Börse New York: Banken und Konjunktursorgen drücken Wall Street

Börse New York
Banken und Konjunktursorgen drücken Wall Street

Die Schweizer Nationalbank sorgt weltweit für Verwerfungen an den Börsen. In den USA sahen Anleger einen volatilen Handel. Die Börse schließt mit Kursverlusten. Die US-Banken konnten nur enttäuschende Zahlen vorlegen.
  • 0

New YorkEnttäuschende Geschäftszahlen von großen Banken haben am Donnerstag die Wall Street auf Talfahrt geschickt. Börsianer sorgten sich zudem um US-Firmenergebnisse wegen der schwachen Weltkonjunktur, sagte Marktexperte Eric Marshall von Hodges Capital Management. Der Handel war volatil, weil die Investoren den überraschenden Rückzug der Schweizer Notenbank (SNB) aus dem Kampf gegen die Aufwertung des Franken verdauen mussten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer auf 17.320 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,9 Prozent auf 1992 Zähler nach. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq fiel 1,5 Prozent auf 4570 Punkte.

In Frankfurt ging der Dax dagegen 2,2 Prozent höher bei 10.032,61 Zählern aus dem Handel, nachdem der Einbruch der Schweizer Aktienbörse ihn zuvor ins Minus gezogen hatte.

In einer 180-Grad-Kehrtwende hatte die SNB den seit etwa drei Jahren geltenden Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufgegeben. Während dieser Zeit hatte sie diese Marke mit milliardenschweren Stützungskäufen verteidigt. Offenbar rechne die Notenbank fest mit baldigen umfassenden Wertpapierkäufen der EZB, sagte Jonathan Webb, Devisen-Anlagestratege vom Brokerhaus Jefferies. "Dies würde es den Schweizern erschweren, den Euro-Kurs zu verteidigen." Als Reaktion auf die SNB-Ankündigung fiel die europäische Gemeinschaftswährung auf ein Rekordtief von 0,8639 Franken.

In den USA standen Finanzwerte im Fokus. Bank of America gaben 5,2 Prozent nach. Das Institut hatte einen deutlichen Ergebnisrückgang bekanntgegeben. Noch stärker fiel der Gewinneinbruch bei Citigroup aus. Der Kurs des Geldhauses sank 3,7 Prozent.

BlackBerry -Aktien sackten an der Nasdaq um fast 20 Prozent ab, nachdem der südkoreanische Smartphone-Gigant Samsung Pläne zum Kauf des kanadischen Konzerns dementiert hatte.

Auf Talfahrt befanden sich ebenfalls die Papiere des Elektronikhändlers Best Buy, die mehr als 14 Prozent an Wert verloren. Investoren reagierten enttäuscht auf die Umsatzprognose des Unternehmens. Aufwärts ging es dagegen mit Target, die knapp zwei Prozent anzogen. Der Einzelhändler will sein Kanada-Geschäft schließen.

Der Kursanstieg des Franken hat zur Folge, dass in Dollar gehandelte Aktien Schweizer Unternehmen günstiger werden. Daher griffen Investoren dort zu. Anders als in Zürich verteuerten sich an der Wall Street UBS um 0,3 Prozent, Credit Suisse um 1,8 Prozent und Novartis um 3,9 Prozent.

Die Intel-Aktie tendierte 0,4 Prozent tiefer. Der Chipriese legte nach Börsenschluss Quartalszahlen vor.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 860 Millionen Aktien den Besitzer. 1088 Werte legten zu, 1997 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Milliarden Aktien 603 im Plus, 2152 im Minus und 96 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gefragt. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 24/32 auf 104-15/32. Die Rendite sank auf 1,755 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-10/32 auf 112-29/32 und rentierte mit 2,393 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Papiere markierte den zweiten Tag in Folge ein Rekordtief. Händler erklärten die Kursaufschläge mit unerwartet schwachen Konjunkturdaten. Das verarbeitende Gewerbe in der Region Philadelphia wächst deutlich langsamer als erwartet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Banken und Konjunktursorgen drücken Wall Street"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%