Börse New York
Apple koppelt sich von flauem Wall Street-Handel ab

Der Bankenstresstest für die US-Banken fiel gut aus, doch der Schub für die US-Indizes hielt bis heute nicht an. Für viel Wirbel auf dem Parkett sorgte ein Banker von Goldman Sachs. Eine Aktie bleibt im Höhenflug.
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New YorkDie Wall Street hat am Mittwoch nach den Ergebnissen des Banken-Stresstests ihre Kursrallye nicht fortsetzen können. Die großen Indizes hielten anfängliche Gewinne nicht und schlossen uneinheitlich. Im Blickpunkt stand die Prüfung der Banken durch die US-Notenbank, die im Großen und Ganzen unerwartet gut ausfiel. Großer Verlierer des Tests war aber die Citigroup, deren Aktien drei Prozent einbüßten.

Für viel Gesprächsstoff sorgte auch ein Banker von Goldman Sachs, der in einem Beitrag für die „New York Times“ öffentlich kündigte und seinem Unmut über die Geschäftspraktiken der legendären Investmentbank Luft machte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 13.194 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 13.166 und 13.221 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1394 Punkten, ein Abschlag von 0,1 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging nahezu unverändert bei 3040 Punkten aus dem Handel. Dennoch lagen die Indizes damit weiterhin nahe an ihren Mehrjahres-Hochs. In Frankfurt schloss der Dax 1,2 Prozent fester mit 7079 Punkten.

Während die Fed den meisten Banken attestierte, die Finanzkrise mittlerweile gut weggesteckt zu haben, zeigte die Citigroup als Nummer drei in den USA überraschend Schwächen und bestand den Test nicht. Für die Investoren eine Enttäuschung: Nun darf Citi ihre Dividende nicht erhöhen. Insgesamt bestanden vier Institute nicht - weniger als befürchtet. Die Aktien der erfolgreichen Institute profitierten von dem Ergebnis - Bank of America legten rund vier Prozent zu.

Goldman Sachs büßten mehr als drei Prozent ein, nachdem ihr Mitarbeiter Greg Smith dem Geldhaus in einem Zeitungsbeitrag „Abzockerei“ und Profitgier zu Lasten der Kunden vorwarf. Der auf Derivate spezialisierte Smith schrieb unter anderem, mehrere „Goldmänner“ würden eigene Kunden als „Vollidioten“ bezeichnen und wären einzig darauf aus, ihnen möglichst viel Geld abzuluchsen. Sein Artikel schlug an der Wall Street hohe Wellen.

Ungeachtet der grundsätzlichen Zuversicht fragten sich einige Anleger nach dem Abschluss des Stresstests, wohin die Reise nun geht. „Die Stresstests markierten sozusagen das inoffizielle Ende der Finanzkrise“, sagte Rick Meckler von LibertyView Capital Management. Zuletzt hätten mit der Stellungnahme der Fed zur Konjunktur sowie dem Schuldentausch in Griechenland globale Themen den Markt beherrscht. „Heute fragen sich viele Investoren, was wohl die nächste Phase des Marktes bestimmen könnte.“

Zudem trauten viele Anleger den starken Kursgewinnen vom Dienstag nicht ganz, weil die Umsätze eher dünn blieben. „Die Schlüsselfrage lautet: Können wir die Gewinne verteidigen?“, sagte Gordon Charlop von Rosenblatt Securities.

Zu den Gewinnern gehörte zum sechsten Mal in Folge die Apple-Aktie mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 589 Dollar. Zuvor hatten sowohl Morgan Stanley als auch Canaccord Genuity das Kursziel auf über 700 Dollar angehoben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 850 Millionen Aktien den Besitzer. 786 Werte legten zu, 2219 gaben nach und 86 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,65 Milliarden Aktien 804 im Plus, 1743 im Minus und 78 unverändert.

Positive Signale für die US-Banken haben am Mittwoch die Risikobereitschaft von Anleger bestärkt und US-Staatsanleihen unattraktiver erscheinen lassen.
Investoren trennten sich von den als sicher geltenden Papieren, nachdem der Banken-Stresstest durch die Notenbank im Großen und Ganzen unerwartet gut ausfiel. Das zehnjährige Papier verlor 1-10/32 auf 97-17/32. Die Rendite lag bei 2,2776 Prozent. Die dreißigjährige Anleihe gab um 2-23/32 nach auf 94-17/32 und rentierte mit 3,4174 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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