Börse New York
Arbeitsmarktdaten helfen Wall Street ins Plus

Der amerikanische Arbeitsmarkt rappelt sich weiter auf. Das hat der Wall Street bis zum Handelsschluss Mut gemacht. Bei Anlegern lag vor allem Apple im Fokus. Der Tech-Riese stellte sein neues Tablet vor.
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New YorkNach dem enttäuschenden Handelstag vom Dienstag haben am Mittwoch positive Daten vom US-Arbeitsmarkt an der Wall Street die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung geschürt und den Kursen Auftrieb gegeben. Private Unternehmen schufen einer Umfrage zufolge zuletzt unerwartet viele Stellen und vertrieben so die Skepsis über Schuldenkrise und Weltkonjunktur, die am Dienstag zum größten Kursverlust seit drei Monaten geführt hatte.

Für gute Stimmung sorgte auch ein Bericht des „Wall Street Journal“, wonach die US-Notenbank über eine neue Strategie für weitere Bond-Käufe nachdenkt. Vor allem Finanzwerte zogen an. Fest im Blick behielten die Anleger die Aktie von Apple, die bei der Vorstellung des neuen iPads eine Berg- und Talfahrt hinlegte und kaum verändert schloss.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verabschiedete sich 0,6 Prozent höher bei 12.837 Punkten aus dem Handel, der breiter gefasste S&P-500 legte 0,7 Prozent auf 1352 Zähler zu und die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,9 Prozent auf 2935 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,6 Prozent höher bei 6671 Zählern.

Dem „Wall Street Journal“ zufolge erwägt die Federal Reserve eine neue Form der Bond-Käufe, die die Inflationsgefahr solcher Maßnahmen verringern soll. Unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen meldete die Zeitung, die Fed könnte sich bei einem nächsten Anleihe-Kauf die dafür eingesetzten Mittel für kurze Zeit zu niedrigen Zinsen zurück leihen und so dem Kreislauf Geld entziehen. Aktienstratege Peter Boockvar von Miler Tabak & Co begrüßte einen solchen Ansatz als willkommenes Signal für die Märkte.

Diese zeigten sich auch von den Arbeitsmarktdaten begeistert. Nach Angaben der Arbeitsagentur ADP stieg die Zahl der Stellen im privaten Sektor im Februar um 216.000, während Analysten nur ein Plus von 208.000 erwartet hatten. Im Januar waren lediglich 173.000 neue Stellen entstanden.

„Es bewegt sich in die richtige Richtung“, kommentierte Ökonomin Beth Ann Bovino von Standard & Poor's. Die ADP-Zahlen gelten als wichtiges Barometer für die mit noch größerer Spannung erwarteten offiziellen Arbeitsmarktdaten, die am Freitag anstehen. Experten gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote bei 8,3 Prozent verharrt.

In New York trieben mit Finanztiteln und Rohstoffwerten vor allem jene Unternehmen die Indizes in die Höhe, die am Vortag besonders hart abgestraft worden waren. So erhöhte sich der Kurs von Bank of America am Mittwoch um rund vier Prozent und von Morgan Stanley um 3,2 Prozent. Die Papiere der United States Steel Corp verteuerten sich um 0,9 Prozent.

Im Handelsverlauf richteten sich die Augen vor allem auf die Aktien von Apple, weil sich um die neue Generation des Tablet-Rechners iPad seit Monaten Gerüchte ranken. Das am Abend in San Francisco vorgestellte Gerät hat Internet-Zugang über den neuen - und schnelleren - Mobilfunkstandard LTE sowie einen deutlich besseren Bildschirm.

Die Zitterpartie um den historischen Schuldentausch in Griechenland hielt den Aufwärtstrend in Grenzen. Es blieb weiter unklar, ob die Regierung in Athen und die privaten Gläubiger den vereinbarten Schuldenschnitt fristgerecht bis Donnerstagnacht über die Bühne bekommen. Sollten sich nicht ausreichend Gläubiger daran beteiligen, droht eine ungeordnete Staatspleite.

Auf den Verkaufszetteln standen Aktien von Minenkonzernen wie Freeport McMoRan Copper & Gold, die 1,1 Prozent nachgaben. Indonesien will mit neuen Gesetzen stärker an den Rohstoffen des Landes beteiligt werden und begrenzt die Beteiligung ausländischer Konzerne an den Minen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 2359 Werte legten zu, 637 gaben nach und 84 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 1845 Titel im Plus, 641 im Minus und 108 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ja logisch geht es aufwärts in den USA. Muss es ja, pünktlich vor den Wahlen. Gold runter, Dollar rauf, Statistiken frisiert und hooorayyh vorwärts zum Endsieg! Für wie dumm verkauft man uns denn eigentlich? Wenn dann die wirklichen saisonbereinigten Wahrheiten ans Licht kommen, schaut hoffentlich niemand hin. Es ist doch seit Jahren immer dieselbe Peinlichkeit, die uns das Propaganda-Büro liefert.

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