Börse New York
Bernanke enttäuscht die Wall Street

US-Händler warten auf umfangreiche Konjunkturhilfen, doch bisher drückt sich US-Notenbankchef Bernanke um konkrete Ankündigungen. Die Wall Street reagiert enttäuscht - und schließt im Minus.
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New YorkUS-Notenbankchef Ben Bernanke lässt sich nicht in die Karten blicken und verunsichert damit auf Konjunkturhilfen hoffende US-Börsianer. Die Wall Street schloss am Donnerstag im Minus, nachdem der wichtigste Zentralbanker der Welt zwar die Bereitschaft zum Handeln unterstrich, sich mit konkreten Hinweisen auf zusätzliche Stützen für die strauchelnde amerikanische Wirtschaft aber zurückhielt. „Die Fed hat keine Werkzeuge auf den Tisch gelegt, die der Markt verlangt oder erwartet“, sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. 

Mit Spannung erwarteten Börsianer eine Rede von Präsident Barack Obama zu dessen Plänen, den brachliegenden Arbeitsmarkt anzukurbeln. In einem volatilen Handel verhinderte eine höhere Nachfrage nach Technologiewerten höhere Verluste bei der Nasdaq. Bankenwerte standen nach den starken Gewinnen vom Mittwoch auf dem Verkaufszettel. 

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von einem Prozent bei 11.295 Zählern. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 11.283 und 11.477 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1185 Punkten, ein Minus von 1,1 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,8 Prozent und ging mit 2529 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt kletterte der Dax 0,1 Prozent und schloss bei 5408 Punkten. 

Die Dringlichkeit für Obama, am Arbeitsmarkt Erfolge zu erzielen, untermauerten schwache Daten: Anfang September beantragten mehr Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe als von Experten erwartet. Dies schürte die Angst vor einer erneuten Rezession der US-Wirtschaft mit verheerenden Folgen für die Weltkonjunktur. 

Obama wollte am Donnerstagabend (Ortzeit) vor dem Kongress ein 300 Milliarden Dollar schweres Programm vorstellen. Dies soll Steuersenkungen für Normalverdiener und Unternehmen sowie Infrastrukturausgaben beinhalten. „Alles was Obama machen kann, ist die Stimmung im Land zu verbessern“, sagte Paul Mendelsohn, Chef-Investmentstratege bei Windham Financial Services. „Das ist eine schwierige Schlacht. Er versucht, ein langfristiges Problem mit kurzfristigen Maßnahmen zu bekämpfen.“ 

Bei den Einzelwerten waren die Aktien von JPMorgan und der Bank of America mit einem Minus von 3,8 beziehungsweise 3,7 Prozent größte Dow-Verlierer. Am Mittwoch hatten die Titel vom größten US-Institut Bank of America nach Ankündigung eines Management-Umbaus noch kräftig gewonnen. 

Technologiekonzerne wurden von Anlegern als gut kapitalisiert und damit weniger anfällig für Konjunkturdämpfer bewertet. Die Papiere des Datenspeicher-Herstellers Sandisk kletterten 2,4 Prozent. 

Auch Yahoo stand - nach dem Rauswurf der Chefin Carol Bartz am Mittwoch - erneut im Interesse der Anleger. Aktionär Third Point LLC, dem nach eigenen Angaben mehr als fünf Prozent der Anteile gehören, forderte einen weiteren Umbau des Managements. Die Aktie legte mehr als sechs Prozent zu. 

Zudem stachen die Aktien des Medizin- und Laborgeräte-Herstellers Caliper Life Science heraus. Konkurrent PerkinElmer will das Unternehmen für 600 Millionen Dollar kaufen. Caliper-Aktien schossen über 41 Prozent in die Höhe. Die Anteilsscheine von PerkinElmer gaben fast sechs Prozent nach. 

An der New York Stock Exchange wechselten rund 950 Millionen Aktien den Besitzer. 659 Werte legten zu, 2340 gaben nach und 75 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,97 Milliarden Aktien 607 im Plus, 1924 im Minus und 90 unverändert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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