Börse New York
Apple und Zinsunsicherheit belasten die Wall Street

Die anstehende Zinsentscheidung der Fed schwebt über den US-Börsen. Skepsis gegenüber Apples Verkaufszahlen hat die Wall Street zusätzlich belastet. Für Jubel unter den Händlern sorgte ein Rennsport-Deal.

New YorkBelastet von Kursverlusten bei Apple haben die US-Börsen am Donnerstag schwächer geschlossen. Anleger hielten sich auch zurück, weil unklar ist, wann die US-Notenbank (Fed) die Zinsen anheben wird. „Der Markt wird so lange unentschieden und richtungslos tendieren, bis die Entscheidung der Fed gefallen ist“, sagte Peter Cardillo, Chefvolkswirt bei First Standard Financial. Einige Analysten hatten höhere Zinsen schon im September erwartet, eine Reihe schwacher US-Konjunkturdaten änderte zuletzt aber das Bild. Nun wird auf eine Anhebung im Dezember spekuliert. Daran dürften nach Einschätzung von Händlern auch die unerwartet starken Arbeitsmarktzahlen nichts ändern, die am Donnerstag vor Börsenbeginn veröffentlicht wurden: Demnach ging die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend zurück.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sank 0,3 Prozent auf 18.479 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,2 Prozent auf 2181 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,5 Prozent auf 5259 Stellen.

Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank perlte am US-Aktienmarkt weitgehend ab. Die EZB hatte die Leitzinsen auf dem Rekordtief von null Prozent belassen.

Hewlett Packard Enterprise (HPE) verloren 3,2 Prozent. Der IT-Konzern hat im Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Zudem legt HPE einen Teil seines Software-Geschäfts mit dem britischen Unternehmen Micro Focus zusammen.

Liberty Media legten rund ein Prozent zu. Der US-Medienkonzern kauft die Formel-1-Rennsportserie. Der Deal hat ein Volumen von acht Milliarden Dollar.

Unter Verkaufsdruck geriet Apple. Die Aktien des Elektronikkonzerns fielen 2,6 Prozent. Apple will für die siebte Generation des iPhone keine Absatzzahlen des ersten Verkaufswochenendes vorlegen. Die Auftakt-Verkäufe würden durch die Verfügbarkeit, nicht die Nachfrage bestimmt, hieß es zur Begründung. „Mangelnde Zahlen sind niemals gut, vor allem angesichts der Fragezeichen rund um dieses Telefon“, sagte Analyst Colin Gillis vom Brokerhaus BGC Partners. Seit längerem wird darüber spekuliert, ob die iPhone-Nachfrage ihren Höhepunkt überschritten hat.

Auf den Verkaufslisten standen auch Aktien von Twitter . Chef Jack Dorsey bekommt einem Medienbericht zufolge noch Zeit, den angeschlagenen Kurznachrichtendienst wieder flottzumachen. Es werde aber auch diskutiert, ob sich Twitter selbst zum Verkauf stellen sollte. Twitter-Papiere ließen knapp sechs Prozent Federn.

Der vorläufige Verzicht der EZB auf zusätzliche Geldspritzen verdarb europäischen Aktienanlegern die Kauflaune. Der Dax verlor nach anfänglichen Gewinnen 0,7 Prozent auf 10.675,29 Punkte und der EuroStoxx50 büßte 0,2 Prozent auf 3084,08 Zähler ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 840 Millionen Aktien den Besitzer. 1344 Werte legten zu, 1609 gaben nach und 163 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,82 Milliarden Aktien 1402 im Plus, 1438 im Minus und 166 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 20/32 auf 99-1/32. Die Rendite stieg auf 1,6093 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-21/32 auf 98-20/32 und rentierte mit 2,3139 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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