Börse New York
Arbeitsmarktdaten vermiesen den Wochenausklang

Die US-Börsen haben auf Hinweise zur Zinswende gewartet. Doch stattdessen bekamen sie schlechte Arbeitsmarktdaten serviert und fragen sich nun, wie es um die Konjunktur bestellt ist. Das sorgt für Verluste.

Überraschend schwache Daten vom Arbeitsmarkt haben die US-Börsen am Freitag ins Minus gezogen. In der US-Wirtschaft sind im Mai nur 38.000 Jobs entstanden. Von Reuters befragte Ökonomen hatten aber mit 164.000 gerechnet. Das führte an der Wall Street zu Verlusten, weil nicht klar ist, ob die US-Wirtschaft die angedachten Zinserhöhungen der Notenbank Fed verkraften kann.

Marktteilnehmern zufolge ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juni jetzt auf sechs Prozent von zuvor 20 Prozent gesunken. „Das ist ein ziemlich desaströser Arbeitsmarktbericht“, sagte der Zinsstratege Gennadiy Goldberg von TD Securities in New York. „Der Juni ist damit vom Tisch“, ergänzte er mit Blick auf den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung. Auch der vielbeachtete ISM-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen blieb hinter den Erwartungen, wenn auch freilich nicht in dem Maße, wie es bei den Jobzahlen der Fall war.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 0,2 Prozent auf 17.807 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 2099 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,6 Prozent auf 4943 Punkte.

Anleger trennten sich vermehrt von Bankaktien, nachdem die Citigroup auf die Stimmung gedrückt hatte. Die US-Großbank erwartet für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von 25 Prozent. Citi-Aktien gaben 3,4 Prozent nach. Anteilsscheine von Goldman Sachs, Wells Fargo, JPMorgan und Bank of America verbilligten sich um 1,8 bis 3,5 Prozent.

Gegen die allgemeine Markttendenz verteuerten sich Broadcom-Scheine um fünf Prozent. Der Chiphersteller hatte zuvor unerwartet gute Quartalsergebnisse vorgelegt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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