Börse New York
Autowerte ziehen Wall Street ins Minus

Ford und GM verkaufen weniger Autos als erwartet und ziehen die US-Börsen ins Minus. Die Ölpreise gehen wieder auf Talfahrt und auch die Gesundheitsbranche schwächelt. Die Aktien von Biogen wiederum stiegen kräftig an.

New York/BangaloreSchwache Zahlen vom US-Automarkt haben die Wall Street am Dienstag belastet. Zudem würden die Märkte von den Problemen bei den europäischen Banken und den schwachen Ölpreisen dominiert, sagte der Chef von Janlyn Capital, Andre Bakhos. Es fehlten positive Nachrichten: "Es ist an der Zeit, Gewinne mitzunehmen".

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 18.313 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 18.247 und 18.403 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,6 Prozent auf 2157 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,9 Prozent auf 5139 Punkte ein.

Die großen US-Autohersteller verkauften im Juli weniger Fahrzeuge als von Experten erwartet. Die Aktien der Opel-Mutter General Motors verloren daraufhin 4,4 Prozent, Ford gaben 4,3 und FiatChrysler 3,9 Prozent nach.

Um fast zehn Prozent stiegen hingegen im späten Handel Aktien von Biogen. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, mehrere Pharmaunternehmen seien an dem US-Biotech-Konzern - darunter Merck & Co und Allergan. Es habe bereits informelle Vorgespräche gegeben. Ob es zu einem Deal komme, sei aber noch völlig offen. Der Marktwert von Biogen hatte zuletzt bei 68 Milliarden Dollar gelegen.

Bei den Einzelwerten stach zudem Pfizer hervor. Der Umsatz des Viagra-Konzerns kletterte im Quartal dank des Erfolgs neuer Medikamente um elf Prozent und damit stärker als erwartet. Die Aktie verlor dennoch 2,5 Prozent. Anleger waren enttäuscht, dass Pfizer seine Jahresziele nicht anhob.

Der Druck auf die Ölpreise angesichts der Überproduktion nahm weiter zu: Nach einer kurzen Erholung fiel die US-Sorte WTI um ein Prozent. Zwischenzeitlich hatte das Minus 1,8 Prozent auf 39,35 Dollar je Fass (159 Liter) betragen - das war der niedrigste Stand seit Mitte April.

Auch von freundlichen US-Konjunkturdaten ließen sich Anleger nicht aufheitern. Die Konsumausgaben waren im Juni überraschend stark um 0,4 Prozent gestiegen. "Die Entwicklung von Einkommen und Ausgaben ist insgesamt stabil, was auf die robuste Lage am Arbeitsmarkt zurückzuführen ist", erklärte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. Der private Konsum in den USA steht für gut zwei Drittel der Wirtschaftskraft.

Auch in Europa ging es an den Börsen abwärts. Ihnen machte ein neuer Schwächeanfall der Finanzwerte zu schaffen. Der Dax fiel um 1,8 Prozent auf 10.144 Punkte. Besonders unter Druck waren nach einer Prognosesenkung die Aktien der Commerzbank, die um gut neun Prozent auf ein Rekordtief von 5,24 Euro abstürzten.

An der New York Stock Exchange wechselten 940 Millionen Aktien den Besitzer. 691 Werte legten zu, 2317 gaben nach und 100 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,13 Milliarden Aktien 719 im Plus, 2133 im Minus und 144 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Die zehnjährigen Bonds verringerten sich um 6/32 auf 100-20/32. Sie rentierten mit 1,553 Prozent. Die 30-Jährigen verloren 22/32 auf 104-4/32 und hatten eine Rendite von 2,307 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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