Börse New York: Bernanke lässt US-Anleger Italien vergessen

Börse New York
Bernanke lässt US-Anleger Italien vergessen

Italien versetzte die Märkte weltweit in eine Schockstarre. Doch die US-Börsen rappelten sich am Dienstag rasch wieder auf. Viele US-Anleger nutzten die günstigen Kurse, um neu einzusteigen.
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New YorkUS-Notenbankchef Ben Bernanke sorgte am Dienstag für gute Stimmung an der Wall Street. Nach den kräftigen Vortagsverlusten unter dem Schock der Italien-Wahl legten die US-Börsen wieder zu. Bernanke verteidigte vor dem Bankenausschuss des Senats die Null-Zins-Politik und die Anleihen-Käufe der Federal Reserve zur Stimulierung der heimischen Wirtschaft.

Zugleich forderte er die US-Politik zu einer Einigung im Haushaltstreit auf, um automatische Ausgabenkürzungen zu verhindern. Diese drohten den Konjunkturmotor abzuwürgen.

Für eine Erholung der Kurse sorgten auch Schnäppchenjäger, die sich durch jüngste Wirtschaftsdaten ermutigt fühlten: Das Verbrauchervertrauen in den USA war im Februar deutlich höher als erwartet ausgefallen. Auch der Eigenheim-Absatz lief im Januar besser als prognostiziert und kletterte auf den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 13.918 und einem Tief von 13.784 Punkten. Er ging mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 13.900 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,6 Prozent auf 1496 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,4 Prozent auf 3129 Punkte. Am Montag hatten die drei führenden Indizes jeweils mehr als ein Prozent eingebüßt. In Frankfurt schloss der Dax am Dienstag mit einem Minus von 2,3 Prozent auf einem Stand von 7597 Stellen.

Das Patt nach der italienischen Parlamentswahl und das überraschend starke Ergebnis der Reformgegner schürte nicht nur in Deutschland Sorgen, dass das hoch verschuldete Italien von seinem Sparkurs abrücken könnte. "Wir sind von einem Umfeld der politischen Stabilität in politische Instabilität geraten", sagte Analyst Art Hogan von Lazard Capital Markets. "Solange wir keine Klarheit über die neue Regierung haben - was Tage dauern könnte - werden am Markt die neuen Sorgen vorherrschen."

Auf Unternehmensseite stand Home Depot im Blickpunkt. Eine Belebung des US-Wohnungsmarkts bescherten der weltgrößten Baumarktkette einen Gewinnsprung. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres bis Anfang Februar kletterte der Überschuss um fast 30 Prozent auf eine Milliarde Dollar. Home-Depot-Aktien schnellten 5,7 Prozent in die Höhe.

Die Papiere der Kaufhaus-Kette Macy's legten 2,8 Prozent zu. Der Einzelhändler stellte nach einem brummenden Weihnachtsgeschäft für das Geschäftsjahr ein Gewinn über den Marktprognosen in Aussicht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 771 Millionen Aktien den Besitzer. 1971 Werte legten zu, 990 gaben nach und 126 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 1487 im Plus, 968 im Minus und 111 unverändert.

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  • Bernake´s Politik ist eine Enteignung der soliden Sparer,da die Inflation viel höher als der Leitzins liegt.Früher orientierte man sich am Index,in der Nähe der ATH´s waren wenigstens auch die Zinsen hoch.Heute steht der Dow nahe dem ATH,aber Bernanke tut nichts und treibt damit immer mehr Anleger zum Schutz vor Inflation in´s Risiko der Aktienanlage.Draghi ebenso.Einzig die Bank of Japan nicht ganz,der Index ist noch meilenweit von den ATH´s entfernt.Damit nährt er die Aktienblase,zulasten anderer Anlageformen.Einzig die Immobilien steigen ebenfalls kräftig,aber wir wissen spätestens seit08,das auch das nicht sicher ist,zumal schon wieder viele US- Anleger den billigen Zins nutzen, um Aktien oder Immobilien ohne Sicherheit auf Pump zu kaufen.Da aber weder am Aktien-noch am Immobilienmarkt alle gleichzeitig reich werden können,wird das Platzen beider (Vermögens)-Blasen diesmal alles vorherige in den Schatten stellen.
    Die Frage ist nicht ob,sondern wann diesmal die Blase platzt.

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