Börse New York
Aussicht auf späte Zinswende stützt US-Börsen

Nach der Veröffentlichung der Fed-Protokolle können die US-Anleger aufatmen. Die Notenbank hat signalisiert, dass eine Zinswende im Juni verfrüht wäre. Der Dow-Jones-Index schließt kaum verändert.
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New YorkDie Aussicht auf eine anhaltende Niedrigzinsphase hat die Wall Street am Donnerstag gestützt. Schwache Konjunkturdaten untermauerten die Einschätzung vieler Investoren, dass die US-Notenbank Federal Reserve (FED) sich mit ihren Zinserhöhungen Zeit lassen wird. Wie aus dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung hervorgeht, hielten die Notenbanker zuletzt eine Zinswende bereits im Juni für verfrüht.

Immer mehr Börsianer stellen sich inzwischen die Frage, ob der Schritt überhaupt noch 2015 kommen wird. Denn die wirtschaftliche Entwicklung bleibt gedämpft. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen vergangene Woche etwas höher aus erwartet. Außerdem gingen die Verkäufe bestehender Eigenheime im April überraschend zurück. „Ich bezweifle, dass wir eine Zinsanhebung in diesem Jahr sehen werden“, sagte Portfoliomanager Paul Nolte von Kingsview Asset Management.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte schloss kaum verändert mit rund 18.287 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,2 Prozent auf fast 2131 Zähler und notierte damit nicht weit von seinem Rekordhoch entfernt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,4 Prozent auf knapp 5091 Punkte.

In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 0,1 Prozent bei knapp 11.865 Punkten. Gestützt wurde er unter anderem von Kursverlusten des Euro. Sie verbessern die Exportchancen europäischer Firmen.

Mit einem Kursaufschlag von fast vier Prozent standen Best-Buy-Papiere weit vorne auf der Gewinnerliste an der Wall Street. Dank florierender Geschäfte mit Smartphones und großen Flachbild-Fernsehern fielen Gewinn und Umsatz des größten US-Elektronikhändlers besser aus als erwartet.

Die Aktien des Software-Herstellers Salesforce legten 3,9 Prozent zu. Der SAP-Rivale, der im Zentrum von Übernahmespekulationen steht, kehrte nach längerer Durststrecke in die Gewinnzone zurück.

Ebenfalls im Blickpunkt stand die Medizinbranche mit einer neuen Milliarden-Übernahme: Die zweitgrößte US-Drogeriemarkt-Kette CVS Health kauft den Pharma-Dienstleister Omnicare einschließlich Schulden für 12,7 Milliarden Dollar. CVS-Papiere zogen 2,4 Prozent an, Omnicare-Titel 1,7 Prozent.

An der New Yorker Börse wechselten rund 0,71 Milliarden Aktien den Besitzer. 1684 Werte legten zu, 1356 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,67 Milliarden Aktien 1384 im Plus, 1369 im Minus und 140 unverändert.

Die schwachen Konjunkturdaten trieben Anleger in US-Staatsanleihen. Die zehnjährigen Papiere stiegen 15/32 auf 99-12/32. Sie rentierten mit 2,19 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 1-7/32 auf 100-7/32 und hatten eine Rendite von 2,99 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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