Börse New York
Auffahrt trotz schwacher Arbeitsmarktzahlen

Die US-Börsen gehen die fünfte Woche in Folge mit Gewinnen aus dem Handel. Und das, obwohl die Wirtschaft im August viel weniger neue Jobs geschaffen hat als erwartet. Für Aufatmen sorgte die Waffenruhe in der Ukraine.
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New YorkDie US-Börsen haben am Freitag trotz unerwartet schwacher Arbeitsmarktdaten leicht zugelegt. Es sei zwar enttäuschend, dass im August statt der erwarteten 225.000 lediglich 142.000 neue Jobs geschaffen wurden, sagte Russell Price, Volkswirt bei AmeriPrise Financial. „Aber die Wirtschaft nimmt immer noch Fahrt auf."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent im Plus auf 17.137 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 notierte 0,5 Prozent höher bei 2007 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,5 Prozent auf 4582 Stellen vor.

Im Wochenvergleich verbesserten sich Dow und S&P um 0,2 Prozent, die Nasdaq um 0,1 Prozent. Damit gingen die US-Börsen die fünfte Woche in Folge mit Gewinnen aus dem Handel.

In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent höher bei 9747 Punkten. Damit summierte sich sein Wochengewinn auf 2,9 Prozent.

Für Aufatmen sorgte die Waffenruhe zwischen der ukrainischen Regierung und den pro-russischen Separatisten. Aus den zuvor umkämpften Gebieten wurde bis zum späten Abend kein Bruch des Pakts gemeldet. Die Leitindizes der Moskauer Börse schlossen fester.

Dem Dollar setzte der schwache US-Arbeitsmarktbericht ebenfalls zu. Der Euro verteuerte sich auf 1,2961 Dollar, nachdem er am Vortag als Reaktion auf die überraschende Zinssenkung und die geplanten milliardenschweren Wertpapierkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) auf ein 14-Monats-Tief von 1,2918 Dollar gefallen war.

Eine schnelle Zinserhöhung durch die Fed sei mit diesen Job-Daten vom Tisch, sagte Wayne Kaufman, Chef-Marktanalyst von Phoenix Financial. "Die Notenbanken sind stärker daran interessiert, eine Rezession zu verhindern als eine Inflation. Das ist ein großartiges Umfeld für Aktien." Der EuroStoxx50 konnte seine Gewinne dennoch nicht halten und verlor 0,1 Prozent auf 3275,25 Zähler.

Bei den US-Einzelwerten brachen Gap um mehr als vier Prozent ein. Der Umsatz des Bekleidungseinzelhändlers war im August überraschend um zwei Prozent zurückgegangen.

Dagegen stiegen die Papiere von Prana Biotechnology um 19 Prozent. Das Prana-Präparat gegen die Huntington-Krankheit wurde von der US-Gesundheitsbehörde als Medikament gegen seltene Krankheiten eingestuft. Damit winken dem Unternehmen bei einer Zulassung Vermarktungsvorteile.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 610 Millionen Aktien den Besitzer. 1895 Werte legten zu, 1119 gaben nach und 158 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,63 Milliarden Aktien 1469 im Plus, 1218 im Minus und 128 unverändert.

Die US-Kreditmärkte zeigten sich nach den Job-Daten uneinheitlich. Die zehnjährigen Anleihen gewannen 1/32 auf 99-12/32. Die Rendite sank auf 2,446 Prozent. Der 30-jährige Bond ließ 11/32 auf 98-5/32 Federn und rentierte mit 3,222 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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