Börse New York
Auch die Wall Street tief im Minus

Die Fed gibt kein Geld und Anleger auf der ganzen Welt zeigen sich enttäuscht. Auch die Anleihe-Auktion in Spanien belastete die Wall Street. Die guten Arbeitsmarktdaten blieben unterdessen unbeachtet.
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New YorkDie schwindende Hoffnung auf ein neues Konjunkturprogramm der US-Notenbank Federal Reserve hat die Wall Street am Mittwoch erneut deutlich belastet. Zusätzlich machte sich Furcht vor einer weiteren Verschärfung der Euro-Krise breit, weil Spanien beim Verkauf von Staatsanleihen höhere Zinsen zahlen musste. Diese Entwicklung hatte bereits an den Aktienmärkten in Europa für kräftige Abschläge gesorgt.

Neue Daten vom Arbeitsmarkt bestätigten das Szenario einer graduellen Erholung - zum Vertreiben der Skepsis reichten sie jedoch nicht. Der Dow Jones schloss 1,0 Prozent tiefer auf 13.074 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 1,0 Prozent auf 1398 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq sank 1,5 Prozent auf 3068 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 2,8 Prozent schwächer bei 6784 Punkten aus dem Handel.

Wie schon am Dienstag äußerten die Händler Enttäuschung darüber, dass das jüngste Sitzungsprotokoll des für die Geldpolitik entscheidenden Fed-Gremiums keine Neigung zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung erkennen ließ. Einige Anleger hatten auf Hinweise für eine neue Geldspritze gehofft. Doug Cote von ING Investment Management konnte dieser Entwicklung auch etwas Positives abgewinnen: „Es ist ein Zeichen der Normalisierung und bedeutet, dass wir wohl keine künstliche Stimulierung mehr benötigen.“

Deshalb werde der Abverkauf nur vorübergehender Natur sein. „Es kommen noch immer starke Konjunkturdaten herein, wie etwa der ADP-Bericht. Das ist ein gutes Vorzeichen für den Arbeitsmarktbericht am Freitag.“ Wie die private Arbeitsagentur ADP mitteilte, schufen die privaten Unternehmen in den USA im März 209.000 neue Jobs und damit etwas mehr als von Börsianern im Schnitt erwartet. Die ADP-Daten gelten als wichtiger Indikator für die am Karfreitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktdaten der Regierung.

Wie allgemein erwartet, beließ die Europäische Zentralbank den Leitzins für die 17 Euro-Länder weiter bei einem Prozent. Wasser auf die Mühlen der Euro-Skeptiker war dagegen die Anleihe-Auktion in Spanien. Bei der Ausgabe von Bonds im Gesamtvolumen von knapp 2,6 Milliarden Euro verlangten die Anleger deutlich höhere Zinsen als zuletzt.

Nach der Herunterstufung durch Moody's stand die Aktie des Mischkonzerns General Electric bei den Einzelwerten im Mittelpunkt. Das Papier verlor 1,1 Prozent. Die Bonitätswächter hatten vor Risiken bei der Finanzierung von GE Capital gewarnt und damit Anleger verschreckt. Die Aktien des Speicherchipherstellers SanDisk stürzten nach einer Gewinnwarnung um elf Prozent ab. Dem Unternehmen machen eine enttäuschende Nachfrage und sinkende Preise zu schaffen.

Die Titel des Öl-Konzerns Chevron verloren rund 1,5 Prozent. Die brasilianische Staatsanwaltschaft hatte nach einem neuen Öl-Leck vor der Küste eine zweite Milliardenklage gegen den Konzern sowie Transocean eingereicht. Yahoo -Aktien retteten sich nach einer Berg- und Talfahrt knapp ins Plus. Der Internet-Konzern will rund 2000 Angestellten kündigen und sich dadurch für den Wettbewerb mit Google und Facebook rüsten.

Offenbar waren sich die Anleger nicht einig in der Interpretation dieser Ankündigung. An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,83 Milliarden Aktien den Besitzer. 590 Werte legten zu, 2401 gaben nach und 75 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,81 Milliarden Aktien 478 im Plus, 2064 im Minus und 81 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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