.08.2017 - 23:58 Uhr Kommentieren

Amazon drückt auf die Preise – Druck auf Whole Foods steigt

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New YorkVor dem Notenbanker-Gipfel in Jackson Hole haben sich die US-Anleger nicht aus der Deckung gewagt. Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Präsident Mario Draghi sollen am Freitag bei der Konferenz am Rande der Rocky Mountains reden.

Investoren erhoffen sich davon Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs in den USA und Europa, auch wenn richtungsweisende Äußerungen als eher unwahrscheinlich gelten. In der allgemeinen Lähmung konnte der Modekonzern Abercrombie & Fitch die Börsianer am Donnerstag schon damit erfreuen, dass er weniger Verlust hinnehmen musste als von Analysten erwartet. A&F-Aktien schossen 17 Prozent in die Höhe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 21.870 und einem Tief von 21.765 Punkten. Er schloss mit einem Abschlag von 0,1 Prozent auf einem Stand von 21.784 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,2 Prozent auf 2438 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,1 Prozent auf 6271 Stellen ein. Der deutsche Leitindex Dax hatte sich zuvor 0,1 Prozent höher bei 12.180 Punkten verabschiedet, sein europäisches Pendant EuroStoxx50 stieg um 0,2 Prozent auf 3444 Zähler.

Wenn die Politik Börsen crashen lässt
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Politische Krisen lassen sich auch am Verhalten des Börsenmarktes ablesen: Oft reagieren Anleger mit blanker Panik und wollen ihre Schäfchen, also ihre Gewinne, ins Trockene bringen. Der US-Aktienmarkt hat schon zahlreiche politische durchlebt. Ob militärischer Konflikt, Gewalttaten von internationaler Bedeutung oder die Lossagung von Bündnispartnern: Geopolitische Ereignisse lassen die Wall Street nicht kalt. Doch nicht immer fallen die Reaktionen so heftig aus, wie zuvor erwartet, und häufig stabilisieren sich die Kurse schneller, als gedacht.

Quelle: Deutsche Bank

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Politische Krisen lassen sich auch am Verhalten des Börsenmarktes ablesen. Der US-amerikanische Markt hat schon einige solcher Krisen durchlebt. Ob militärischer Konflikt, Gewalttaten von internationaler Bedeutung oder die Lossagung von Bündnispartnern: Der Markt reagiert auf geopolitische Ereignisse. Doch nicht immer fallen die Reaktionen so heftig aus, wie vorher erwartet, und häufig stabilisieren sich die Kurse schneller, als gedacht.

Quelle: Deutsche Bank

Platz 13: Ukraine-Konflikt – 2 Prozent Verlust
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Auch wenn Aktienhändler in den meisten Fällen geopolitische Ereignisse registrieren – gravierende Auswirkungen haben sie nicht immer. Das zeigt der Ukraine-Konflikt, der 2014 begann. In sechs Verkaufstagen büßte der amerikanische Aktienmarkt damals nur 2,0 Prozent ein. Ein Jahr später hatte er bereits wieder 11,5 Prozent zugelegt.

Platz 12: Sowjetische Invasion in Afghanistan – 3,8 Prozent Verlust
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1979 marschierte die sowjetische 40. Armee in Afghanistan ein, um die säkulare kommunistische Regierung zu stützen. Das hatte nicht nur einen Bürgerkrieg in Afghanistan zur Folge, sondern auch Verluste am Aktienmarkt in Höhe von 3,8 Prozent. Der Bürgerkrieg dauerte zwar mindestens bis zum Jahr 2001, – bereits ein Jahr nach der sowjetischen Invasion waren die Kurse aber wieder um 29,6 Prozent gestiegen.

Platz 11: Bau der Berliner Mauer – 3,9 Prozent Verlust
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Eines der prägendsten Ereignisse der deutschen Geschichte hinterließ auf dem amerikanischen Aktienmarkt leichte Spuren. Um 3,9 Prozent gingen die Kurse 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer in 25 Verkaufstagen zurück. Auch ein Jahr später hatte sich der Markt noch nicht wieder erholt: Die Kurse waren um weitere 14,9 Prozent gefallen. Die Mauer hingegen fiel erst 1989.

Platz 10: Erster Irakkrieg – 4,9 Prozent Verlust
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1991 vertreiben amerikanische Streitmächte den Irak aus Kuwait, das der irakische Diktator Saddam Hussein ein Jahr zuvor überfallen und annektiert hatte. Der amerikanische Aktienmarkt reagierte mit Verlusten von 4,9 Prozent in 20 Verkaufstagen. Ein Jahr später lag der Zuwachs schon wieder bei 23,5 Prozent.

Platz 9: Zweiter Irakkrieg – 5,3 Prozent Verlust
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Um 5,3 Prozent in sieben Verkaufstagen gingen die Kurse 2003 beim zweiten Irakkrieg zurück und damit etwas stärker, als zwölf Jahre zuvor. Dafür war auch der Zuwachs im ersten Jahr nach dem Ereignis um einiges höher: Ganze 32,8 Prozent mehr verzeichnete der Markt schon 2004.

In den USA gaben nicht einmal die Konjunkturdaten den Börsianern klare Handelsimpulse: Zum einen stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gering. Zum anderen sank im Juli der Absatz bestehender Eigenheime ebenso unerwartet, allerdings weil nur wenige Immobilien überhaupt auf dem Markt waren.

Das Treffen der Zentralbankvertreter in Wyoming dürfte die Anleger auf andere Gedanken bringen, nachdem zuletzt internationale Spannungen und innenpolitische Querelen wie um die Schuldengrenze im Mittelpunkt gestanden hatten. Die Ratingagentur Moody's zeigte sich am Donnerstag zwar eher gelassen mit Blick auf die Schuldengrenze, doch Experten sehen angesichts anhaltender Unsicherheiten Zeichen für einen Abwärtstrend an den Börsen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 718 Millionen Aktien den Besitzer. 1438 Werte legten zu, 1408 gaben nach und 219 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 1695 Titel im Plus, 1156 im Minus und 258 unverändert.

Mit Spannung wurde das Notenbanker-Treffen auch an den US-Kreditmärkten erwartet. Dort gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 6/32 auf 100-16/32 nach. Sie rentierten mit 2,2 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 14/32 auf 99-19/32 nach und hatten eine Rendite von 2,8 Prozent.

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