Börse New York
Arbeitsmarkdaten belasten die Wall Street

In den USA wurden laut dem privaten Arbeitsvermittler ADP weniger Stellen geschaffen als erwartet. Nun wird spekuliert, was das für die Geldpolitik der Fed bedeutet. Viele US-Anleger sind vorsorglich in Deckung gegangen.
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New YorkEnttäuschende Konjunkturdaten haben der Wall Street am Mittwoch einen Dämpfer versetzt. Auf die Stimmung drückte der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM). Er zeigt, dass die US-Industrie so langsam wächst wie zuletzt vor knapp zwei Jahren. Zudem ging aus Daten des privaten Arbeitsvermittlers ADP hervor, dass die US-Firmen im März weniger Stellen schufen als erwartet.

Die Börsianer warten allerdings vor allem auf den Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Karfreitag veröffentlicht wird. Weil dann die Börsen geschlossen bleiben, können sie nicht unmittelbar darauf reagieren. "Das könnte Investoren veranlassen, eine Pause einzulegen und die Lage neu zu bewerten", sagte Marktstratege David Lebovitz von J.P. Morgan Asset Management. Wichtig sind vor allem Hinweise, die den Anlegern den Zeitpunkt der erwarteten Zinswende signalisieren. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die US-Notenbank im September damit beginnen wird, die Zinsen wieder anzuheben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer bei 17.698 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 0,4 Prozent auf 2059 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 0,4 Prozent auf 4880 Punkte.

Unter Druck gerieten dagegen Aktien aus der Gesundheitsbranche, die im Schnitt 1,2 Prozent nachgaben. Der Sektor war im gerade abgelaufenen ersten Quartal mit einem Plus von 6,2 Prozent noch der stärkste gewesen.

Zu den Verlierern zählten auch die beiden großen US-Autobauer. Ford büßten 1,4 Prozent ein, die Opel-Mutter General Motors mehr als zwei Prozent. Beide hatten Absatzrückgänge auf dem Heimatmarkt im März bekanntgegeben. Monsanto legten fast vier Prozent zu. Anleger reagierten mit Käufen auf Quartalszahlen und den Geschäftsausblick des Saatgut-Konzerns.

Ein spektakuläres Börsendebüt legte das Internetunternehmen GoDaddy hin. Die Aktie schoss am ersten Handelstag zeitweise 34 Prozent in die Höhe. Damit erreichte das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 5,48 Milliarden Dollar. GoDaddy bietet neben der Bereitstellung von Webseiten-Speicherplatz auf Servern unter anderem die Entwicklung von Internetpräsenzen an.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 1622 Werte legten zu, 1415 gaben nach und 151 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1280 im Plus, 1450 im Minus und 160 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 20/32 auf 101-7/32. Die Rendite sank auf 1,8642 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-16/32 auf 100-19/32 und rentierte mit 2,4710 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit den unerwartet schwachen Konjunkturdaten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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