Börse New York
Berg- und Talfahrt an der Wall Street

Die US-Verbraucher blicken skeptischer in die Zukunft. Das bekam die Börse zum Ende des Handelstags zu spüren. Blackberry zauberte indes einen Käufer aus dem Hut, die Aktie von Carnival geht auf Talfahrt.
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New YorkDie US-Börsen haben am Dienstag nach einer Berg- und Talfahrt uneinheitlich geschlossen. Händler verwiesen auf den Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern in Washington. Schon jetzt wendet die Regierung in Washington seit Monaten Notfallmaßnahmen an, um das bei 16,7 Billionen Dollar liegende Schuldenlimit zu umgehen und so weiter ihre Rechnungen begleichen zu können. Ohne eine Erhöhung könnten die USA nach Einschätzung von Experten zwischen Mitte Oktober und Anfang November zahlungsunfähig werden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,4 Prozent auf 15.334 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,3 Prozent auf 1697 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg dagegen um moderate 0,1 Prozent auf 3768 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 0,3 Prozent höher bei 8664,60 Punkten aus dem Handel.

Bei den Einzelwerten waren unter anderem die Papiere des Chipherstellers Applied Materials gefragt, der sich mit Tokyo Electron zu einem Unternehmen mit einem Börsenwert von 29 Milliarden Dollar zusammenschließen will. Die Applied-Aktie legte mehr als neun Prozent zu.

Fast drei Prozent aufwärts ging es mit den Anteilscheinen von Facebook. Sie profitierten von einem Medienbericht, wonach die in China gesperrte Internetseite des Online-Netzwerks in der geplanten Shanghaier Freihandelszone zugänglich sein soll. Die als Pilotprojekt für eine möglicherweise umfassende Liberalisierung der chinesischen Wirtschaft angesehene Freihandelszone geht am Sonntag an den Start.

Die in New York gehandelten Titel des kanadischen Smartphone-Pioniers Blackberry verloren dagegen rund drei Prozent an Wert. Das ums Überleben ringende Unternehmen, das im harten Wettbewerb mit den Rivalen Apple und Samsung den Anschluss verloren hat, hatte am Montag noch während des laufenden Börsengeschehens in New York mitgeteilt, einen potenziellen Käufer gefunden zu haben. Ein Konsortium um den Finanzdienstleister Fairfax Financial will 4,7 Milliarden Dollar für Blackberry zahlen. Analysten begrüßten die Entwicklung, Euphorie kam jedoch keine auf. Mit einer Gegenofferte wird nicht gerechnet.

Zu den größten Verlierern zählten die Anteilsscheine von Carnival mit einem Kursabschlag von rund acht Prozent. Der weltgrößte Kreuzfahrtveranstalter gab nach einer Reihe von Unfällen und einem Gewinneinbruch einen düsteren Ausblick. Im vierten Quartal hält die amerikanisch-britische Reederei, zu der auch die havarierte "Costa Concordia" gehört, nun einen Verlust für möglich.

Die Stimmung der US-Verbraucher trübte sich im September erwartungsgemäß etwas ein. Das Barometer für die Konsumlaune sank auf 79,7 von revidiert 81,8 Punkten im August. Dies ist der niedrigste Stand seit Mai. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang auf 79,9 Zähler gerechnet. Der Konsum macht etwa 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus. Deshalb verfolgen Ökonomen und Investoren die Entwicklung des Verbrauchervertrauens sehr genau.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 670 Millionen Aktien den Besitzer. 1634 Werte legten zu, 1350 gaben nach und 105 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 1389 im Plus, 1114 im Minus und 114 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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